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Cristián Labbé wurde von einem Infanterieregiment abgeführt und nach Valparaíso verbracht, wo er bleiben wird (Foto: Terra Chile)

SANTIAGO DE CHILE – Der frühere Sicherheitschef des Diktators Augusto Pinochet, der Oberst im Ruhestand Cristián Labbé, wurde gestern auf Anweisung eines Richters in Haft genommen, der ihn schwerer Verletzungen der Menschenrechte beschuldigt.

Der Richter Jaime Arancibia ordnete die Verhaftung des Exmilitärs und ehemaligen Bürgermeisters einer prosperierenden Gemeinde von Santiago an, nachdem er ihn wegen mutmaßlicher Verbrechen wie illegaler Haft, Anwendung von Folter und Entführung mit schweren Schäden bezichtigt hatte.

Die vermutlichen Vergehen von Labbé wurden vor mehr als 40 Jahren gegen den Gewerkschaftsführer Cosme Caracciolo verübt zur Zeit der Diktatur Pinochets, der Chile von 1973 bis 1990 regierte.

Caracciolo sagte vor der Presse, dies sei eine gute Nachricht. „Was ich wünsche, ist, dass die Gerichtigkeit agiert. Deshalb bin ich jetzt beruhigt und zufrieden“, meinte er.

“Das Einzige, was ich verlange, wenn in diesem Land das Recht waltet, ist die Bestrafung der Täter. Für mich ist Cristián Labbé ein Delinquent“, äußerte er sich laut PL.

Im März des Jahres 1975 war der Gewerkschafter durch eine Gruppe Militärs aus seiner Wohnung geholt und in ein Gefängniszentrum gebracht worden, das von den Streitkräften in Rocas de Santo Domingo an der Pazifikküste errichtet worden war. Hier war er Caracciolo Folterungen ausgesetzt gewesen, von denen er Richter Arancibia Spuren zeigte.

Labbé wurde von einem Infanterieregiment in die Hafenstadt Valparaiso verbracht, wo er bleiben wird, bis der Fall vor einem Berufungsgericht einer Revision unterzogen wird.

Zuvor war er schon einmal der mutmaßlichen Mitwirkung an Verbrechen an 13 Gegnern der Diktatur beschuldigt worden, aber straffrei aus Mangel an Beweisen geblieben. Er war vier Amtszeiten lang Bürgermeister.