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QUITO.— Außenminister aus neun Ländern Lateinamerikas forderten am Montag die Vereinigten Staaten auf, ihre Migrationspolitik gegenüber Kuba zu überprüfen, die einen unregelmäßigen Fluss von Personen fördere und negative Auswirkungen auf die Region habe.

In einem an US-Außenminister John Kerry gerichteten Brief, der von der Botschaft Quitos in Washington übergeben wurde, äußerten die Außenminister Ecuadors, Kolumbiens, Costa Ricas, El Salvadors, Guatemalas, Mexikos, Nicaraguas, Panamas und Perus ihre tiefe Besorgnis über die Auswirkungen der für Kuba geltenden US-Migrationsnormen.

„Das Öffentliche Gesetz 89-732 aus dem Jahr 1966 als „Cuban Adjustment Act“ und „Politik der trockenen Füße, nassen Füße“ bekannt, bildet ein Anreiz für den ungeordneten, irregulären und unsicheren Fluss kubanischer Staatsbürger, die unter Risiko ihres Lebens unsere Länder durchqueren, um an irgendeinen Punkt der Grenze zu den Vereinigten Staaten zu gelangen“, heißt es in dem Text.

Nach Auffassung der Außenminister stellt dieses Phänomen eine schwerwiegende humanitäre Krise für diese Personen kubanischer Nationalität dar.

„Wir sind der Auffassung, dass die Änderung des Cuban Adjustment Acts und der Politik der „trockenen Füße, nassen Füße“ ein erster Schritt wäre, die Verschärfung dieser schwierigen Situation aufzuhalten und Teil einer definitiven Lösung, um eine geordnete und reguläre Migration in unserer Region zu sichern.“

Die menschliche Mobilität und der migratorische Austausch müssten auf dem Respekt vor den Menschenrechten der Migranten beruhen, indem man Mechanismen zu ihrem Schutz und zur Abschwächung der mit der irregulären Immigration verbundenen Risiken fördere.

Schließlich schlagen die lateinamerikanischen Außenminister ihrem Amtskollegen aus den USA ein hochrangiges Treffen vor, um dieses Problem zu behandeln.

Wie der Außenminister Ecuadors Guillaume Long vor der Presse sagte, sei die Idee zunächst aus aus einer Vereinbarung zwischen Quito und Bogotá entstanden; dann hätten sich die anderen Unterzeichnerstaaten des Briefes angeschlossen.

Ecuador war eines der lateinamerikansichen Länder, das am meisten von der irregulären Migration der Kubaner beeinträchtigt wurde, die dieses und andere Länder der Region als Brücke für irreguläre Versuche benutzen, in die Vereinigten Staaten zu gelangen.