
MANAGUA — Die Regierung von Nicaragua erklärte gestern den Notstand, nachdem ein Erdbeben der Stärke 7 der Richter Skala registriert wurde, während in der Karibikregion der Hurrikan Otto der Kategorie zwei der Saffir-Simpson Skala wütete.
Das Zusammentreffen dieser Phänomene aktivierte alle für diese Fälle vorgesehenen Aktionspläne des Landes, die bei zahlreichen Übungen, die der Vorbereitung der Bevölkerung auf Situationen wie die gegenwärtige dienten, geprobt worden waren.
Nach vorläufigen Berichten ereignete sich das Erdbeben vor den Küsten Nicaraguas, 167 Kilometer südlich vom Strand Jiquilillo und in einer Tiefe von 10 Kilometern.
Der Hurrikan trat am gestrigen Nachmittag in das Gebiet der Karibikküste des Landes mit anhaltenden Winden von 175 km/h ein.
Stunden vor dem Eintreffen des Hurrikans auf nicaraguanischem Territorium tauschte sich der Präsident Daniel Ortega mit den verschiedenen Institutionen über die voraussehbare Bahn aus, die Otto durchläuft, sowie über die möglichen Beeinträchtigungen für das Land. Ortega rief die Bevölkerung dazu auf, alle vorbeugenden und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um angesichts des unmittelbaren Eintretens dieses Tropensturmes in erster Hinsicht das menschliche Leben zu retten.
Wie PL berichtete, erläuterte der Direktor für Meteorologie des Nicaraguanischen Instituts für Territoriale Studien, Marcio Baca, dass das Auge des Hurrikans gegen Mittag über die Stadt San Juan de Nicaragua hinwegzog, an der Mündung des gleichnamigen Flusses.
Ausgehend von der vorgesehenen Bahn müsste sich Otto weiter in den Südosten in Richtung Costa Rica bewegen, aber weiterhin nicaraguanisches Territorium beeinträchtigen.
In San Juan de Nicaragua, eine Gemeinde von 2 600 Einwohnern, die sich am südlichen Ende der Karibikküste an der Grenze zu Costa Rica befindet, wurden hunderte Notunterkünfte vorbereitet, in denen bisher mindestens 400 Personen Obdach fanden, Häuser wurden abgesichert, die Bevölkerung kaufte Nahrungsmittel und es herrschte eine Atmosphäre gespannter Ruhe vor dem Eintreffen des Hurrikans.
Der Vertreter des Nationalen Systems für Verhütung, Abschwächung und Behandlung von Katastrophen (Sinapred), Johnny Gutiérrez, versicherte, dass während des Durchzugs des Hurrikans die Bevölkerung in Kirchen und Schulen Obdach fanden, die als Herbergen hergerichtet wurden, und sie dort verweilen würden, bis der Wirbelsturm vollkommen abgeklungen sei.
Das Sinapred gab den Mitgliedern der Bergungseinheiten den Befehl, sich in Bereitschaft zu halten angesichts möglicher Notfälle und verbot den Verkehr entlang der Küsten, einschließlich der Ufer des Großen Nicaragua Sees. Der Bevölkerung des Südens des Landes empfahl er, ihre Häuser nicht zu verlassen.
In dieser Hurrikansaison im Atlantik, die am 1.Juni begann und noch bis zum 30. November andauert, haben sich 15 Tropenstürme herausgebildet, von denen sich sieben in Hurrikans verwandelt haben: Alex, Earl, Gaston, Hermine, Matthew, Nicole und Otto.




