OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Estudio Revolución

LONDON - Im Zuge des Interesses der kubanischen Regierung, die Wirtschafts- und Kooperationsbeziehungen weiter zu stärken und zu diversifizieren und die Beteiligung britischer Unternehmen an den Entwicklungs- und Investitionsplänen unseres Landes zu fördern, führte der Präsident des Staats- und des Ministerrates Miguel Díaz-Canel Bermúdez am Dienstagmorgen ein Gespräch mit der Vereinigung „Initiative Cuba“.

Der Vereinigung, die 1995 ins Leben gerufen wurde und aus der Freundschaft zwischen Baroness Lady John und dem historischen Führer der kubanischen Revolution, Fidel Castro Ruz, hervorgegangen ist, gehören mehr als fünfzig Unternehmen an, die bestrebt sind, einen konstruktiven Dialog zwischen dem Vereinigten Königreich und Kuba herzustellen.

Außer dem Ziel, einen Arbeitsplan für die Förderung der bilateralen Beziehungen zu schaffen, diente diese Einrichtung auch als Raum zur Identifizierung von Möglichkeiten zur Intensivierung des gegenseitigen Handels und der Förderung der Geschäfte zwischen den beiden Ländern.

„Wir wollen einen Neustart der Kuba-Initiative auslösen, um ihr wieder Energie zuzuführen“, sagte David Maxim Triesman, Co-Präsident der Vereinigung. „Und ich bin zu 100 Prozent diesem Zweck verpflichtet“, fügte er hinzu.

Photo: Estudio Revolución

Dann bekundete er das Interesse, im nächsten Jahr eine Veranstaltung in Havanna zu organisieren, was von der kubanischen Delegation begrüßt wurde.

Präsident Diaz-Canel erinnerte seinerseits an die Entstehung der Kuba-Initiative, die, wie der Name schon sagt, „eine Initiative war, die den Beginn einer anderen, stärkeren und engeren Beziehung zwischen der Unternehmerschaft sowie den Sektoren Bildung, Kultur und Sport und der Regierung und den Institutionen Kubas markierte.“

Die Initiative habe den Verdienst, einen Weg eröffnet zu haben, schätzte er ein, „sie hat eine Brücke für Kooperation und Zusammenarbeit geschaffen und ein Erbe hinterlassen, das niemand bestreiten kann“. Daraus resultiere die Wichtigkeit der Durchführung dieses Treffens im Rahmen seines Transitbesuchs in jenem Land.

Gleichfalls dankte er für „das Verständnis und die Anstrengung, die Sie in diesen Jahren unternommen haben, um Kuba zu begleiten.“ Es gebe alle Grundlagen und Möglichkeiten, um auf eine neue Stufe überzugehen, in der intensiver gearbeitet und tiefere Beziehungen konkretisiert werden könnten, kommentierte der kubanische Staatschef.

Bei dem von Diaz-Canel als hervorragend bezeichneten Treffen wurden auch die guten Beziehungen hervorgehoben, die die Insel auf politischer und wirtschaftlicher Ebene mit dem Vereinigten Königreich verbinden, von denen dieser Besuch ein Beispiel sei. Ebenso wurde besonderes Augenmerk auf die Analyse verschiedener Projekte gelegt, die derzeit mit der Kuba-Initiative entwickelt werden, um deren Nutzen und Ergebnisse sowie die bestehenden Probleme und die Lösungswege besser zu ermitteln.

In diesem Zusammenhang lud Díaz-Canel dazu ein, die Präsenz britischer Investoren in Bereichen wie Tourismus, Energie, Biotechnologie und Pharmaindustrie zu erweitern.

Wie nach dem Treffen am Dienstag bekannt wurde, sei nun die weitere Vertiefung der bilateralen Wirtschafts- und Kooperationsbeziehungen, die uns verbinden, eine Herausforderung. Das Potenzial und das gemeinsame Interesse dafür seien gegeben.

IM WESTMINSTER PARLAMENT

Am Nachmittag setzte der kubanische Präsident seine Aktivitäten im Westminster-Parlament fort, wo er mit Baronin Angela Smith de Brasildone und einer Gruppe britischer Parlamentarier zusammentraf, darunter Karen Lee, Koordinatorin der Gruppe für Kuba im Wesminster-Parlament, der mehrere Parteien angehören.

Daran nahmen die Führer beider Kammern des britischen Parlaments und ein Teil der kubanischen Delegation teil, die den Präsidenten des Staats- und des Ministerrates auf seiner internationalen Reise begleiten.

Anwesend waren auch die Mitglieder der Kampagne der Solidarität mit Kuba, die so viel getan haben, um den Weg der Solidarität mit der Karibikinsel zu festigen.

Ihnen allen gegenüber äußerte Díaz-Canel seine Dankbarkeit für die Unterstützung, die sie während der Kampagne zur Befreiung der fünf den Terrorismus bekämpfenden und in US-Gefängnissen zu Unrecht inhaftierten Kubaner und gegen die wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade der US-Regierung leisteten, eine Politik, die von der Regierung des Vereinigten Königreichs nicht gutgeheißen werde und die die Geschäfte zwischen unseren Ländern ernsthaft beeinträchtige.

