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Miguel Díaz-Canel wurde von Premierminister Jamaikas Andrew Holness empfangen Photo: Estudio Revolución

MONTEGO BAY, Jamaika – Um acht Uhr morgens Ortszeit traf der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez in Montego Bay ein, um als Ehrengast an dem 39. Ordentlichen Treffen der Konferenz der Regierungschefs der Caricom teilzunehmen. Es ist dies sein zweiter Auslandsbesuch als Präsident des Staats- und des Ministerrats der Republik Kuba und ein eindeutiger Beweis für die tiefe Solidarität die Kuba mit den karibischen Nachbarn vereint.

Auf dem internationalen Flughafen wurde er von Senatspräsident Thomas Tavares-Finson empfangen, der Minuten zuvor der kubanischen Presse erklärt hatte, dass Jamaika sich „glücklich und stolz schätzt, ihn willkommen zu heißen“. Er erinnerte dabei an die lange Geschichte der Freundschaft zwischen beiden Inseln.

„Kuba ist Teil der Entwicklung Jamaikas wegen der Hilfe die Kuba unserem Land in Bereichen wie Medizin und Bildung jahrelang geleistet hat“, sagte er.

Diese Worte nahmen Gestalt an, als am Ausgang des Terminals zwei junge Jamaikaner auf ihn zukamen, um ihm die Hand zu schütteln und in perfektem Spanisch sagten, sie hätten ihren Abschluss an kubanischen Universitäten gemacht. Der eine in Ökonomie in Cienfuegos und der andere in Agronomie in Villa Clara. Man machte Fotos mit ihnen zusammen und er sagte ihnen, dass er froh sei, in Jamaika zu sein und sie getroffen zu haben.

Der kubanische Präsident wird bei diesem Besuch von Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla, dem stellvertretenden Außenminister Rogelio Sierra Díaz, und der Botschafterin Inés Fors Fernández begleitet.

Díaz-Canel nahm als Ehrengast an der Konferenz der Regierungschefs teil, die die höchste Instanz der Caricom darstellt und deren politische Ausrichtung bestimmt. Sie legt Verträge fest und etabliert Beziehungen mit internationalen Organisationen und Staaten.

Bei dem Treffen, das zweimal im Jahr stattfindet, geht jedes Mal die pro tempore Präsidentschaft auf das Gastgeberland über. Dieses Mal übergab der Präsident Haitis, Jovenel Moise, bis Dezember an den Premierminister Jamaikas Andrew Holness.

EINE FESTE VERBINDUNG

Der kubanische Präsident nahm am Mittag an dem Essen teil, das der Premierminister Jamikas Andrew Holness für die Staats- und Regierungschefs der Caricom Mitgliedsländer ausrichtete. Dies eröffnete die Möglichkeit sich gegenseitig Dank auszusprechen und die Bindungen zwischen den karibischen Ländern zu unterstreichen, die sich mit der Zeit gefestigt haben.

Der kubanische Präsident traf mit seinem Amtskollegen aus Haiti Jovenel Moise zusammen Photo: Estudio Revolución

In seiner Rede erwähnte der Premierminister, dass dies das erste offizielle Treffen des kubanischen Präsidenten mit den Führern der Karibik sei, was er als historisch und als einen Anlass zum Feiern ansah. Er sprach auch über die Freundschaft, die auf der Grundlage des Respekts und der gemeinsamen Interessen beruhe.

Kuba habe sein unerschütterliches Engagement in Programmen gezeigt, die so unterschiedliche Sektoren beträfen wie den der Energie, der Gesundheit, der Kultur, den Umgang mit Naturkatastrophen, das Bauwesen, den Sport und die Entwicklung menschlicher Ressourcen.

Insbesondere ging er auf das Zentrum für Entwicklungsförderung von Kindern, Heranwachsenden und Jugendlichen mit besonderem Förderungsbedarf und auf die Schule der Kunst ein.

