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Die Zwischenwahlen 2010 versetzten dem politischen Leben Marco Rubios einen Schub: Er wurde zum republikanischen Senator des Staates Florida.

Seine rasante Karriere verlief entlang der Linien des konservativsten Flügels, den man als extreme cubano-amerikanische Rechte bezeichnen kann.

Er wurde 1971 in Miami als Sohn kubanischer Emigranten geboren, die die Insel vor dem Sieg der Revolution verlassen hatten. Während seines Jurastudiums arbeitete er für die Kongressabgeordnete Ileana Ros-Lehtinen. Er kollaborierte auch 1996 bei der Wahlkampagne Bob Doles, des republikanischen Präsidentschaftskandidaten, der später gegen William Clinton verlor.

Rubio war zwischen 1998 und 2000 Stadtbevollmächtigter von Miami West und Mitglied des Repräsentantenhauses für Florida von 2000 bis 2008. Seine Referenzen beinhalten außerdem enge Beziehungen zu Jeb Bush, von dem er sagt, dass er der Mann sei, „dessen Floridapolitik er am meisten bewundert“.

Ungeachtet dessen änderte sich sein Diskurs über den Sohn und den Bruder zweier Expräsidenten bei den letzten Wahlen in den Vereinigten Staaten, als er mit ihm konkurrieren musste, um seine eigene Kandidatur für die Republikaner durchzubringen.

Teil der Erzählung seines Lebens, die ihn zum Senator aufsteigen ließ, war seine Beteuerung, Sohn von Exilkubanern zu sein, „die vor der Castro-Diktatur geflohen sind“. Dahingegen bewiesen 2011 von der Washington Post veröffentlichte Dokumente, dass seine Eltern in den 50er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen in die USA auswanderten, um dort Arbeit zu finden.

Seine Ausbildung und ausgedehnte Verbindungen zur Republikanischen Partei Floridas, zusammen mit den Veränderungen des politischen Lebens in den Vereinigten Staaten 2010, halfen Marco Rubio, Beziehungen zur Tea Party zu knüpfen, der konservativen Bewegung, die von 2009 an Gewicht in den USA gewann und die bei den Zwischenwahlen im darauf folgenden Jahr einige ihrer Anhänger in den Kongress bringen konnte. Rubio wurde die Qualifikation des „Kronprinzen“ dieser Gruppierung zuerkannt, allerdings war er mit den Jahren bemüht, sich von der Bewegung wieder abzusondern.

Innerhalb des Kongresses ist er u.a. mit Außenpolitik befasst und leitet da das Subkomitee für Angelegenheiten der Westlichen Hemisphäre.

Von diesem Posten aus hat er Projekte angetrieben, um Länder wie den Iran und Venezuela zu sanktionieren und die Blockade gegen Kuba wieder zu verschärfen. Im Zeitraum von 2015/2016 legte er 69 Gesetzesentwürfe vor, die sich ebenso mit der Außenpolitik wie mit inneren Angelegenheiten befassen.

Sein Abstimmungsverhalten verortet ihn im konservativen Flügel des politischen Spektrums der USA, auch im sozialen und wirtschaftspolitischen Bereich. Beispielsweise spricht er sich gegen Abtreibung, Steuererhöhung für die Reichsten, Kontrolle von Waffenbesitz und das Gesundheitsgesetz aus, das als Obamacare bekannt wurde. Hingegen unterstützte er 2011 die militärische Aggression gegen Libyen.

Andererseits stellt er – obwohl er den Klimawandel als real ansieht – die Mittel in Frage, mit denen die Menschen gegen diesen vorgehen und äußert, dass andere Länder wie etwa China die Hauptverursacher seien. Was die Immigration angeht, redet er der Verstärkung der Grenzen das Wort, wenn er auch wiederum vorschlägt, gewissen Personen, die illegal in die USA gelangt sind, einen Weg zur Staatsbürgerschaft offenzuhalten. Er gehört zur sog. „Gruppe der acht“, die sich aus vier demokratischen und vier republikanischen Senatoren zusammensetzt und die während der Präsidentschaft Obamas ein Projekt zur Einwanderungsreform entwickelten, das jedoch vom Kongress nicht bewilligt wurde.

Allein 2016 sammelte er für seinen Wahlkampf mehr als 52 Millionen Dollar und unter seinen Spendern befanden sich namhafte Bankinstitute wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Bank of America.

Nachdem er als republikanischer Präsidentschaftskandidat von Trump geschlagen worden war, stellte er sich als Senator zur Wiederwahl und war mit 52 % der Stimmen erfolgreich. Im Jahre 2022 wird er aufs Neue für seinen Platz im Kapitol kämpfen müssen.