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Lula war der große Sieger bei der ersten Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten des Landes, ungeachtet seiner eigenen Abwesenheit, behauptet die digitale Tageszeitung Brasil 247.

In Curitiba in Haft, bewegungsunfähig gemacht, zensiert und verboten, mithin physisch nicht vorhanden, war Lula bei der Gegenüberstellung doch omnipräsent, während die anderen Kandidaten praktisch nicht vorkamen. So stand es bei Mauro Lopez, dem Kolumnisten von Brasil 247, der die Debatte als „mittelmäßig, saftlos, mit peinlichen Auftritten“ bewertete.

Lopez, der auch Herausgeber des digitalen Mediums ist, stellte fest, dass keiner der Kandidaten gewagt habe, Lula zu kritisieren, während lediglich Guilherme de Boulos, Führer der Bewegung der „Trabajadores sin Techo“ (Arbeiter ohne Dach über dem Kopf) bei seiner ersten Wortmeldung eine kurze Verteidigung der brasilianischen Expräsidenten vorgebracht habe.

Auf der anderen Seite gab in einer Debatte, die von alternativen Presseorganen organisiert worden war und über die sozialen Netze verbreitet wurde, Fernando Haddad, ehemaliger Bürgermeister Sao Paulos und Lulas Kandidat für die Vizepräsidentschaft, die Existenz eines von Lula an den TV Sender „Bandeirantes“ geschickten Briefes bekannt, in dem der frühere Staatspräsident sich als Opfer der Zensur bezeichnet.

„Die Entscheidung, mich auszuschließen verletzt das Recht des brasilianischen Volkes und auch das der anderen Kandidaten, über die Vorschläge meiner Kandidatur zu diskutieren, mir, wenn sie mich kritisieren, in die Augen zu sehen, während ich darauf das Recht hätte, ihnen zu antworten“, unterstrich Lula in diesem Schreiben.  

Ebenso hob er PL zufolge hervor, dass auf diese Weise die Kandidatur, die in sämtlichen Umfragen zu geplantem Wahlverhalten an der Spitze stehe, mit all ihren Anregungen und Ideen, die von Millionen von Brasilianern getragen würden, der Debatte entzogen werde.

Er merkte an, dass ihn von der Debatte fernzuhalten eine Verletzung der Pressefreiheit bedeute, indem man ein Kommunikationsmedium daran hindere, seiner Informationspflicht nachzukommen und die Bevölkerung daran, ihr Recht auszuüben, sich zu informieren. „Der Begriff, den es dafür gibt“, fügte er hinzu, „lautet Zensur.“

Lula sagte, er sei Präsidentschaftskandidat, weil er keinerlei Delikt begangen habe und eine Verpflichtung dem Volk gegenüber spüre, die ihm im Jahre 2010, am Ende seines Mandats, mit 87 % positiver Wertung die höchste Zustimmungsrate zubilligte, die je ein brasilianischer Präsident erhalten habe.

Brasilien benötige eine demokratische Form der Debatte über seine Zukunft und Wahlen, bei denen das Volk, das vor noch nicht allzu langer Zeit schon bessere Tage erlebt habe, selbst entscheiden dürfe, welchen Weg das Land gehen sollte, und zwar unter Beteiligung aller politischen Kräfte der Nation, führte der historische Leiter der Arbeiterpartei (PT) am Ende seines Briefes aus.