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Eine Bienenelfe, auch Kubaelfe, Hummelkolibri oder Elfenkolibri genannt

Der Archipel Sabana-Camagüey ist die größte Inselgruppe im Umkreis der Insel Kuba. Er erstreckt sich entlang der Nordküste der Zentralregion über 465 Kilometer.

Diego Velázquez gab der Reihe der mit natürlicher Schönheit gesegneten kleinen Inseln parallel zur Küste Anfang des 16. Jahrhunderts zu Ehren des damaligen Königs von Spanien, Ferdinand II., den Namen Jardines del Rey (Gärten des Königs).

Die hauptsächlich von kleinen Bäumen und Mangroven bewaldeten Cayos Coco, Guillermo, Paredón Grande, Antón Chico und Media Luna, mit z.T. unberührten Stränden von einer Gesamtlänge von über 40 Kilometern, gehören zum Biosphärenreservat Buenavista.

Diese Inseln am Atlantik sind die Heimat von über 200 Vogelarten aus 14 Vogelgruppen, einschließlich Zugvögeln, Landvögeln und endemischen Arten, was ein großes Potenzial für den Naturtourismus in diesem Gebiet darstellt.

Um diesen natürlichen Reichtum zu schützen, gibt es seit 1991 das Forschungszentrum für Küstenökosysteme (CIEC), das durch Überwachung und Umsetzung von Managementplänen die biologische Vielfalt der Region studiert und zu deren Erhaltung beiträgt.

Eines der Profile der multidisziplinären Forschungsgruppe beinhaltet das Studium, den Schutz und die Erhaltung der Vogelwelt der Region.

Ein Rotkappenspecht

Die kleinen Inseln sind permanente oder temporäre Schutzräume für Vögel aus anderen Gebieten Kubas wie auch für die, die auf der Suche nach einem milderen Klima aus fernen Gebieten kommen.

Bisher sind 234 Vogelarten gesichtet worden, mehr als 63 Prozent der im ganzen Land registrierten. Ein erheblicher Anteil davon sind Zugvögel, da sich das Gebiet auf einem bedeutenden Vogelflug-Korridor befindet.

Aufgrund ihrer Lage im Golf von Mexiko ist die Gegend ein wichtiger Ort für die Winterresidenz von Zugvögeln. Das betrifft nicht nur die, die den Winter hier verbringen, sondern auch die, die sich hier nur kurz aufhalten und dann nach Süden weiterfliegen.

Andere Zugvögel bilden, zum Beispiel auf Cayo Grande Paredón, permanente Gemeinschaften, da sie günstige Futter- und Fortpflanzungsbedingungen vorfinden, so der Flötenregenpfeifer und der Bahama-Vireo.

Der Biologe Antonio García erklärt, dass diese beiden karibischen Vogelarten in Kuba nur an diesem Ort vorkommen. Im nördlichen Teil der Cayos Coco, Guillermo und Paredón dagegen befindet sich der wichtigste Möwen-Nistplatz der Karibik, insbesondere für die Aztekenmöwe und die Rußseeschwalbe.

Cayo Coco, eines der kubanischen Szenarien mit der höchsten Vogelartenvielfalt, zeichnet sich durch eine große Kolonie von Rosaflamingos aus, jenes „im Detail hässlichen und gleichzeitig unerschütterlich schönen Vogels“, wie ihn der berühmte US-amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway beschrieb.

In diesen Gebieten leben einige endemische Juwelen der Insel wie die Zapata-Ammer, der Cartacuba oder Vielfarbentodi, der Kuba-Mückenfänger, der Kubanische Grünspechtoder Blutfleckspecht, der Forns-Waldsänger, die Gundlach-Spottdrossel und der Kubanische Schwarzbussard, unter anderem.

Der Gelbfuß-Regenpfeiffer, eine einheimische Art der Jardines del Rey

In diesem Teil des Großen Nördlichen Feuchtgebietes von Ciego de Avila sind auch der Schneesichler (coco blanco oder ibis blanco – wörtlich weiße Kokosnuss oder weißer Ibis) heimisch, ein schlaksiger Vogel, dem Cayo Coco seinen Namen verdankt, sowie der Amerikanische Schlangenhalsvogel, der Wellensittich, der Schwarzgimpelfink, die Antillengrackel, verschiedene Kolibriarten und viele mehr.

Dem Rotkappenspecht, dem Kubanischen Grünspecht und dem Goldspecht stehen auf der ganzen Inselgruppe nur 16 Königspalmen (Nationalbaum Kubas) zur Verfügung, um ihre Nester zu bauen, Löcher, die auch zwölf weiteren Vogelarten als Höhlen dienen, darunter der Kubaeule und der Styxeule.

García hob hervor, dass sich die Studien derzeit auf den Bahamavireo, die Zapata-Ammer und die Gundlach-Spottdrossel konzentrieren, da es sich bei ihnen um Arten handelt, die verschwinden könnten, wenn ihr natürlicher Lebensraum nicht bewahrt wird.

Weil die Region viele natürliche Schönheiten wie Strände mit kristallklarem Wasser und feinem Sand aufzuweisen hat, wird seit ca. 20 Jahren das Touristenziel Jardines del Rey entwickelt, das inzwischen zu den wichtigsten Kubas zählt.

Deshalb führen die Spezialisten des CIEC ständig Umwelt-Beobachtungen durch, um Veränderungen feststellen und die Reaktion der Vögel auf den Bau der Tourismuseinrichtungen erkennen zu können.

Die Cayos im Norden der 430 km östlich von Havanna gelegenen Provinz Ciego de Avila nehmen jedes Jahr auch am Festival für endemische Vögel der Karibik teil, das aus Anlass des Tages der Artenvielfalt immer im Mai stattfindet.

Die Veranstaltung dient dazu, Wissen über die einheimische Vogelwelt zu verbreiten, um soziales Bewusstsein für die Notwendigkeit ihres Schutzes zu schaffen, da mehr als 26 Prozent der die Karibik bewohnenden Vögel endemisch sind.

Tausende von in- und ausländischen Touristen erfreuen sich jährlich an Vogelbeobachtungen auf dazu eingerichteten Pfaden in denJardines del Rey. Umso mehr Bedeutung kommt der Umwelterhaltung dort zu, wo eine Tierwelt zuhause ist, die mit ihrem Gesang und ihrem bunten Gefieder die Landschaft so sehr verschönert.

* Prensa Latina-Korrespondent in Ciego de Avila.