OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Luis Almagro Geburtsort: Paysandú, Uruguay Alter: 54 Jahre Betätigung: Generalsekretär der OAS Parteizugehörigkeit: Frente Amplio (Uruguay) Hochschulbildung: Universität der Republik

Im Jahre 2015 wurde in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) Luis Almagro als Generalsekretär „uraufgeführt“, der, als er die Zügel in Washingtons „Kolonieministerium“ übernahm, zwei Versprechen mitbrachte: mehr Rechte für die Menschen und darauf hinzuarbeiten, besagte Plattform der neuen Realität der Hemisphäre anzunähern.
Nichtsdestotrotz hat er in seinen Jahren an der Spitze der Organisation die progressiven Regierungen der Region als Diktaturen bezeichnet und sich blind und taub gegenüber jenen gezeigt, die wirklich den Staaten Lateinamerikas und der Karibik Schaden zufügen.
Die Konstante in seinem Mandat sind die Ausfälle gegen die Regierung Venezuelas und seinen Präsidenten Nicolás Maduro gewesen, während unlängst Almagro selbst, die OAS, Washington und die sogenannte Gruppe von Lima, die sich der Kritik an dem südamerikanischen Land verschrieben hatten und es zur „Hauptmahlzeit“ auf dem bevorstehenden Amerikagipfel machen wollten, eine Gastgebernation mit einem abhanden gekommenen Präsidenten vor sich hatten.
Pedro Pablo Kuczynski warf das Handtuch, nachdem er seine eigene Verwicklung in Korruptionsskandale über seinem Kopf zusammenbrechen sah – an der Schwelle eines Events, der paradoxerweise Regierbarkeit und Kampf gegen die Korruption als zentrale Themen hat.
Aber wo sind die Verlautbarungen Almagros und der OAS angesichts dieser Situation? Wo waren sie, als es in Honduras zum Betrug bei den Präsidentschaftswahlen kam? Wo waren sie, als in Venezuela oppositionelle Gewalt die Straßen mit dem Blut Unschuldiger besudelte?
Wenn wir etwas weiter zurückblicken, äußerte sich die OAS auch nie zur Ermordung Jorge Eliécer Gaitáns (1948), Salvador Allendes (1973) und des Präsidenten von Grenada Maurice Bishop (1983), um nur einige wenige zu erwähnen.
Heute, 70 Jahre nach seiner Gründung, ist das „Kolonialministerium” immer noch bedingungsloser Erfüllungsgehilfe Washingtons und seiner Verbündeten zum Schutz und zur Bewahrung ihres „Hinterhofs“; in diesem Sinne hat sich Luis Almagro als wahrer Starspieler erwiesen.
Der Anwalt, Politiker und Diplomat Almagro wurde 1963 im uruguayischen Departement Paysandú geboren.
Als Mitglied der Partei Frente Amplio hatte er in seinem Land hohe Positionen inne, unter anderem den des Ersten Sekretärs und den des Handelsattachés in der Botschaft seiner Heimat im Iran; außerdem war er Repräsentant vor der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco), Direktor für internationale Angelegenheiten im Ministerium für Viehzucht, Landwirtschaft und Fischerei und persönlicher Mitarbeiter des damaligen Ministers in besagtem Ressort José Mujica. Auch war er als Botschafter in China tätig.
Nachdem Mujica das Präsidentenamt übernommen hatte, machte er Almagro zu seinem Außenminister, ein Posten, bei dem dieser sich – damals – mit seinem Engagement für die Integration Lateinamerikas und der Karibik hervortat; zu den Glanzlichtern zählt auch seine Teilnahme an den Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten.  
WAS IST AUS DIESEM PROGRESSIVEN ALMAGRO GEWORDEN?
„Gemeinsam können wir der OAS eine Glaubwürdigkeit geben, die heute von allen eingefordert wird (…), die OAS des 21. Jahrhunderts muss global sein, auf die Welt zugehen, sie muss mit Ländern und strategischen Umfeldern, mit multilateralen Organisationen globaler wie regionaler Art Kontakte knüpfen“, sagte Almagro bei seiner Amtsübernahme als Generalsekretär dieser politischen Plattform.  
Es war in diesem Kontext, dass seine Attacken gegen Venezuela begannen, das „Leib- und Magenthema” seines Mandats. Er scheint all das vergessen zu haben, wofür er noch zusammen mit Mujica kämpfte, der seinem früheren Außenminister in einem Brief schrieb: „Mich schmerzt der Kurs, den du eingeschlagen hast und der, wie ich weiß, irreversibel ist. Darum sage ich dir Adieu und empfehle mich.“
Auch gegen Kuba hat er mit zahllosen Äußerungen Einmischung in innere Angelegenheiten betrieben; die jüngste war darauf gerichtet, die dort durchgeführten Wahlen nicht anzuerkennen – Wahlen, bei denen das Volk selber auf demokratische und partizipative Weise seine Vertreter kürt.
In den drei Jahren, die er nun im Amt ist, hat er sich nur durch seine Servilität gegenüber den US-Interessen hervorgetan, durch seine unausgesetzten Angriffe auf progressive Regierungen, durch seinen Nichteinsatz für die kontinentale Einheit und durch sein Totschweigen von Themen, die heute ein wesentlicher Teil der lateinamerikanischen und karibischen Agenda sind.