Er bekräftigte die Position der Caricom bei der Verteidigung Kubas gegen die unmenschliche Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade, die die US-Regierung gegen die Insel aufrechterhält.

Dann ergriff der kubanische Präsident das Wort, der seine ersten Sätze in englisch, der offiziellen Sprache der Caricom sprach und sagte, er betrachte es als eine Ehre, die Führer der Region zu begrüßen und eine Botschaft der Freundschaft und der Solidarität des Compañero Raúl zu übermitteln.

Er dankte den Gastgebern des Treffens und erinnerte an Mariana Grajales und an José Martí, die Zuflucht auf dieser schönen, nahegelegenen Insel gefunden hatten.

Er betonte, dass die Einladung zu dieser Konferenz ein unmissverständlicher Beweis für die ausgzezeichneten Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten der Caricom und Kuba sei, „deren solide Fundamente sich auf einer Freundschaft gründen, die alle Herausforderungen besteht“.

„Die Herausforderungen, die sich unseren kleinen Inselstaaten stellen, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, sind nicht neu, aber die Hindernisse und die Gefahren, die sich aus einer ungerechten internationalen Ordnung ableiten, die schon viel zu lange dauert, sind immer größer und komplexer geworden“.

Deswegen, so sagte er, „wird Kuba immer die gerechten Forderungen der Karibik nach einem gerechten und differenzierten Zugang zu Handel und Investitionen unterstützen. Wir werden ohne zu zögern auch die legitime Entschädigungsforderung für die Schrecken der Sklaverei und des Menschenhandels unterstützen“.

Zum Abschluss bekräftigte er „die unveränderliche Solidarität, die ewige Dankbarkeit und die unerschütterliche Verpflichtung Kubas gegenüber seinen nahestehendsten Brüdern, die die gleichen Bedürfnisse und Hoffnungen durch das Schicksal und die Herausforderung der Karibik teilen, die uns alle umarmt“.

EINE GESCHICHTE MIT VIEL GEGENWART

Die Beziehungen Kubas mit dieser Region sind, seit der transzendentalen Entscheidung von Barbados, Guyana, Jamaika und Trinidad Tobagos, einen Schlussstrich unter die diplomatische Belagerung zu ziehen, die die US-Regierung über Kuba verhängt hat, immer herzlich gewesen.

Das geschah am 8. Dezember 1972, als die von Errol Barrow, Forber Burnham, Michael Manley und Eric Willians angeführten Regierungen in einem mutigen Akt beschlossen, Beziehungen zu Kuba aufzunehmen, was den Weg zur Regelung der Beziehungen mit den anderen Ländern eröffnete.

Seitdem zeichneten diese Bindungen nutzbringende Wege auf, die es z.B. ermöglicht haben, dass zur Zeit etwa 1.600 kubanische Mitarbeiter in den Caricom Ländern arbeiten, 1.300 davon im Gesundheitsbereich. Außerdem wurden dank der kubanischen Methode „Yo sí puedo“ 429.200 Bewohner der Karibik alphabetisiert und die „Operation Milagros“ hat weiteren 136.000 das Augenlicht wiedergegeben.

Bis zum vergangenen Schuljahr haben 5.788 junge Bewohner der Karibik an kubanischen Universitäten in den Bereichen Gesundheit, Sport, Kultur, Bildung und Hochschulbildung ihr Abschlussexamen abgelegt. Heute befinden sich etwas über 800 junge Leute aus der Karibik in unseren Klassenräumen.

BEI REDAKTIONSSCHLUSS

Bei Redaktionsschluss hatte der kubanische Präsident zwei bilaterale Treffen mit Percival Patterson, dem ehemaligen Präsidenten Jamaikas und Dr. Peter Phillips, dem Oppositionsführer und Vorsitzenden der Nationalen Partei des Volkes.

Außerdem ist ein Treffen mit den kubanischen Mitarbeitern geplant, die in diesem Land solidarische Hilfe leisten.