OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
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EL ALTO, Bolivien — Der Präsident von Bolivien, Evo Morales, kündigte gestern seine Entscheidung an, die Operation Milagro zu fördern, ein humanitäres Programm Kubas und Venezuelas, dank dessen bereits über 676 000 Menschen in Bolivien ihre Sehfähigkeit wiedererlangen oder verbessern konnten.

„Wir investiren heute etwa fünf Millionen Bolivianos (719 000 Dollar) in diese Operation und wir werden auch weiterhin Unterstützung sicherstellen, um minderbemittelte Familien behandeln zu können“, bestätigte der Regierungschef auf einer Kundgebung in der Stadt El Alto in der Nähe von La Paz.

Evo hob die solidarische und bedingungslose Hilfe der kubanischen Brüder hervor, die ein Beispiel nicht nur für Bolivien, sondern auch für die gesamte Welt darstellt.

Er erinnerte daran, dass eine Operation am Grauen Star in einer Privatklinik fast 1 000 Dollar kostet, und wenn man alle ausgeführten Eingriffe zusammenfasste, die Kubaner dem bolivianischen Volk bereits 338 Millionen Dollar erspart hätten.

Der erste indigene Präsident des Landes hob die Unterstützung Kubas und Venezuelas seit den ersten Jahren der Demokratischen und Kulturellen Revolution in den Bereichten Gesundheit und Bildung hervor.

Morales nahm an der Veranstaltung zum zehnten Jahrestag der Eröffnung des Augenheilzentrums von El Alto teil, wo desweiteren die Ministerin für Gesundheit, Ariana Campero, der Vertreter der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation, Fer­nan­do Leanes, kubanische und bolivianische Ärzte und diplomatisches Personal anwesend waren.

Nach der Veranstaltung unternahmen der Präsident und der Botschafter Kubas in Bolivien, Benigno Pérez, einen Rundgang durch die Einrichtung, wo sich der Präsident einer Augenuntersuchung unterzog.

„Allein in diesem Krankenhaus wurden 104 071 Patienten mit Grauem Star, Pterygium conjunctivae und anderen Krankheiten operiert“, erklärte der kubanische Botschafter.

Der Diplomat informierte darüber, dass von den 676 171 Patienten, bei denen im ganzen Land chirurgische Eingriffe vorgenommen wurden, 547 294 Bolivianer sind, aber auch über 44 000 Argentinier, 25 000 Peruaner, 59 000 Brasilianer und etwa 300 Paraguayer.

Der Botschafter erinnerte daran, dass die Operation Milagro eine Idee des Führers der Kubanischen Revolution und des verstorbenen venezolanischen Kommandanten Hugo Chávez gewesen sei, die im Jahre 2004 ihren Anfang nahm und sich zum Ziel gesetzt hatte, sechs Millionen Lateinamerikaner und Kariben innerhalb von zehn Jahren zu operieren.

Pavel Noa, nationaler Koordinator der Kubanischen Medizinbrigade (BMC), erklärte gegenüber Prensa Latina, dass der Plan für dieses Jahr vorsieht, monatlich 200 Patienten mit Grauem Star und 100 mit Pterygium conjunctivae in den Augenheilkliniken von La Paz, Cochabamba und Santa Cruz zu operieren.

Der Leiter der BMC informierte darüber, dass gegenwärtig 729 kubanische Mitarbeiter des Gesundheitswesens in den neun bolivianischen Departments kostenlos ihre Dienste leisten.

Er stellte heraus, dass der Jahrestag des Augenheilzentrums von El Alto auch mit dem zehnten Jahrestag der Anwesenheit der BMC und mit dem 50. Jahrestags des Eintreffens des Kommandanten Ernesto Che Guevara in Bolivien zusammenfällt.