OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Juvenal Balán

BARACOA, Guantanamo — Beim Abflug aus Santiago de Cuba sieht alles friedlich aus: ein fröhliches Grün ziert die Berge. Doch das ist nur der Anfang der Strecke, in wenigen Minuten ändern sich die Bilder.

Aus der Luft betrachtet hat es den Anschein, als wäre die Vegetation einem großen Brand zum Opfer gefallen, sie ist dem Erdboden gleichgemacht. Punta Caleta, die Ortschaft, in der Matthew auf kubanischem Boden eintraf, scheint ein Geisterort zu sein.

Die Luftansichten von Maisí und Baracoa, den beiden meistgeschädigten Territorien des kubanischen Ostens, lassen keine Zweifel über die vom Hurrikan Matthew verursachten Schäden aufkommen, besonders was die Dächer der Wohnhäuser betrifft.

Kurz bevor die Abenddämmerung eintritt, bereits wieder am Boden, schmerzen uns die Szenen aus der Gründungsstadt Baracoa. Wir haben Wohnhäuser vor Augen, die vollkommen oder teilweise zerstört sind, vernichtete Vegetation, Straßen, die zu improvisierten Müllhalden geworden sind …, aber auch die fröhlichen und optimistischen Menschen, die bereits Hand anlegen.

Hier hat die Etappe des Wiederaufbaus bereits begonnen. Brigaden aus verschiedenen Teilen des Landes haben ihre Arbeit aufgenommen, und die Bevölkerung hebt aus eigener Kraft auf, was sie kann, macht Straßen frei, räumt Schutt weg, sichert Wände …

«So etwas haben wir noch nie erlebt», sagen unserem Presseteam viele. «Über sechseinhalb Stunden hinweg spürten wir die starken Winde über uns hinwegsausen. Am Malecon wurden Wellen von fast zehn Metern Höhe gesichtet, während es ohne Unterlass regnete und die Windstöße nicht nachließen», erinnert sich ein Mädchen.

Wohnhäuser und staatliche Einrichtungen sind vollkommen zerstört oder ohne Dach, Strommasten umgekippt, die Elektrizitäts- und Telefonlinien unbrauchbar geworden … Aufgrund ihrer Schwere und der Schwierigkeit, Kommunikation mit verschiedenen Orten aufrecht zu erhalten, kann noch niemand den Gesamtumfang der Schäden bestimmen.

Photo: Juvenal Balán

«Mein Haus hat kein Dach mehr, aber ich habe Hoffnung, denn wir wissen, dass die Revolution uns niemals unserem Schicksal überlassen wird», sagt uns eine Frau.

«Das Morgengrauen des Mittwoch war zerschmetternd, so etwas hat an diesem Ort noch niemand gesehen, nicht einmal ich, der ich 71 Jahre alt bin», sagt uns ein Herr sichtlich beeindruckt.

«Dieses Volk liebt Fidel, liebt Raul und wir vertrauen der Führung des Landes», versichert uns eine andere Frau. Und in den Worten und Gesichtern ist diese Zuversicht zu spüren, «Zuerst Vertrauen in die Revolution, da sie uns noch nie enttäuscht hat».

Ja, hier ist Matthew definitiv durchgezogen, jetzt aber werden die Straßen von einem menschlichen Hurrikan eingenommen, der bereit ist, aufzubauen und wieder zu errichten.