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Der irische Präsident sagte, dass dieser Anlass dabei helfe, die kulturellen Beziehungen zwischen Kuba und Irland zu stärken. Photo: Jose M. Correa

Kuba und Irland haben unbestreitbar gemeinsame historische Wurzeln, die von der Kolonisierung und den Kämpfen um die Unabhängigkeit geprägt sind, sagte am Donnerstag der Präsident dieses europäischen Landes, Michael D. Higgins.

Bei der Eröffnung der Ausstellung „Die Iren in Lateinamerika“ stellte Higgins fest, dass, obwohl beide Länder im Schatten eines sehr mächtigen Nachbarlandes gelebt hätten, es ihnen gelungen sei die Dunkelheit hinter sich zu lassen.

Der Staatschef führte aus, dass die Unabhängigkeit Kubas und Irlands von zwei Dichtern beeinflusst worden sei, nämlich von José Martí bzw. Patrick Pearse.

Er betonte außerdem, dass es in Kuba Erinnerungen gebe, die die zwei durch Tausende von Kilometern getrennten Insel miteinander teilen. Dabei bezog er sich auf den Marschall Alejandro O’ Reilly, der sich während der Kolonialzeit an der Stärkung der Verteidigungseinrichtungen in Kuba beteiligte.

Heute trägt eine Straße in Havanna seinen Namen (O’Reilly) und auf einer Gedenktafel kann man lesen: „Zwei Inselvölker im gleichen Meer des Kampfes und der Hoffnung: Kuba und Irland“.

Bei der Ausstellungseröffnung im Rahmen des Sechsten Internationalen Kongresses der Irischen und Lateinamerikanischen Studiengesellschaft waren auch der kubanische Kulturminister Abel Prieto und der Kulturminister Venezuelas Adan Chávez anwesend.

Die Ausstellung ist eine Zeitreise, die zum ersten Mal eine Grafik über die Teilnahme der Iren an den revolutionären und um die Unabhängigkeit kämpfenden Bewegungen Lateinamerikas sowie deren Beitrag in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft aufzeigt.

Im Rahmen der Veranstaltungen der 26. Internationalen Buchmesse in Havanna stellte der Präsident der europäischen Nation auch das Buch El crimen del Estrella de Mar, (Star of the Sea) des irischen Autors Joseph O’ Connor vor.

Nach Auffassung von Higgins bricht dieser Roman das Schweigen über ein Geschehnis, das so tragisch und traumatisch war, das man sich nicht daran erinnern möchte; Die Hungersnot, die Irland im 19. Jahrhundert heimsuchte.

Das Buch, das in Kuba vom Verlag Gente Nueva herausgegeben wurde, erzählt die Geschichte eines Schiffes, das während der Jahre der Hungersnot in Irland, „der größten sozialen Katastrophe im Europa des 19. Jahrhunderts“, wie der irische Präsident sie bezeichnete, Migranten von Liverpool nach New York brachte.

Als Folge dieser Katastrophe starben in dem europäischen Land über eine Million Menschen und weitere zwei Millionen wanderten aus, so dass sich die Bevölkerung auf ein Drittel reduzierte. Trotzdem, sagte Higgins, „hat dieses Ereignis in unserer Literatur kaum Widerhall gefunden und wird gelegentlich als fehlendes Glied angesehen.“

Deswegen könnten sie sich als Land glücklich schätzen, Schriftsteller wie Joseph O’Connor zu haben, denen es gelinge, die Geschichte aufzugreifen. Joseph O’Connor werde als einer „der großen Diplomaten der Literatur“ Irlands angesehen, sagte er weiter.

Der Präsident betonte, dass dieser Anlass dazu beitrage, die kulturellen Bindungen zwischen Kuba und Irland zu stärken und er wies darauf hin, dass „Star of the Sea“ nach „Ulysses“ von James Joyce der erste irische Roman sei, der in Kuba veröffentlicht wurde.

Joseph O’ Connor sagte dazu, dass es für ihn eine Ehre sei, sein Buch in Kuba vorzustellen und er las einen Ausschnitt daraus vor.

El crimen del Estrella de Mar, (Star of the Sea) wurde in Irland zum ersten Mal im Jahr 2004 herausgegeben und hat seitdem auf der ganzen Welt Auszeichnungen erhalten.