OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Lateinamerika und die Karibik leiden unter der Entschleunigung ihrer Ökonomie, die durch den Verfall der Rohstoffpreise bedingt ist. Photo: Reuters

Die Welt erlebt heute einen Epochenwandel. Der weltweit beispiellose Anstieg der Ungleichheit, die immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels und die technologische Revolution, die Kapazitäten vervielfacht und Arbeitsplätze bedroht, sind Anzeichen dafür, dass die vorherrschende Art der Entwicklung unhaltbar geworden ist.

Diese Ungleichheit hat die internationale Gemeinschaft mobilisiert, die eine Roadmap bis zum Jahr 2030 vorgelegt hat, eine Agenda für die Nachhaltige Entwicklung, die das Ausmaß und die Dringlichkeit der globalen Herausforderungen widerspiegeln und die den Kampf gegen die Ungleichheit in den Mittelpunkt stellt.

Die Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu verwirklichen, erfordert, dass man spezifische Instrumente für deren Umsetzung in Gang setzt und diese konsolidiert. Dahingehend schlägt die Wirtschaftskomission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) vor, die Agenda 2010 aus der Perspektive der Entwicklungsstruktur und vom Gesichtspunkt der Länder Lateinamerikas und der Karibik zu ergänzen.

Der Vorschlag der Cepal geht von der progressiven strukturellen und nachhaltigenVeränderung aus: ein Tranformationsprozess zu produktiven Prozessen hin die: 1.) intensiv im Hinblick auf Lernen und Innovation sind 2.) mit den Märkten und der Bereitstellung der sich in schneller Expansion befindlichen von Waren und Dienstleistungen in Verbindung stehen, die ein Anstieg der Produktion und der Arbeitsplätze ermöglichen 3.) die den Umweltschutz und die Entkopplung des Wirtschaftswachstums von Emissionen begünstigen.

Um diese Veränderungen zu erreichen ist ein neuer Komplex von Institutionen und politischen Bündnissen erforderlich, die sie auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene fördern.

Gleichfalls muss die regionale Integration potenziert werden, weil sie den natürlichen Raum für die Schaffung von Produktivketten darstellt und die geographische Nähe und die Komplementarität zwischen den nationalen Ökonomien nutzen kann. Von entscheidender Wichtigkeit ist es außerdem, das Netz der regionalen Finanzsicherheit zu stärken, die Haushaltspolitik zu koordinieren und ausländische Investitionen direkt anzuziehen, bei der Schaffung eines einzigen digitalen Marktes voranzukommen und Resilienz Fonds für die Länder der Karibik zu bilden.

Es ist der Augenblick, in dem Lateinamerika und die Karibik einen großen Vorstoß in Sachen Umwelt unternehmen müssen d.h. ein Paket zu entwickeln, in dem öffentliche und private Investitionen in verschiedenen Bereichen koordiniert werden, um die auf Lernen und Innovation begründeten Standards für Energie, Produktion und Konsum neu zu definieren. Das erfordert eine erhöhte Investition in Infrastruktur, Energie und technologische Innovationen, um der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten. Gleichzeitig ist es notwendig, eine Sozialpolitik durchzuführen, die den universalen Zugang zu Gesundheit und Bildung und Vollbeschäftigung ermöglicht.

Diese Politik hat große Auswirkungen auf die Produktivität. Aber die Produktivität und die weltweite Anwendung der Rechte müssen Hand in Hand gehen: Das Eine kann ohne das Andere nicht aufrechterhalten werden.

Trotz der Widrigkeiten im Wirtschaftsbereich, denen sich die Region ausgesetzt sieht, eröffnet der gegenwärtige Moment hoffnungsvolle Wege. Darauf zielen auch die Vorschläge, die die Cepal Kommission bei ihrem wichtigsten zweijährlich stattfindenden Treffen vorlegen wird. Die 36. Sitzungsperiode findet vom 23. bis 27. Mai unter Teilnahme von hochrangigen Behörden unserer Region in der mexikanischen Hauptstadt statt.

Es ist eine ehrgeizige und zwingende Agenda entstanden, die Wachstum, Nachhaltigkeit und Gleichheit in den Mittelpunkt stellt. Wir Lateinamerikaner und Bewohner der Karibik müssen unsere Entwicklung selbst in die Hand nehmen. Von unserer eigenen Realität ausgehend, indem wir die Schwierigkeiten und Möglichkeiten erkennen und uns die Zukunft aus der Sicht des Südens vorstellen.

 *Alicia Bárcena, Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal).