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Die Menschen bleiben nach dem Putsch mobilisiert und gehen auf die Straße Photo: Brasil de Fato

QUITO – Der Generalsekretär der Union Südamerikanischer Staaten (Unasur) Ernesto Samper wird eine Reihe von Beratungen mit den Außenministern der Mitgliedsländer der Organisation in die Wege leiten, um ein Treffen zu konkretisieren, auf dem das Thema der Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff behandelt wird.

In einem Kommunique, das die Unasur gestern verbreitete, heißt es, dass die Vorfälle in Brasilien „Besorgnis hervorrufen und regionale Auswirkungen haben, deren Prüfung eine außerordentliche Tagung der Außenminister rechtfertigt“, berichtet PL.

Die Absetzung Rousseffs hat zu verschiedenen Reaktionen unter den Regierungen der Region geführt; mehrere von ihnen bezeichnen die Maßnahme als „Staatsstreich“.

Die Proteste nach der vom brasilianischen Senat genehmigten Amtsenthebung Rousseffs verstärkten sich in mehr als zehn Städten des Landes, wobei es lediglich in Sao Paulo zu Zwischenfällen kam.

Dort, wo nur wenige Stunden zuvor eine Gruppe von Rousseff-Gegnern die Entlassung mit einem Hupkonzert, Kuchen und Champagner gefeiert hatte, standen sich nun Rousseffs Sympathisanten und die militarisierte Polizei gegenüber, die versuchte, zwei Protestaktionen gegen die Regierung Temer aufzulösen.

Die beiden Aufmärsche gingen von außerhalb des Museums der Künste im Finanzviertel Sao Paulos in Richtung Stadtzentrum, wo am dritten Abend hintereinander die Polizei Tränengas einsetzte, um die Proteste zu zerstreuen.

Einige Teilnehmer an dem Marsch zerstörten Schaufenster, Straßenmobiliar und einen Streifenwagen.

In Brasilia mobilisieren sich seit Montag Sympathisanten der Arbeiterpartei in Unterstützung der Expräsidentin.

Eine Menschenmenge, die während der kurzen Abschiedsrede anwesend war, die Rousseff nach ihrer Amtsenthebung hielt, intonierte vor dem Palacio de la Alvorada, der Residenz des Präsidenten, die Nationalhymne.

In den ersten Nachtstunden konzentrierten sich Protestierende auf dem Vorplatz der Ministerien und vor dem Kongress, um ihre Solidarität mit Rousseff zum Ausdruck zu bringen.

Proteste gegen Michel Temer fanden auch im Zentrum Rio de Janeiros und in anderen Städten wie Porto Alegre, Salvador de Bahía und Vitoria statt.