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Lateinamerika und die Karibik haben sich verpflichtet, die HIV-Neuinfektionen bei Erwachsenen und Jugendlichen bis zum Jahr 2020 um 75 % zu reduzieren, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) und des Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS (UNAIDS).

Dieser und andere Vorschläge wurden auf dem zweiten Forum Lateinamerikas und der Karibik zur Kontinuität der Betreuung von HIV-Infizierten vereinbart, das letzte Woche in Rio de Janeiro, Brasilien, stattfand. An dem Forum nahmen mehr als 150 Vertreter der HIV/AIDS-Programme der Region, von Netzwerken und Organisationen der Zivilgesellschaft, den am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen, Menschen mit HIV, akademischen und wissenschaftlichen Gemeinschaften, Programmen, UN-Agenturen, internationalen Organisationen und bilateralen Gebern teil.

Die Vertreter der teilnehmenden Länder diskutierten die neuen Ziele bei der HIV-Prävention und Null Diskriminierung, die darauf ausgerichtet sind, dass Aids bis zum Jahr 2030 aufhört, eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zu sein.

„Die Neuinfektionen und die Mortalität gehen nicht so schnell zurück, wie wir es wünschten. Die HIV-Epidemie ist weiterhin in bestimmten Bevölkerungsgruppen konzentriert, für die der Zugriff auf die benötigten Dienste problematisch ist“, sagte Marcos Espinal, Director der Abteilung Übertragbare Krankheiten der PAHO / WHO.

Laut dem Bericht wird geschätzt, dass in Lateinamerika und in der Karibik etwa zwei Millionen Menschen mit HIV leben und dass es im Jahr 2014 etwa 100.000 neue HIV-Infektionen in der Region gab.

Von der Erkenntnis ausgehend, dass Vorurteile, Stigmatisierung und Diskriminierung in Verbindung mit HIV/AIDS die Epidemie verschärfen und erhebliche Hindernisse für den Zugriff auf Gesundheitsdienste sind, wurden von den Forumsteilnehmer auch Ziele der Nulldiskriminierung vereinbart, unter anderem: dass keine neuen Gesetze, Verordnungen oder Richtlinien angenommen werden, die verwendet werden können, um Menschen mit HIV oder betroffene Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren; dass alle Länder ein finanziertes Monitoring-System haben, das Diskriminierung von Menschen mit HIV und betroffenen Bevölkerungsgruppen durch Gesundheitspersonal aufdeckt; dass 75 % der Länder die Zahl der Gewalttaten und Hass-Verbrechen gegen HIV-infizierte Menschen, einschließlich LGBTI und Sexarbeiterinnen, reduzieren; und dass 90 % der Länder Systeme, Richtlinien und/oder Schutzgesetze haben, die Mechanismen beinhalten, um Verletzungen der Menschenrechte, einschließlich der in Verbindung mit HIV und betroffenen Bevölkerungsgruppen zu melden und zu beheben.