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Die Sonderentwicklungszone ZEDM ist die erste ihrer Art in Kuba und einer der Anziehungspunkte der Fihav. Photo: Yander Zamora

Drei Jahre nach Ingangsetzung präsentierte die Sonderentwicklungszone Mariel (ZEDM) gestern die ersten acht Unternehmen in einem Projekt, das zu einem der Hauptmotoren der kubanischen Wirtschaft werden soll.

Die Gruppe, die aus fünf Unternehmen mit 100% ausländischem Kapital, zwei kubanischen und einem joint-venture Unternehmen besteht, kam auf der Internationalen Messe Fihav zu einer Pressekonferenz zusammen.

Luis Alberto González, der Präsident von Richmeat, einem mexikanischen Unternehmen für Fleischprodukte, das seit 15 Jahren Beziehungen zu Kuba unterhält, erklärte, dass seine Fabrik in der ZEDM 1000 Tonnen im Monat produzieren werde. Außerdem würden zwischen 25 bis 45 Kubaner dort einen Arbeitsvertrag bekommen.

Am Anfang würden die Rohstoffe noch aus Mexiko kommen, aber man strebe eine produktive Verkettung mit dem kubanischen Markt an.

Das deckt sich mit der Vorstellung von Antonio Vicens, Vorstandsmitglied des spanischen Profood Unternehmens, der bekanntgab, dass man bereits mit kubanischen Produzenten im Gespräch stehe, um diese in die Nahrungsmittellieferung für die Hotels zu integrieren. „Das Ziel ist, auf 60% nationale Rohstoffe zu kommen“, sagte er.

Jaime Murow, der Vertreter des mexikanischen Unternehmens Devox, das sich der Herstellung von Farben und besonderen Beschichtungen widmet, erklärte, dass der Hauptbestandtteil seiner Produkte Wasser sei, weswegen es sehr viel praktischer sei, am Bestimmungsort zu produzieren.

Die Fabrik mit deren Bau im November oder Dezember in Mariel begonnen werden wird, ist mit Spitzentechnologie ausgestattet und umweltfreundlich, da sie hauptsächlich mit Sonnenenergie arbeitet. BDC Log und BDC tec sind zwei belgische Unternehmen die in Mariel vertreten sein werden. Ersteres ist ein Logistik- und Transportunternehmen und in dem zweiten werden unter anderem Temperatursensoren und Wasserbereitungssysteme montiert.

Brascuba ist das einzige joint venture Unternehmen, das hier vertreten ist und sein Ziel ist, eine Zigarrenfabrik zu installieren, die nicht nur für den kubanischen Markt und den Tourismus, sondern auch für den Export produziert und dabei die Vorteile nutzt, die der Hafen von Mariel bietet.

Das Unternehmen für Logistikdienste Mariel ist einer der zwei kubanischen Firmen, die sich bereits mit Lagern zur Frachtabfertigung im ZEDM befinden. Es wird demnächst ein Kühlhaus errichten.

Das andere ist der Containerterminal Mariel, der von PSA International Singapur betrieben wird, einer der Weltführer, was die Verwaltung von Häfen angeht. Sein Generaldirektor, Charles Baker, sagte, dass er sehr zufrieden damit sei, wie sich der Terminal seit seiner Inbetriebnahme im Jannuar vergangenen Jahres entwickelt habe.

Er fügte hinzu, dass man eine Verdopplung der Zahlen von 2014 erwarte, um das Jahr 2015 mit 310.000 abgewickelten Container abschließen zu können.

Baker führte aus, dass Mariel mit Blick in die Zukunft konzipiert worden sei und dass man in diesen zwei Jahren bereits erreicht habe, den Terminal global zu positionieren.

Die Vertreter hoben übereinstimmend das Potenzial des ZEDM hervor, seine Infrastruktur und Dienstleistungen sowohl als Weg, um den nationalen Markt zu erreichen als auch als Möglichkeit zu anderen Ziele in der Region zu exportieren.

Sie betonten auch die Qualität der Begleitung, die sie durch die Behörden des ZEDM erfahren hätten und sie sahen es als positiv an, dass es nur eine einzige Stelle gibt, in der alle für die Niederlassung in Mariel notwendigen Bearbeitungsschritte kanalisiert werden.

Die Direktorin für die Koordinierung der ZEDM, Wendy Miranda, sagte, dass diese Gruppe erst der Anfang sei und dass man bereits dabei sei unter anderem, weitere Anträgen von Firmen der chemischen Industrie, der Logistik und des Baugewerbes zu bearbeiten.

Sie fügte hinzu, dass das US-Unternehmen Cleber LLC, das landwirtschaftliche Maschinen herstellt, die Genehmigung bekommen habe, sich mit einer Fabrik niederzulassen, in der Traktoren zusammenmontiert werden.

Saul Berenthal, ein Vorstandsmitglied des in Alabama ansässigen Unternehmens bestätigte, dass man auf die Zustimmung des Amts für die die Kontrolle von Auslandsvermögen (OFAC) warte.

Die Blockadegesetzte beschränken weiterhin die Möglichkeit von US-Unternehmen die Chancen zu nutzen, die ihnen die kubanische Wirtschaft bietet.