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Foto:  Rusia Today entnommen

Der russische Energieminister Sergej Ziwiliow erklärte am Donnerstag, Russland bereite die Entsendung eines zweiten Öltankers nach Kuba vor, inmitten der schweren Energiekrise des Landes, die durch US- Blockade hervorgerufen wurde.
 „Gestern fand in St. Petersburg ein wichtiges Treffen statt. Kubanische Vertreter nahmen daran teil. Kuba befindet sich unter einer totalen Blockade; es ist isoliert. Woher kam die Öllieferung? Ein russisches Schiff hat die Blockade durchbrochen. Jetzt wird der zweite Tanker beladen. Wir werden die Kubaner nicht in dieser Notlage zurücklassen“, bekräftigte Ziwiliow.

Russisches Erdöl erreicht Kuba 
Der russische Öltanker „Anatoli Kolodkin“ ist diese Woche mit rund 100.000 Tonnen  Erdöl als humanitäre Hilfe in Kuba eingetroffen. Das Schiff liegt derzeit im Hafen von Matanzas, und die Entladung hat bereits begonnen.
 Es ist der erste Öltanker, der seit drei Monaten in Kuba ankommt, nachdem die USA Venezuela und Mexiko gezwungen hatten, die Energielieferungen an die Insel einzustellen. Kuba hat seit dem 9. Januar keine Öllieferungen mehr erhalten, was eine Energiekrise auslöste. 
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel dankte Russland am Mittwoch für die Hilfe. „Vielen Dank, Russland. Vielen Dank, Präsident Putin. Vielen Dank an die Besatzung des Tankers ‚Anatoli Kolodkin‘, die uns durch das Anlegen in einem kubanischen Hafen mit ihrer wertvollen Treibstoffladung die Gewissheit einer Freundschaft schenkt, die sich in den schwierigsten Zeiten bewährt hat, wie so oft in der Geschichte“, schrieb er. 
Der kubanische Staatschef versicherte, dass das Entladen des Schiffes bereits begonnen habe und dass anschließend die Verarbeitung, Verteilung und „rationale Verwendung dieser Lieferung“ erfolgen werde, was angesichts der akuten Knappheit zwar unzureichend sei, die Situation aber in den kommenden Wochen allmählich verbessern werde.

Haltung Russlands
Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow erklärte, Moskau sei erfreut über die Ankunft der ersten russischen Öllieferung in Kuba. Peskow betonte, Kuba befinde sich unter „ den Bedingungen einer sehr schweren Blockade“ und benötige Erdölprodukte und Rohöl „für den Betrieb der lebenserhaltenden Systeme im Land, zur Stromerzeugung und zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung“. 
In diesem Zusammenhang erklärte der Sprecher, Russland sehe es als seine Pflicht an, Kuba die notwendige Hilfe zu leisten, und versicherte, Moskau werde sich weiterhin um Öllieferungen an die Insel bemühen. „Angesichts der verzweifelten Lage des kubanischen Volkes werden wir unsere Arbeit fortsetzen. Das kann uns natürlich nicht gleichgültig lassen, daher werden wir in dieser Angelegenheit weiterarbeiten“, sagte er.


Drohung der USA an Kuba 
Am 29. Januar unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Exekutivanordnung, mit der er den nationalen Notstand ausrief. Hintergrund war die angebliche „ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung“, die Kuba nach Ansicht Washingtons für die Sicherheit der Vereinigten Staaten und der Region darstelle. In der Anordnung wird der kubanischen Regierung vorgeworfen, mit zahlreichen „feindlichen Staaten“ zusammenzuarbeiten, „transnationale Terrorgruppen“ zu beherbergen und die Stationierung „hochentwickelter militärischer und geheimdienstlicher Kapazitäten“ Russlands und Chinas auf der Insel zuzulassen. 
Aufgrund dieser Anschuldigungen wurden Zölle für Länder verhängt, die Öl nach Kuba exportieren, und es wurden Vergeltungsmaßnahmen gegen diejenigen angedroht, die gegen die Exekutivanordnung des Weißen Hauses verstoßen.
 Dieser Schritt erfolgt inmitten eskalierender Spannungen zwischen Washington und Havanna, das diese Anschuldigungen stets zurückgewiesen und gewarnt hat, dass es seine territoriale Integrität  verteidigen werde. Der kubanische Präsident erklärte dazu: „Diese neue Maßnahme beweist den faschistischen, kriminellen und völkermörderischen Charakter einer Clique, die die Interessen des Volkes der Vereinigten Staaten für rein persönliche Ziele missbraucht.“
 Am 7. März kündigte Trump an, dass Kuba „bald einen großen Wandel erleben wird“ und dass das Land, wie er hinzufügte, „am Ende des Weges“ angekommen sei. 

Die USA verhängen seit über sechs Jahrzehnten eine Wirtschafts- und Handelsblockade gegen Kuba. Diese Blockade, die die Wirtschaft des Landes schwer beeinträchtigt, wurde nun durch zahlreiche Zwangsmaßnahmen und einseitige Aktionen des Weißen Hauses verschärft.