OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Die Straßen von Venezuela waren Zeugen eines weiteren Nachweises der Unterstützung des Volkes für die Revolution Photo: TELESUR

CARACAS, Venezuela – Wie die Führungskräfte der Bolivarischen Revolution es ausdrückten, vermochte die Liebe mehr als der Hass. Der antiimperialistische Wille zur Freiheit und die Liebe zum Leben des venezolanischen Volkes haben die große Schlacht gewonnen.

Am Sonntag kam es zu beeindruckenden Szenen: Der Poliedro von Caracas — ein vom Nationalen Wahlrat (CNE) bestimmter Ort, an dem jene ihre Stimme abgeben konnten, die in ihren Wahlbezirken Schwierigkeiten haben könnten —, war überfüllt. Von überall kamen Männer und Frauen. Die Menschen kamen per Fahrrad, überquerten Flüsse zu Fuß, verbrachten die Nacht vom 29. Juli an in der Nähe der Wahllokale, um ihr Wahlrecht wahrnehmen zu können.

Wie bereits um 14 Uhr der Leiter des Kommandos der Wahlkampagne Zamora 200, Héctor Rodríguez, bekannt gab, und so wurde es von Venezolana de Televisión (VTV) übertragen, waren unter jenen, die an diesen Orten ihr Recht auf Stimmabgabe wahrnahmen, insbesondere Senioren und Behinderte (also jene, die am meisten gelebt haben und die unter größeren Schwierigkeiten aufgestanden waren als die anderen).  

Die erste Stimmabgabe leistete der Arbeiterpräsident Nicolás Maduro, der bei Tagesanbruch versicherte, dieser Sonntag sei «ein historischer Tag». Er erinnerte daran, dass am 30. Juli 1783 das Kind Simón Bolívar getauft und dass an einem anderen 30. Juli, im Jahr 2000, der Kommandant Chávez als Präsident der Republik wiedergewählt worden war.

«Für Guaicaipuro, für den Negro Primero, für Bolívar, für alle, für unseren Kommandanten Chávez sind wir standhaft geblieben», sagte Maduro vom Wahllokal aus. Bezüglich der Einrichtung, zu deren Unterstützung das Volk gekommen war, stellte der Regierungschef fest, dass «die Verfassungsgebende Versammlung jener Raum sein wird, die Macht der Mächte, die Supermacht, der es gelingen wird, den nationalen Geist zurückzugewinnen, die Versöhnung, die Gerechtigkeit, die Wahrheit zu erreichen, das soziale, wirtschaftliche und politische Modell zu perfektionieren».

Ebenso rief er die Zeiten in der Erinnerung, die diesem historischen Sonntag vorangegangen waren: «Stoisch haben wir die weltweite Medienkampagne ausgehalten; stoisch haben wir die terroristische und kriminelle Gewalt ausgehalten und hier stehen wir: ein Land im Frieden, das sein Wahlrecht ausübt».

«In Venezuela befehlen wir Venezolaner. Klipp und klar», unterstrich der Regierungschef.

Tausende übten ihr Wahlrecht im Poliedro von Caracas aus, dem vom Nationalen Wahlrat (CNE) bestimmten Ort, an dem jene ihre Stimme abgeben konnten, die in ihren Wahlbezirken Schwierigkeiten haben könnten. Photo: AVN

Elías Jaua Milano, der der Präsidentenkomission der Konstituante vorsteht, beglückwünschte die Tausenden von Männern und Frauen, die zu den Wahllokalen gekommen waren, um ihr verfassungsmäßiges Recht, ein grundlegendes Menschenrecht, auszuüben. Und er erinnerte daran, dass «die ursprüngliche Macht des Volkes die Quelle aller menschlichen Macht darstellt, aller materiellen Macht, der Einrichtungen, der Verfassung, der Gesetze, der Normen des Zusammenlebens, die eine Gesellschaft hat. Dafür wurde von Präsident Nicolás Maduro in Ausübung seiner verfassungsmäßigen Befugnisse im Monat Mai die Wahl ausgerufen».

