OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Alberto Navarro. Photo: Endrys Correa Vaillant

Man kann mit allem Respekt über alles sprechen und das stellt eine Konstante in der Arbeit jener dar, die damit beauftragt sind, die Beziehungen zwischen dem kubanischen Volk und den Europäern zu stärken. Das bekräftigte der Botschafter der Delegation der EU in Kuba Alberto Navarro.

EINE ZEIT UM MITEINANDER ZU SPRECHEN

„Am vergangenen Freitag waren drei Jahrzehnte seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und der Europäischen Gemeinschaft (wie die EU früher hieß) vergangen. Infolgedessen befinden wir uns in Festtagsstimmung, ein Fest, um sich zu treffen, miteinander zu sprechen, auf die Vergangenheit zu schauen und gemeinsam die Zukunft aufzubauen“, sagte Navarro.

„Erinnern wir uns, dass obwohl Kuba und Europa sich lange Zeit die kalte Schulter zeigten und es keine vertraglichen Beziehungen gab, sich diese einzigartige Situation ab Dezember 2016 änderte, als beide Seiten in Brüssel den Vertrag über Politischen Dialog und Zusammenarbeit (ADPC) unterzeichneten, der dem sogenannten Gemeinsamen Standpunkt ein Ende setzte, der seit 1996 in Kraft war, und der die Beziehungen zwischen unseren Ländern praktisch eingefroren hatte.

„Nach Inkrafttreten des ADPC im November 2017 verfügen wir heute über einen gesetzmäßigen Rahmen und der Vertrag ermöglicht uns viele Formen des Dialogs und der Zusammenarbeit.

So fand im Mai dieses Jahres in Anwesenheit des kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla und der Hohen Vertreterin der EU für Auswärtige Angelegenheiten und Sicherheit Federica Mogherini der Erste Gemeinsame Rat Europäische Union-Kuba statt. Mogherini hatte die Insel bis zu diesem Datum bereits drei Mal besucht, was das wachsende Interesse für Kuba deutlich macht“.

WIR NÄHERN UNS AN

Im Oktober setzten sich zum ersten Mal Kubaner und Europäer zusammen, um über die Menschenrechte in der aktuellen Lage zu sprechen. „Der Austausch endet hier nicht und man geht davon aus, dass im nächsten Jahr der Zweite Rat Europäische Union-Kuba stattfindet“, sagte der Botschafter.

„Es wurde auch ein Projekt über Erneuerbare Energie unterzeichnet, das Teil unseres Kooperationsprojekts mit Kuba ist innerhalb dessen 50 Millionen Euro der größten Antilleninsel zur Verfügung gestellt werden. 20 Millionen für Landwirtschaft, 20 Millionen für erneuerbare Energie und 10 Millionen für die Modernisierung der Wirtschaft.

Heute finden wir bei unserem Blick auf die Welt mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede und das, was noch bleibt, ist Vertrauen aufzubauen und uns besser kennenzulernen“.

OHNE LEKTIONEN ZU ERTEILEN

Navarro sagte, dass „ der Alte Kontinent bei vielen Anlässen dadurch gesündigt hat, dass er eine eurozentristische Weltsicht hatte und allen gesagt habe, was sie zu tun hätten. In Zukunft muss Europa in Bescheidenheit bei der Stärkung der Beziehungen mit anderen Nationen vorankommen und das Positive seiner Integrationserfahrung herausstellen.

„ Wir haben Grenzen beseitigt und mit einem einzigen Markt und anderen bedeutenden Leistungen, einige Räume der Freiheit und Sicherheit geschaffen, die angewandt werden könnten, dass sie vielen Bürgern und Bürgerinnen zugute kommen.

Aber all das, ohne Lektionen zu erteilen, sondern nur um unter Anerkennung der Stärken der anderen, Erfahrungen mitzuteilen. Kuba besitzt z.B. ein im Bereich Gesundheit gut ausgebildetes menschliches Kapital und es kommt nicht von ungefähr, dass es medizinische Brigaden in 60 Ländern der Welt hat. Im Bereich der Kultur ist das Land zweifellos eine Macht, die immer stärker als Quelle für Beschäftigung und Reichtum betrachtet wird.“

Navarro machte außerdem das Interesse der EU „ für alles, was mit dem Austausch von Experten in verschiedenen wissenschaftlichen und akademischen Bereichen zu tun hat“, deutlich.

IN DIESEN TAGEN

„ Dass Mogherini sich während der 73. Sitzungsperiode der UNO-Vollversammlung mit dem kubanischen Präsidenten getroffen hat, zeigt auch das steigende Interesse, das seitens der EU besteht, sich Kuba anzunähern“, äußerte der Diplomat.

„Dass gleichzeitig der aktuelle Regierungschef Spaniens Pedro Sánchez nach 32 Jahren der Distanz mit seinem Amtskollegen aus der Karibik zusammentreffen wollte und außerdem versprochen hat, demnächst nach Kuba zu reisen, ist auch ein wichtiger Schritt.

Die sind beides zwei gute Beispiele für die Annäherung, die zwischen Kuba und der EU entsteht und für die gute Sache, die uns vereint. Aber es sind nicht die einzigen. Die europäischen Länder unterstützen weiterhin Kuba in seinem Kampf gegen die illegale und exterritoriale Blockade der USA und sie unterstützen die Verfassungsänderungen, die im Gange sind. Dies alles auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts und insbesondere des Respekts für die souveränen Entscheidungen der größten Antilleninsel“.