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Osvaldo López Corzo (Mitte) erklärte, dass die Hauptaufgabe von Cupet darin besthehe, die Produktion von Erdöl und Gas in Kuba zu erhöhen. Photo: Jorge Luis González

Man muss von folgendem ausgehen: Wenn man über die Preise für Erdöl spricht, spricht man von zwei Rohölsorten internationaler Referenz: dem WTI (West Texas Intermediate) und dem Brent. Der Wert des kubanischen Erdöls macht annähernd 60 % von jenen aus.

Kuba kostet es zwischen 13 und 14 US-Dollar ein Barrel Rohöl zu produzieren. Das ist ein rentabler Prozess, denn wenn man es exportiert, erhält man dafür rund 30 USD. Trotzdem verkauft das Land zur Zeit nicht das Rohöl, das es produziert (durchschnittlich 45.000 Barrel täglich), weil es fast vollständig zur Erzeugung von elektrischer Energie verwendet wird, die weiterhin abhängig von fossilen Brennstoffen und deren Derivaten ist.

Nach Aussage des Chefs für Exploration bei Cupet, Osvaldo López Corzo, hängt 45% der elektrischen Energie, die in Kuba erzeugt wird von diesem Rohöl ab; weitere 14,1% von dem es begleitenden Gases, 3,7% von der Biomasse der Zuckerfabriken und kaum 0,8% von erneuerbaren Energien.

Die restliche Energie stammt von Diesel und Fuel Oil, d.h. sie wird importiert.

Was das Gas betrifft, so produziert Kuba täglich drei Millionen Kubikmeter. Zwei Millionen davon werden zur Energieerzeugung verwendet. Der Rest geht an die Haushalte, hauptsächlich im Gebiet westlich der Hauptstadt.

Zu den Plänen bis 2030 gehört die Modernisierung der existierenden Raffineriekapazitäten. Photo: JUAN ANTONIO BORREGO

Man geht davon aus, dass ab 2016 der nationale Bedarf an Elektrizität ansteigt. Unter den Hauptfaktoren, die dazu führen, sei das höhere Niveau an Investitionen imLand zu nennen, sagte López Corzo. Hinzu kämen die Ausbreitung der privaten Geschäfte, der Anstieg des Touristenstroms das ganze Jahr über, die größere Zahl an elektrischen Haushaltsgeräten, das Wachstum des Industriebereichs und auch die klimatischen Bedingungen, die dazu führten, dass es in jedem Jahr heißer werde.

All diese Elemente stellten Cupet vor eine große Aufgabe: Die Produktion von Erdöl und Gas in Kuba zu erhöhen.

 
WO DAS KUBANISCHE ERDÖL ZU FINDEN IST

99 % der nationalen Erdölgewinnung konzentriert sich auf dem sogenannten Nordstreifen des schweren Rohöls. Hier handelt es sich um eine Gebiet von 750 Quadratkilometern, das zwischen Havanna und Varadero (Matanzas) liegt.


Der stellvertretende Direktor von Cupet, Roberto Suárez Sotolongo, führte aus, dass in den letzten 15 Jahren über 245 Millionen Barrel gefördert worden seien. Gegenwärtig befänden sich viele Felder im Niedergang aber die Ausdehnung anderer habe es ermöglicht, dass Fördervolumen in den letzten 12 Jahren konstant zu halten.

„In dieser Zone verfolgt Cupet die unmittelbare Strategie der Erdölerkundung, denn trotz der Jahre, in denen hier bereits gefördert wurde, gibt es noch Reserven, auf die man zurückgreifen kann“, sagte López Corzo.

„ Kuba hat nicht genügend finanzielle Ressourcen um in off shore Feldern zu operieren, deren Entwicklung Investition in Milliardenhöhe erfordern würde. Die Kosten eines einzigen Bohrlochs in einer Wassersäule von über 1.500 Metern können sich auf 200 bis 300 Millionen Dollar belaufen. Um aber irgend ein Feld entwickeln zu können, muss man mindestens 10 Bohrlöcher durchstechen. Hinzu kommen noch die Kosten für Installationen unter Wasser Installationen auf der Wasseroberfläche oder flottierende und die der Operationen.

Man kann also davon ausgehen, dass die Produktionskosten für ein Barrel Erdöl in kubanischen Gewässern 20 bis 30 US-Dollar betragen würden. Zur Zeit bekommt man für Rohöl auf dem Markt 45-50 US-Dollar, so dass die Rentabilität eines solchen Prozesses niedrig wäre“, führte er aus.

Er fügte hinzu, dass seit dem laufenden Jahr und bis 2020 der größte Teil der Förderung sich auf das Gebiet zwischen Havanna und Santa Cruz del Norte konzentrieren werde, denn Studien hätten ergeben, dass in besagter Zone eine 17% und eine 18% Chance auf Erfolg bestehe ( was in solchen Fällen eine hohe Wahrscheinlichkeit darstellt).

„Außerdem“, so fuhr López Corzo fort „werden fünf oder sechs Probebohrungen an Land durchgeführt, und es werden Löcher in den Gebieten geöffnet, die positive Ergebnisse versprechen. Angesichts der Dringlichkeit Erdölvorkommen außerhalb dieses Bereichs zu finden, wurden Erkundungsstudien gemacht, die gezeigt haben, dass es andere Zonen gibt, wo man Vorkommen finden kann.