Wie er weiter überlegte, seien mittlerweile fast 90 Tage vergangen, «eines schönen Prozesses der Befragung, der Debatte im Zentrum der Gesellschaft, mit allen Sektoren der Gesellschaft. Es schrieben sich über 54 000 Kandidaten und Kandidatinnen ein, die danach zur Sammlung von Unterschriften als Voraussetzung für die Aufstellung übergingen. Wir haben bereits 6 400 Kandidaten und Kandidatinnen ausgewählt, damit unser Volk 545 davon auswählt, unser Volk, das Frieden, Unabhängigkeit, Zukunft will.»

Aus dem Bundesstaat Monagas erklärte der stellvertretenden Vorsitzende der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), Diosdado Cabello, gegenüber VTV: «Es gibt keinen Winkel in Venezuela, wo nicht von der Verfassungsgebenden Versammlung(ANC) gesprochen wird, was sogar die Opposition zugeben musste, übrigens auf verzweifelte Art, (…), sie haben niemals die Macht dem Volk übertragen wollen, es hat ihnen Schrecken eingejagt, dass das Volk die Macht übernehmen könnte».

Angesichts der Fragen der Journalisten, was nach der Machtergreifung der Verfassungsgebenden Versammlung mit jenen geschehen werde, die in Venezuela zur Gewalt angestiftet haben, erklärte Cabello: «Ganz klar muss es eine Komission der Wahrheit geben, die alle Gewaltakte untersucht. Jene, die gegen die Verfassung der Bolivarischen Republik Venezuela verstoßen, müssen der Macht der Gesetze und den Strafen unterzogen werden, entsprechend der Verfassung und der Gesetze.»

Photo: Twitter

Während am Sonntag das Volk sein Wahlrecht ausübte, erklärte die ehemalige Außenministerin und Kandidatin der Konstituante, Delcy Rodríguez, gegenüber VTV bezüglich der Opposition: «Wir sind dabei, die Diktatur von Julio Borges, Capriles, López und Guevara zu stürzen. Es ist vorbei mit dem Widerstand, den diese Personen mit dem Aufruf zur Gewalt anstrebten. (…) Bereits am 16. Juli hatte das Volk von Venezuela eine Voraussicht auf das gegeben, was passieren werde, und wir sehen es und bestätigen es: eine massive Beteiligung».

Der internationalen Gemeinschaft überbrachte Delcy eine klare Botschaft: «je mehr sie uns Befehle erteilen wollen, uns sagen wollen, was wir zu tun hätten, umso mehr wird das Volk von Venezuela rebellieren». Sie fügte hinzu: «Herr Donald Trump wird sich genau ansehen müssen, was in Venezuela geschieht. Lassen Sie sich nicht täuschen, Präsident Trump, von den Lobbyisten und von den Extremisten, die eine Intervention in Venezuela fordern».

«Nur wir Venezolaner können unsere Probleme lösen. Und die Konstituante ist bereits da, sie kam, um ihre heilende, stärkende Macht zu entfalten, um Venezuela ein neues politisches Gleichgewicht zu geben, um die Wunden des Wirtschaftskrieges zu heilen. Eine heilende Macht gegen die Intoleranz und den Hass».

Der Außenminister Samuel Moncada erklärte gegenüber den Kommunikationsmedien: «Heute sind wir frei». Bezüglich der Sperren und Hindernisse, die die Opposition dem Glück des Volkes in den Weg legen, erklärte er: «es ist eine Schande, dass es Venezolaner gibt, die momentan die USA um Sanktionen gegen ihr eigenes Volk bitten».

Die Millionen von Venezolanern, die am Sonntag zur Wahl gegangen sind, taten dies trotz des Boikotts der Rechten, die in verschiedenen Teilen des Landes vereinzelte Herde der Gewalt aufrecht erhielten.

In der Nähe der Plaza Altamira von Caracas verursachte ein von gewalttätigen Gruppen angebrachter Sprengkörper mehrere Verletzte unter der motorisierten Polizei, die mit ihren Fahrzeugen über den Platz fuhr.

Die Mehrheit des Volkes hörte jedoch auf den Ruf der bolivarischen Regierung und bekräftigte ihr Ja für die Revolution und eine friedliche Zukunft für Venezuela.