OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
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Der kolumbianische Regierungschef ordnete am heutigen Mittwoch das Team zurück, das die Verhandlungen mit der Nationalen Befreiungsfront (ELN) führte, womit zeitweilig die Verhandlungen beider Seiten ausgesetzt sind, berichtet Telesur.

„Angesichts dieser Situation habe ich mit dem Delegationschef unserer Regierung in Quito gesprochen und ihn aufgefordert, sofort zurückzukehren, um die Zukunft des Prozesses auszuwerten“, sagte Santos in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache.

Nach Aussage von Santos wurde der Entschluss wegen angeblicher Angriffe der ELN gegen die Zivilbevölkerung, die Streitkräfte und die Infrastruktur getroffen.

Außerdem wiederholte der Regierungschef, dass er angesichts einer angeblichen Aggession der aufständischen Gruppe „ Entschlossenheit“ zeige.

Die ELN hatte zuvor bereits angedeutet, dass die Regierung ihr Wort nicht gehalten habe, die Verbrechen gegen die sozialen Führer durch die Paramailitärs und die Armee zu verfolgen.

Gemäß den Zahlen des Studieninstituts für Entwicklung und Frieden (Indepaz) waren es 170 Gemeindeführer, die im Laufe des Jahres 2017 ums Leben kamen.

„Die Mehrheit der herrschenden Elite ist weiterhin der Meinung, aus dem Krieg Gewinn ziehen zu können“, wie man 2017 erkennen konnte, „das eine tragisches Beispiel darstellte, wie das Regime seine Kriegsmaschinerie verstärkte und die Morde an oppositionellen Gemeindeführern verschärfte“, hieß es in einem offiziellen Kommuniqué der Gruppe.

An diesem Mittwoch sollte eigentlich die fünfte Runde der Friedensgespräche mit der ELN beginnen, in der die Ausdehnung des von beiden Seiten vereinbarten Waffenstillstands behandelt werden sollte. Aber auch wenn die Absicht bestand, dies zu tun, kam es vor diesem Beschluss der kolumbianischen Regierung zu keiner Übereinkunft.

Die Entscheidung des Regierungschefs wurde getroffen, nachdem die Armee gemeldet hatte, dass eine Gruppe Aufständischer angeblich ein Attentat gegen zwei Trassen der Pipeline Limón – Coveñas in den kolumbianischen Departements Arauca und Boyacá durchgeführt habe.