OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Wir sind auf dem Weg, zu dem, was wir gewählt haben und verteidigen: den Sozialismus Photo: Archivo

Der Sozialismus gleicht dem Menschen, genauso wie der Faschismus die Negierung des Menschen ist. Der Sozialismus ist nicht von Irrtümern freie „Weg“ zum Kommunismus; es ist ein Weg der Gerechtigkeit voller Hindernisse, der von Herausforderungen, Rückschlägen und Fortschritten geprägt ist. „Beim sozialistischen Aufbau sind die Kopfschmerzen eingeplant, die nicht weniger werden, ganz im Gegenteil. Der Kommunismus wird unter anderem eine Aspirin Tablette so groß wie die Sonne sein“ 1

Der Kapitalismus möchte, dass man keinen Glauben an den Menschen hat, den Zynismus verherrlicht und sich vor dem Ego verbeugt, wie Ayn Rand den idealen Menschen des Kapitalismus definierte: „Während der Schöpfer egoistisch und intelligent ist, ist der Altruist ein Trottel, der nicht denkt, nicht fühlt, nicht urteilt, nicht handelt“.2

Im Vorfeld der Französischen Revolution, kam es in Europa zu einer intensiven Schlacht der Ideen bevor die revolutionären Aufstände eine neue Sichtweise auf die Welt eröffneten. Die Aufklärung säte den Samen aus, der die Revolution vorantrieb. Man schuf in ganz Europa einen Konsens, es entstand ein internationaler bürgerlicher Geist. „Jeder Revolution ist eine intensive kritische Arbeit vorausgegangen, eine der kulturellen Durchdringung, des Durchbruchs von Ideen“ 3

Wenn unsere Sicht der Welt durch die Axiologie des Kapitalismus markiert ist,wenn unser Grundprinzip weiterhin darin besteht das Haben unter allen Umständen über das Sein zu stellen, wenn der Egoismus das Kennzeichen ist, das unser Leben bewegt, wenn wir das Elend als eine Art von Fatalismus betrachten und die in Klassen aufgeteilte Gesellschaft als natürlich und unveränderlich ansehen, wenn wir keinen Glauben an den Menschen und an seine Fähigkeit der Hingabe, an seinen Altruismus haben, über was reden wir dann?

Es sind nicht die Raketen, es sind nicht die Armeen und auch nicht nur die Polizeikräfte mit denen die Mächtigen die Herrschaft garantieren, die Verteidigungskräfte des Kapitals befinden sich im Unterbewusstsein der Individuen und sie sind mächtiger als die modernste vom militärisch-industriellen Komplex entwickelte Waffe. Sie machen, dass die Beherrschten gegen ihre eigenen Interessen handeln und Regierungen verteidigen, die sie unterjochen. Es ist schwierig, sich vom narkotisierenden Konsumtraum und dem abscheulichen Individualismus zu befreien.

Das Bildungssystem des Kapitalismus ist konzipiert, um den Menschen für den Kapitalismus zu formen. Es betont den Wettbewerb, das unsolidarische Verhalten, den Individualismus. „ Die Klasse, die über die materiellen Produktionsmedien verfügt, verfügt gleichzeitig auch über die ideologischen Produktionsmittel“. 4

In der kapitalistischen Gesellschaft lebt der Mensch in einer Illusion der Freiheit, er ist eine Ware und unter Waren – denn das ist der Mensch im Kapitalismus – kann es keine Solidarität sondern nur Wettbewerb geben.

Die Einsamkeit eines von der produktiven und Geschäftsmaschinerie zermalmten Menschen ist kennzeichnend für den Kapitalismus, ein verfremdetes menschliches Wesen, das der propagandistischen Gewalt ausgesetzt, Tag und Nacht belagert und von Sirenengesängen umgeben ist, das manipuliert wird und unter dem Zwang steht zu kaufen und Dinge zu kaufen, die er sich oftmals nicht leisten kann oder, die er absolut nicht braucht. Die Lage des Menschen im unterentwickelten Kapitalismus, in dem sein Marktwert völlig geringgeschätzt wird, ist noch schlimmer.

Die natürliche Angst des Menschen sich in die unbekannte Welt der Freiheit zu wagen, wird vom Kapitalismus geschickt ausgenutzt. Der Mensch, der herausfindet, dass es in dieser Welt zwei Optionen gibt, hat angesichts der Beunruhigung, die diese Entdeckung mit sich bringt, zwei Möglichkeiten: entweder er versucht seine verlorene Ruhe wiederzufinden oder er erklärt sich frei und riskiert es, die Welt zu verändern und seine Beziehungen auf Grundlage der Liebe aufzubauen.

Wir Revolutionäre träumen, aber wir leben nicht in den Wolken. Wir träumen, aber wir bauen auf. Wir Revolutionäre müssen Leidenschaft empfinden, mitreißen, machen, dass alle mitarbeiten, diese neue Realität, die im Gange ist, aufzeigen, unsere Doktrin, die auf der Möglichkeit, der Wissenschaft und der Liebe zum Leben, zu den Menschen und zur Natur begründet ist, vermitteln. Wir müssen Umwandler und Rebellen sein.

Marx beschrieb die kommunistische Gesellschaft als ein Zusammenschluss von freien Individuen: „Die einzige Gesellschaft, in der die freie Entwicklung der Individuen nicht mehr nur eine Phrase ist“ 5 , im Kommunismus wird die freie Entwicklung eines jeden die Voraussetzung für die freie Entwicklung aller sein.

Unsere Verfassung definiert in der Präambel die Überzeugung, dass Kuba niemals mehr zum Kapitalismus zurückkehren wird und dass nur im Sozialismus und im Kommunismus der Mensch seine völlige Würde erreicht.

Der erste Artikel der Verfassung macht deutlich klar, dass Kuba ein sozialistischer Rechtsstaat und sozial gerecht, demokratisch, unabhängig und souverän ist und in Artikel fünf wird bekräftigt, dass allein die Kommunistische Partei Kubas, martianisch, fidelistisch, marxistisch und leninistisch die organisierte Avantgarde der Nation ist, die höchste führende politische Kraft der Gesellschaft und des Staates, die die gemeinsamen Anstrengungen beim Aufbau des Sozialismus und beim Voranschreiten hin zu einer kommunistischen Gesellschaft organisiert und Orientierung gibt.

Wir sind auf dem Weg, den wir ausgewählt haben und verteidigen: zum Sozialismus mit seiner Last aus der Vergangenheit und seiner Genese der Zukunft. Der Sozialismus als Weg zum Reich der vollständigen menschlichen Selbstverwirklichung, die Gesellschaft des Wohlergehens, des guten Lebens, nicht nur, was den erreichten Grad von Gerechtigkeit und Gleichheit betrifft, sondern auf alle Indizes der Entwicklung bezogen, als Ergebnis des Fortschritts der Wissenschaft, der Technologie, der Produktionsmittel und Produktivkräfte, frei und hoch qualifiziert: die kommunistische Gesellschaft.

1 Roque Dalton: Sobre dolores de cabeza.
2 Ayn Rand: El manantial. Editorial Grito Sagrado, Buenos Aires, Argentina, 1993, pp. 145-146.
3 Compilación de Gerardo Ramos y Jorge Luis Acanda: Gramsci y la filosofía de la praxis. Editorial Ciencias Sociales, La Habana, 1997, pp.106-107.
4 N. Ivanov, T. Beliakova, E. Krasavina: Karl Marx, su vida y su obra, Godley Books, United, Kingdom, 2011.
5 Karl Marx, Friedrich Engels: The German Ideology, En: MECW. Vol. 5, p. 439.

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