OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
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CIUDAD DEL CARMEN, Mexiko – Alle stimmen darin überein, dass die Abstimmung in der UNO Vollversammlung ein Triumph für Kuba ist und dass die Zeit gekommen sei, die Aufhebung der Blockade, die Kuba durch die USA seit über fünf Jahrzehnten auferlegt wird, Wirklichkeit werden zu lassen. Lateinamerikanische Intellektuelle und solche aus anderen Regionen, die in Mexiko zu einer Martí-Veranstaltung versammelt waren, äußerten sich Granma gegenüber zum jüngsten Abstimmungsergebnis.

ETWAS ÜBERWÄLTIGENDES …

Mario Alberto Najera, Professor an der Lateinamerikanischen José Martí Universität von Monterrey, Mexiko, und Koordinator des Internationalen Netzes von Martí-Lehrstühlen: „Ich bin über die UNO Abstimmung der Meinung, dass die Tatsache, dass 191 Länder Kuba unterstützten, während lediglich zwei, die USA und Israel, sich der Stimme enthielten, zunächst einmal etwas Überwältigendes an sich hat. Es beweist, dass die Blockade völlig anachronistisch und verabscheuungswert ist. Das, was auffällt, ist, dass die Vereinigten Staaten und ihr treuester Verbündeter Israel eigentlich mit dieser Enthaltung sich für die Beibehaltung der Blockade aussprechen. Damit soll verleugnet werden, dass diejenigen, die Kuba bestraft haben, dies auch weiterhin tun werden und das kann man nicht verbergen. Ich glaube daher, dass dieEnthaltung seitens der US-Regierung und Israels nichts weiter als ein Votum für die Fortsetzung der Blockade ist. Ich habe die Meinungen in verschiedenen Medien und Zeitungen gelesen, aber meiner Auffassung nach hat man diesen Punkt nicht genügend berücksichtigt. Was mich angeht, so ist dieses Votum reine Demagogie.“

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ES IST EIN WIDERSPRUCH …

Frei Betto, brasilianischer Theologe: „Ich bin sehr glücklich über das Abstimmungsergebnis in der UNO und darüber, dass zwei Länder, die immer zugunsten der Blockade votiert hatten, sich zum ersten Mal der Stimme enthalten haben. Dennoch ist es ein Widerspruch, dass die Vereinigten Staaten diese Position einnehmen, denn ihr Präsident Barack Obama hat sich explizit gegen die Blockade ausgesprochen. Ich hoffe allerdings, dass es im Oktober 2017 zu keiner weiteren Abstimmung kommen muss und dass bereits zuvor der US-Kongress die Blockade, die zum längsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit geführt hat, vollständig annulliert und abgebrochen haben wird.“

DIE BLOCKADE BLEIBT DIE GLEICHE

Dr. José Antonio Ruz Hernández, Rektor der Autonomen Universität von Ciudad del Carmen, Mexiko: „Ich glaube, dass wir es hier mit einer politischen Botschaft zu tun haben, da die USA, die immer die Blockade gefördert hatten, sich jetzt enthalten haben, obwohl die Blockade die gleiche bleibt. Will sagen: Die Blockade ist nicht abgeschafft und damit ungelöst.“

ES IST VIEL HEUCHELEI IM SPIEL …

Dr. Juan Marchena Fernández, Koordinator des Zentrums für Höhere Studien zu Lateinamerika und der Karibik der Universität Pablo de Olavide in Sevilla, Spanien: „Es gibt viel Heuchelei auf Seiten der Vereinigten Staaten. Es hat international eine sehr klare Ablehnung der Blockade gegeben und man versteht nicht, wie es zu zwei Enthaltungen kommt. Sie haben sehr viele Jahre damit verbracht, die Blockade zu verhängen, um jetzt zu dieser Enthaltung zu gelangen. Das zeigt die wahre Heuchelei dieses Landes, wobei das, was es tun müsste, die definitive Aufhebung der Blockade ist.“

WIR KÖNNEN NICHT VERTRAUEN …

James Cockcroft, kanadischer Professor, Buchautor und Mitglied der Internationalen Koordination in Verteidigung der Menschheit: „Ich denke, dass beiden Länder, den Vereinigten Staaten wie auch Israel, klar ist, dass ihre Politik von Willkür geprägt ist, während Kuba ein von allen Nationen der Welt anerkanntes Land ist. Außerdem bedeutet der Umstand, dass zwischen Kuba und den USA die diplomatischen Beziehungen wiederhergestellt wurden, nicht, dass alles gelöst ist. Wie bereits der Che sagte: >Wir können nicht das kleinste Bisschen dem vertrauen, was die US-Regierungen tun.<“