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Kuba hat bisher 360 Cochlea-Implantate vorgenommen, hauptsächlich bei Kindern, die alle mit sehr guten Ergebnissen verlaufen sind. 30 Patienten sind Taubblinde, erklärte Dr. Antonio Paz Cordovez, ein Vorreiter in diesem chirurgischen Vorgehen auf der Insel.

Paz Cordovez, Leiter der HNO-Abteilung des Krankenhauses Hermanos Ameijeiras von Havanna, erinnerte in seinem Exklusivinterview für ACN daran, dass diese Interventionen in Kuba im Dezember 1997 ihren Anfang nahmen, obwohl bereits im Jahr 1987 ein Implantat vorgenommen worden war.
Obwohl im Jahr 1998 beschlossen wurde, die ersten 21 Patienten im Hermanos Ameijeiras zu operieren, entstand das kubanische Cochlea-Implantat-Programm ab dem Jahr 2005, auf Initiative des Führers der Revolution, Fidel Castro, mit dem Ziel, die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern, denen eine effektive Unterstützung für ihre individuelle und soziale Entwicklung zuteil wird.

Paz Cordovez wies darauf hin, dass aufgrund der bemerkenswerten Erfolge auf diesem Gebiet und als Zeichen der weltweiten Anerkennung, in Kuba die Iboamerikanische Gruppe der Cochlea-Implantate gegründet wurde.

Paz Cordovez, der auch Präsident der kubanischen Gesellschaft für HNO-Heilkunde ist, erläuterte, dass das Verfahren die Funktion des Innenohrs zu ersetzen sucht, dh akustische Signale in elektrische Impulse verwandelt, die den Hörnerv direkt stimulieren.

Ein solcher Typ von Hör-Neuroprothese macht es möglich, dass Kinder mit hochgradigem Hörverlust, der auf die Cochlea zurückzuführen ist, die orale Sprache entwickeln und dass Erwachsene mit postlingualer Taubheit ihr Hörvermögen wiedererlangen.
Der Experte hob hervor, dass die bei diesem Vorgehen verwendeten Apparate von zwei der weltweit führenden Unternehmen in diesem Bereich kommen und kündigte an, dass bereits damit begonnen wurde, simultane bilaterale Cochlea-Implantate bei jenen Patienten vorzunehmen, die die medizinischen Anforderungen dafür erfüllen.
Diese in den Industrieländern angewendete Operationstechnik wird an beiden Ohren zugleich durchgeführt. Der Experte sagte weiterhin, dass über das Unternehmen der Kubanischen Medizinischen Dienste bereits das Cochlea-Implantat-Programm für Ausländer gestartet worden ist, das ebenfalls helfen wird, die Entwicklung dieses Bereiches auf der Insel zu fördern.

Kuba, das großes Ansehen genießt und weltweit eines der Länder mit der höchsten Anzahl von implantierten Taubblinden ist, wird seine Fortschritte auf diesem Gebiet auf dem 35. Panamerikanischen Kongress für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Kopf- und Hals-Chirurgie vorstellen, der vom 13.bis 16. Juni in Havanna stattfinden wird. (ACN)