Probebohrungen, die über 500 km weiter entfernt östlich stattgefunden haben, sowie das Austreten von Erdöl an der Oberfläche zusammen mit den charakteristischen geologischen Formationen, die an der Oberfläche auftreten, erlauben es davon auszugehen, dass ähnliche Vorkommen in einem großen Teil des kubanischen Archipels bestehen.

Was die Pläne bis 2030 betrifft, so unterstrich Suárez Sotolongo folgendes: das Ressourcenvolumen an Land und in flachen Gewässern zu erhöhen ebenso wie das Niveau bei der Wiederbelebung der existierenden Vorkommen, indem man verbesserte Technologien anwendet, die Erkundungsprozesse beschleunigt, die Auswertung und Entwicklung der Reserven ind der Wirtschaftlichen Exklusivzone und die Erkundung in der zentral-östlichen Zone des Landes beginnt.

Hinzu kommt die Modernisierung der bestehenden Raffineriekapazitäten, die Verbesserung der Qualität des nationalen Brennstoffs auf internationalen Standard, die logistischen Operationskosten optimieren und die Lagerungskapazität der Produkte im Land erhöhen.“

Er erklärte außerdem, dass man beabsichtige, den Ausbau der Raffinerie in Cienfuegos fertigszustellen – mit den Raffinerien in Havanna, Cabaiguán (Sancti Spiritus) und Santiago de Cuba eine der vier, die im Land in Betrieb sind.

MÖGLICHKEITEN FÜR INVESTITIONEN UND GESCHÄFTE

 Seit September 2015 kam es zu einem dramatischen Fall der Preise für Erdöl. Wenn die Preise fallen, streichen die Unternehmen logischerweise ihre Investitionen. Aus diesem Grund sei zur Zeit die Ausgangslage ausländische Unternehmen dafür zu gewinnen, nicht sehr günstig, sagte Robero Suárez Sotolingo weiter.

Trotzdem sei das kanadische Unternehmen Sherritt der größte Investor auf der Insel.Außerdem habe man Verträge mit Unternehmen aus Russland und anderen Ländern unterzeichnet.

„Zu den wichtigsten Geschäften im Erdölbereich gehört die Unterzeichnung eines Vertrags mit Produktionsbeteiligung zwischen Cupet und der MEO Australia Limited im September 2015, aufgeteilt in zwei Unterperioden zur Exploration von zwei Jahren für jeden der Vertragspartner“, erklärte Suárez Sotolongo.

Die erste, die im November 2017 zu Ende gehe, sei der Überprüfung und Prozessierung von 100 Kilometern bestehender seismischer (2D), der Auswertung der Daten von Bohrlöchern der Gegend, der Gewinnung geochemischer Proben und der Durchführung neuer 200 km seismischer 2D gewidmet.
MEO – ein kleines Unternehmen, das an der Börse von Melbourne quotiert und über seine Operationen Bericht erstattet, hat neben dem Block 9 in Kuba, im Norden der Insel zwischen Matanzas und Villa Clara, ein offshore Projekt in Australien und ein anderes in Neuseeland.


Suárez Sotolongo erwähnte, dass die Mitteilungen, die diese Unternehmen der Presse geben, es ermöglichen, deren Aktionäre zu informieren, den Wert der Aktien zu erhalten und eventuell Kredite zu beantragen. MEO habe auf der Basis der Auswertung und Wiederaufarbeitung der von Cupet erworbenen verfügbaren Information über den Block 9 und andere benachbarte Zonen gearbeitet.

In diesem Zusammenhang habe MEO am 29. Juni Cupet einen Vorschlag für eine Pressemitteilung über die Ergebisse der im Block 9 durchgeführten Vorarbeiten zur Prüfung eingereicht, der genehmigt und am 7. Juli 2016 veröffentlicht wurde, um den methodologischen Standards der Aktivität über die Einschätzung potentieller Reserven und der für dieses Prozedere akzeptierten Terminologie zu entsprechen.

Trotzdem hätten seit dem 29. Juli einige digitale Medien die Pressemitteilung verzerrt wiedergeben und sie als die „Ankündigung einer Entdeckung von Erdöl von hoher Qualität“ bekanntgegeben. Sie erwähnten aber an keiner Stelle die ursprüngliche Mitteilung und auch nicht, dass keines wichtigsten Fachmedien dieser Industrie darauf eingegangen sei.

Er sagte weiter, dass besagte Medien Grafiken und Originalbilder der Pressemitteilung benutzt und mit Mitgliedern des MEO Vorstands durchgeführte Interviews aus dem Zusammenhang gerissen hätten...

„Zusammen mit den Unternehmen, die Verträge über Erkundungen in Kuba unterzeichnet haben, gibt es weitere, die sich in der Periode der Auswertung der Blöcke und der Daten des Landes befinden und aus denen zwischen 2016 und 2017 offizielle Verträge hervorgehen können“, führte er aus.

Was sie Investitionsmöglichkeiten angehe, hob Suárez Sotolongo unter anderem die Erkundung und die Produktion der an Land und in flachem Wasser gelegenen Blöcke hervor.