OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

QUITO — Der Außenminister von Ecua­dor, Guillaume Long, rief gestern die Regierung der USA dazu auf, ihre Migrationspolitik gegenüber Kuba zu beenden, da er der Meinung sei, sie stimuliere die illegale Migration aus der Karibikinsel, berichtete PL.

„Wir apellieren an die Regierung und den Kongress der Vereinigten Staaten, damit diese Politik beendet werde“, sagte der Leiter der ecuadorianischen Diplomatie während einer Pressekonferenz im Außenministerium.

Long bezog sich auf das Thema, als er zur Situation einer Gruppe von Kubanern befragt wurde, die seit mehreren Wochen in Quito kampieren und Hilfe fordern, um über Mexiko in die USA zu gelangen.

Nach Worten des Beamten sei es schwierig, dieser Bitte nachzukommen, da die ecuadorianische Regierung nicht Bestandteil dieser illegalen Art von Migration sein könne.

Er wies darauf hin, dass es ein grundlegendes Problem gebe, denn der Hauptanreiz für diese Emigration sei die Politik der „trockenen Füße-nassen Füße“ und das Cuban Adjustment Act, das jedem Emigranten der Insel, der US-amerikanischen Boden berührt, unabhängig von den dazu benutzten Mitteln Asyl gewährt.

„Darin liegt die erste Ungerechtigkeit, denn mit den anderen lateinamerikanischen Migranten ist es nicht so.“

Er fügte hinzu, dass hinter dieser Doppelmoral eine politische Absicht bestehe, deren Ziel es sei, Kuba zu schwächen, den Exodus zu bestärken und zu versuchen, Glauben zu machen, dass das kubanische politische System nicht funktioniere.

Nach Meinung des Ministers für Auswärtige Beziehungen sollte der gegenwärtige Prozess der Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba auch die Aufhebung dieser Gesetzesstrukturen vorsehen, der auf gewisse Weise Teil der Blockade gegen Kuba sei.

„Ich habe dies mit dem hiesigen Botschafter der USA (Todd Chap­man) besprochen, und es scheint uns dringlich, dass als Bestandteil der Normalisierung dem Gesetzesrahmen ein Ende gesetzt werde, der dies beschleunigen soll, und der uns in Situationen wie diese bringt, dass Kubaner von uns fordern, wir sollten ihnen die Weiterreise in die USA ermöglichen.“

Vor mehreren Tagen brachte die Botschaft Kubas in Ecuador ein Kommuniqué heraus, in dem sie verneinte, dass die in einem Park dieser Hauptstadt kampierenden Kubaner in ihrem Land politisch verfolgt würden, und jenen, die dies wünschten, Unterstützung anbot, um in ihre Heimat zurückzukehren.

Die Botschaft Kubas wolle vor der öffentlichen Meinung klarstellen, dass diese Bürger in ihrer übergroßen Mehrheit auf legale Weise aus unserem Land ausgereist seien und dass keiner von ihnen aufgrund seiner politischen Ideen verfolgt werde, wie es einige vorgebracht hätten, erläutert der Text.