Photo: Estudio Revolución

Im Laufe des Arbeitstages sprach er auch mit Parlamentariern aus dem House of Lords, insbesondere in Bezug auf Kultur-, Sport- und Bildungsfragen. „Die Blockade kann den Austausch in diesen Bereichen nicht verhindern“, sagte Diaz-Canel. Er schlug vor, „Brücken zu bauen“, die den Austausch in beide Richtungen erlauben.

Inmitten dieser Überlegungen wurden auch neue Vorschläge für zukünftige Austauschmöglichkeiten gemacht. Es bleibt also die Gewissheit, dass nicht einmal die ungerechte wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade, die die nordamerikanische Regierung der Insel auferlegt, diese Art von Nähe verhindern kann.

Bald darauf fand ein herzliches Treffen mit Jeremy Corbyn, Führer der Labour Party, statt. Dort untersuchten beide Seiten die Beziehungen zwischen der Labour Party und der Kommunistischen Partei Kubas, während sie gleichzeitig den gegenwärtig guten Stand der bilateralen Beziehungen zwischen Kuba und dem Vereinigten Königreich feststellten.

BEI GUTEN FREUNDEN

Mit Mitgliedern der Solidaritätskampagne mit Kuba und Gewerkschaftsvertretern, die von der kubanischen Botschafterin im Vereinigten Königreich, Teresita Vicente Sotolongo, „liebe Freunde Kubas“ genannt wurden, fand am Dienstagabend das letzte Treffen des kubanischen Präsidenten statt.

Mit ihnen verbrachte Díaz-Canel Momente von besonderer Bedeutung. „Ich könnte nicht von hier abreisen, ohne mich mit Ihnen zu treffen“, versicherte er ihnen. „Sie haben für Kuba eine ganze Kampagne zur dauerhaften solidarischen Unterstützung organisiert, auch mit einigen Vertretern der kubanischen Gemeinschaft in London. Deshalb war es wichtig, dass ich mich persönlich bedanke,“ sagte er.

Photo: Estudio Revolución

Im Austausch über einige Eindrücke der kubanischen Delegation bezüglich der in London verbrachten Stunden teilte er ihnen mit, dass beide Regierungen gemeinsam den guten Stand der Beziehungen gewürdigt hätten.

In diesem Zusammenhang erinnerte er an den historischen Besuch des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten und Commonwealth im April 2016 in Kuba. Dies sei der erste Besuch eines Außenmisters des Vereinigten Königreichs in Kuba nach dem Sieg der Revolution gewesen und habe den bilateralen Beziehungen neuen Auftrieb gegeben.

„Wir sind gekommen, um der britischen Regierung zu bekräftigen, dass wir all unsere Anstrengungen unternehmen werden, damit diese Beziehungen sich erweitern und wachsen, sich weiter konsolidieren und vermehren und letztendlich bessere Ergebnisse in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht hervorbringen.“

„Und dass dies möglich ist,“ fügte er hinzu, „liegt vor allem daran, dass es eine Grundlage für diesen durchlaufenen Weg einer Beziehung gibt, die von Respekt und Kooperation gekennzeichnet ist.

Ebenso erklärte er, dass die wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade, der Kuba ausgesetzt ist, das Haupthindernis in den Beziehungen zwischen beiden Ländern sei. Desgleichen betonte er die Unterstützung der britischen Regierung für Kuba bei der Bekämpfung dieser einseitigen Maßnahme vonseiten der Vereinigten Staaten, die die Konkretisierung weiterer Entwicklungsprojekte verhindere.

Einen besonderen Dank sprach er den Mitgliedern der dortigen Solidarität für „all die Unterstützung, die sie uns in der Kampagne für die Befreiung der Fünf gegeben haben“ aus.

„Jetzt führen sie ein normales Leben mit ihrer Familie in Kuba, sie arbeiten alle in verschiedenen Bereichen, und wenn wir mit ihnen über die Momente sprechen, die sie während ihrer Gefängnisjahre erlebt haben, kommt ihre Dankbarkeit für die Kampagnen immer klar zum Ausdruck. Sie erinnern sich mit großer Dankbarkeit an die Unterstützungsbewegung, die im Vereinigten Königreich an Stärke gewann, insbesondere die Unterstützung der britischen Gewerkschaften“, erklärte er.

Photo: Estudio Revolución

Eine freundliche und sehr freundschaftliche Atmosphäre habe die verschiedenen Treffen am Dienstag geprägt, sagte er. In allen sei von Vorschlägen zur Verstärkung der Zusammenarbeit die Rede gewesen und in welchen Sektoren dies geschehen könne. In diesem Zusammenhang sei erwogen worden, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Kultur und Sport zu vertiefen.

„Und jetzt sind wir hier bei Ihnen“, sagte er, „was dem Tag einen krönenden Abschluss verleiht. „Ich möchte nochmals Kubas Dankbarkeit für alles bekräftigen, was Sie aus Solidarität getan haben.“

„Was wir in diesem kurzen Aufenthalt und in diesen Treffen gespürt haben, ist Freundschaft und Zuneigung“, sagte er.

Es sei von Einheit gesprochen worden, weil in der wahren Einheit viel Wesentliches eingeschlossen sei. „Trotz der Widrigkeiten, des Drucks, der Versuche einiger, sich einzumischen“, erwog der kubanische Staatschef, „werden wir gemeinsam alle Hindernisse und Einmischung überwinden und aus den Widrigkeiten und aus unser aller Anstrengung heraus werden als bester Triumph die Freundschaft, Solidarität und Kooperation entstehen.“