OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Ismael Batista

DIE FRAU IM HEUTIGEN KUBA UND DER FMC ...

Wir stehen in ständigem Austausch mit den Frauen, um die beste Möglichkeit zu suchen, auf jede ihrer Besorgnisse einzugehen.

Zweifellos ist die Tatsache, dass die Bevölkerung so alt wird, eine Herausforderung, denn die Betreuung dieser 19,4% der Gesellschaft, die alt und pflegebedürftig ist, liegt in den Händern der Frauen.

Deswegen steht eine Frau, die auch soziale Aufgaben übernimmt, oft in dem Konflikt, ob sie auf dem Arbeitsmarkt verbleibt oder zuhause die Pflege dieser Personen übernimmt.

Glücklicherweise gibt es in Kuba ein Netz zur Betreuung ( die Altenheime z.B.) und andere Maßnahmen, die die Regierung in die Wege geleitet hat, um diesen neuen soziodemographischen Realitäten gerecht zu werden.
Und es ist unsere Aufgabe dazu beizutragen, dass wenn immer eine alter Mensch allein ist, Sozialarbeiter sich darum kümmern, dass er seine Medikamente hat und die hygienischen Verhältnisse gewährleistet sind.

Ein Problem ist, dass die Nachfrage nach Plätzen in Kitas höher ist als das Angebot. Das liegt daran, dass die Mehrzahl der Frauen eine Beschäftigung hat, entweder im staatlichen oder nicht-staatlichen Bereich .... Aber die Arbeiterinnen aus beiden Sektoren haben das Recht auf einen Platz in der Kita.

Deswegen arbeiten wir heute mit der Regierung und einer speziellen Kommission auf der Suche nach Alternativen zusammen, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Ein Teil des Bedarfs wird durch privates Betreuungspersonal gedeckt, aber das ist nicht ausreichend. Die Preise liegen außerdem oftmals über dem, was sich eine Familie leisten kann.

Das sind Themen, denen wir eine große Aufmerksamkeit widmen. Viele Organismen sind an der Durchführung der öffentlichen Maßnahmen beteiligt, um diesen Bedürfnissen entgegenzukommen...

Die Aktualisierung des Wirtschaftsmodells stellt auch neue Herausforderungen, die die Frauen annehmen. Die Verschiebung von staatlichen Angestellten in den nicht-staatlichen Sektor stellt eine Herausforderung dar. Der FMC arbeitet in den „Häusern zur Orientierung der Frau und der Familie“ mit Schulungungsprogrammen, die dazu beitragen, mit dieser neuen Betriebsform zurechtzukommen.

Außerdem überprüfen wir, wie die Arbeiterinnen im nicht-staatlichen Bereich zurechtkommen und stehen im Austausch mit ihnen.

Das kubanische Arbeitschutzrecht schützt die Frau in diesem Sektor. Es ist festgelegt, dass wenn jemand eine Person einstellt, es zwischen ihnen einen Arbeitsvertrag geben muss und dass der Beitrag, den diese Frauen zur Sozialversicherung leisten, ihnen das Recht auf Mutterschutzurlaub gibt.

Aus den Ergebnissen, die sich aus den Diskussionne mit den Frauen ergeben haben, überprüfen wir zur Zeit, wie man dieses Recht und alles, was mit staatlichen Leistungen zu tun hat, besser schützen kann

GEWALT GEGEN FRAUEN...

Der Gewalt gegen Frauen ganz allgemein entgegenzutreten war immer einer der Inhalte des Verbandes. Es gibt jedoch immer noch Gewalt gegen Frauen, hauptsächlich vom psychologischen Gesichtspunkt aus, dass man ihre Fähigkeiten geringschätzt, sie unterschätzt.

Deswegen haben wir zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft eine Telefonlinie eingerichtet, damit die Frauen unter drei verschiedenen Telefonnummern die entsprechende Abteilung der Polizei erreichen können, um Anzeige zu erstatten und sofort entsprechende Maßnahmen unternommen werden können.

DER JAHRESTAG ...

Wir haben ihn unserer Jugend und dem 90. Geburtstag des Comandante en Jefe Fidel Castro gewidmet.

Im Laufe des Jahres konnten wir über 37.000 neue Mitglieder aufnehmen. Wir erinnerten uns der vielen Aufgaben, die die Organisation übernommen hat, z.B. an den ersten Abschlussjahrgang der Ana Betacourt Schulen, wo über 14.000 Bäuerinnen im Schneiderhandwerk ausgebildet wurden. Aber sie haben nicht nur gelernt, wie man schneidert, sondern sie haben auch erfahren, was ihre Rechte sind und wie sie die Chancen nutzen konnten, die die Revolution ihnen bot.

