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MANAGUA – Die Stadt feiert. Von überall im Land kommen Karawanen mit rotschwarzen Fahnen und füllen die Plaza de la Fe am Ufer des Xolotlán-Sees.

Viele beschließen, die Nacht über wach zu bleiben, um das Morgengrauen dieses 19. Juli zu begrüßen, den 38. Jahrestag der Sandinistischen Revolution, die eine der blutigsten Diktaturen des Kontinents niederrang.

Die Feier berührt die Haustüren der Viertel, die sich rings um den Platz erstrecken. Die einfachen Menschen und die Arbeiter waren damals die ersten, die auf den Trümmern des Erdbebens von 1972 wieder etwas aufbauten. Die Musik erzählt Geschichten von Guerilleros, von Liebenden, die einander im Revolutionskrieg verloren.

In der Nacht ist die Bolivar Chávez Avenue von den Lebensbäumen beleuchtet, metallenen Riesenstrukturen mit Tausenden farbiger Glühbirnen. Am Morgen beginnt durch diese selbe Ader der Strom Tausender von Menschen zu fließen.

Von Mittag an übernimmt die Sonne die Hauptrolle und die Temperaturen steigen über 38 Grad.

Hunderttausende Flaggen der Sandinistischen Befreiungsfront und ebenso viele mit den Farben Nicaraguas empfangen Daniel Ortega und seine Gefährtin Rosario Murillo.

Freunde aus der ganzen Welt sind gekommen, um den Moment mitzuerleben. Aus Kuba ist der Erste Vizepräsident des Staats- und des Ministerrats Miguel Díaz-Canel angereist.

Er übermittelt einen Gruß des ganzen kubanischen Volkes und Raúl Castros an das nicaraguanische Volk. Die Menschenmenge reagiert mit Applaus.

Die Sandinistische Revolution sei weiterhin ein Beispiel für die Völker Unseres Amerikas, versichert Díaz-Canel. Unbestreitbar seien ihre Erfolge im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich.

In dieser Ansammlung von Menschen so viele Jugendliche, so viele fröhliche und hoffnungsvolle Gesichter zu erblicken, sei ein Zeichen dafür, dass das seinerzeit vergossene Blut nicht umsonst geflossen sei, dass das Beispiel des Generals der freien Menschen Augusto César Sandino, des Comandante Carlos Fonseca Amador und aller Märtyrer, die im Kampf gegen die imperialistische Herrschaft gefallen sind, immer noch lebendig sei, fügte Díaz-Canel hinzu.

Der Präsident Boliviens Evo Morales bringt seinen Respekt und seine Bewunderung denen gegenüber zum Ausdruck, die ihr Land befreit und, einmal an die Macht gekommen, sich für den demokratischen Weg entschieden hätten, um einen neuen Transformationsprozess einzuleiten.

Das salvadorianische Staatsoberhaupt Salvador Sánchez Cerén erwähnt seine eigenen Erfahrungen als Guerillero und beteuert, sich beim sandinistischen Brudervolk wie zu Hause zu fühlen.

Im Auditorium befinden sich die Teilnehmer am Sao Paulo Forum, darunter auch der puerto-ricanische Unabhängigkeitskämpfer Oscar López Rivera, der mit dem Augusto C. Sandino Orden, dem höchsten, den Nicaragua zu vergeben hat, ausgezeichnet wurde.

Am Anfang des Aktes erinnerte Vizepräsidentin Rosario Murillo an die Person des historischen Führers der Kubanischen Revolution. Viele in der Menge tragen sein Bild zusammen mit dem des Che auf Armbändern und Hemden.

Daniel spricht zuletzt. Er wendet sich an die zahlreichen Jugendlichen in den Rängen und bekräftigt, dass für die Zukunft Nicaraguas gesorgt sei. Er ruft sie dazu auf, den Frieden und die Einheit zu bewahren, damit das auch so bleibe.

„Es fängt an zu regnen”, unterbricht Daniel seine Rede, „das brauchen wir jetzt nach einer so langen Dürreperiode“. Als er die Ansprache mit „Vivas a la Revolución“ beendet hat, mischt sich der wenig mehr als zwanzigminütige Regen, der das Fest dieses 19. Juli nicht zu stören vermag, mit einem Feuerwerk.