Der FMC hat heute über 4 Millionen Mitglieder, das sind 90,6% der weiblichen Bevölkerung über 14 Jahre. Das ist die größte Kraft, über die wir verfügen: die Fähigkeit, mit allen Frauen unabhängig von ihrer Schulbildung, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Neigung im Austausch zu stehen.

Wir versuchen immer herauszufinden, wie sie sich beteiligen möchten und passen unsere Inhalte an ihre Bedürfnisse an. Natürlich macht die Arbeit der Vorbeugung und der sozialen Betreuung, die Arbeit mit der Familie und die Arbeit für gleiche Rechte und Chancen unser Wesen aus; aber wie das geschieht, hängt von ihnen ab, in den Orten, wo sie organisiert sind.

Natürlich tragen die Mitglieder mit ihrem Monatsbeitrag zur Arbeit bei. Aber diejenigen, die gerne Mitglied sein möchten, aber keine Möglichkeit sehen, den Beitrag zu zahlen, werden aufgenommen. Denn die öffentliche Politik, die wir vorantreiben, die Workshops, die Anhörungen, die wir in der Gemeinde machen, richten sich an alle Frauen und wir vertreten deren Interessen und Rechte, auch wenn sie keinen Mitgliedsausweis haben.

Seit 1997 hat der FMC Beratungsstatus als Nichtegierungsorganisation bei den Vereinten Nationen. Dank dessen haben wir sowohl mündlich als auch schriftlich Beiträge zur Verteidigung der kubanischen Regierung vorgelegt. Aber wir haben dies auch in Verteidigung der Frauen Palästinas und Syriens getan... Außerdem stärken wir unsere Basisorganisationen jedes Jahr mehr, denn es besteht kein Zweifel daran, dass unsere wichtigste Bühne die Gemeinde ist, und von dort aus müssen wir unsere Strukturen kräftigen.

Wir haben die Verbindungen zum Erziehungsministerium verstärkt und dies hat uns ermöglicht, in die Schulen zu gehen und mit den jungen Mädchen Themen wie Schwangerschaft, Pubertät, Sucht, verschiedene Gesundheitsprogramme oder die symbolische Gewalt, wie sie von den Kommunikationsmedien ausgeht, zu behandeln.

Wir verteidigen mit Vehemenz, das man nicht über die Leistungen der Revolution sprechen kann, wenn man nicht sagt, dass die Emanzipation der Frau eine der bedeutendsten war. Was ist ein größerer Beweis dafür, als die Tatsache, das 48.86% der Mitglieder unserer Nationalversammlung Frauen sind? Und 42% der Mitglieder des Staatsrats? Und von den 17 Mitgliedern des Polibüros sind vier weiblich.

Zu unseren wichtigsten Anliegen gehört es, die Revolution zu verteidigen; denn wenn wir vergleichen, was wir waren und was wir jetzt sind, gibt es dazu keine Alternative.

DISKRIMINIERUNG DER FRAU IN KUBA...

Ich würde eher vom immer noch vorhandenen Macho-Verhalten sprechen, von Verhaltensweisen, die die Rolle, die die Frau ausüben kann, unterschätzen und die Überreste von über 500 Jahren patriarchalischer Kultur sind. Jedoch ist sich die Mehrheit der kubanischen Bevölkerung bewusst, was Gleichheit an Rechten und Chancen bedeutet.
Als z.B. die Verfassung der Republik entstand sagte man: Die Frauen sollen die gleichen Rechte und Chancen haben wie die Männer.

D.h. der Bezugspunkt waren die Männer und dort wollten wir hin. Das war das irrige Konzept von Gleichheit.

Als man im Jahr 92 eine Verfassungsreform machte, hatte sich das geändert. Jetzt hieß es: Frauen und Männer haben die gleichen Rechte und Chancen.

Und wenn eine Frau sagt, sie werde diskriminert, begeht sie einen Irrtum, denn es bestehen alle möglichen Räume, die geschaffen wurden, bei jedem Vorfall, der ihre Würde verletzt, dagegen vorzugehen. Wenn noch Spuren zu erkennen sind, ist es notwendig, diese aufzuzeigen und dagegen vorzugehen. Wenn der Präsident des Landes in seinem Bericht zum 7. Parteitag der Emanzipation der Frau und deren Rolle in der Gesellschaft einen Raum widmete, wird es für jeden sehr schwierig sein, vom institutionellen Gesichtspunkt aus, zu sagen, wir könnten keine Verantwortung übernehmen.

Ich glaube, dass die kubanische Frau ein Symbol für das ist, was man erreichen kann. Ich glaube, wir alle sind wichtig. Auch heute, wenn die Aufgabe, die wir haben darin besteht, eine souveräne, unabhängige, demokratische, sozialistische, gedeihliche und nachhaltige Nation aufzubauen, nehmen wir eine bedeutsame Rolle ein.