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Mehrere Länder Lateinamerikas sind unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Drogenhandel militarisiert worden Photo: Reuters

LA PAZ – Der bolivianische Präsident Evo Morales erneuerte gestern seine Beschuldigung, dass sich hinter dem Kampf der Vereinigten Staaten gegen den Drogenhandel geopolitische Interessen versteckten, dergestalt, dass man die südamerikanischen Länder beherrschen und ihre Naturschätze unter Kontrolle haben wolle, verlautbarte PL.

Anlässlich der abschließenden Unterschrift unter Verträge mit einem Gesamtvolumen von 51,2 Millionen Dollar, bei denen es um den Ausbau der zweispurigen gepflasterten Strecke zwischen den Städten Cochabamba und Santa Cruz um zwanzig Kilometer binnen zweier Jahre geht, sprach Morales die negative Rolle der US-Agentur DEA an.

Früher sei der Kampf gegen den Drogenhandel in Bolivien durch die Vereinigten Staaten durchgeführt, verwaltet, organisiert und finanziert worden – mittels der Militärbasis in Chimoré, der DEA und der sogenannten Expeditionskräfte, bestehend aus Ex-Militärs, Ex-Polizisten und Ex-Sträflingen.

Diese Kräfte hingen weder von der nationalen Regierung, noch ihren Streitkräften ab, betonte Morales, sondern direkt von der Botschaft der Vereinigten Staaten und der US-Militärbasis von Chimoré, wohin jedes Jahr ein Staatsanwalt aus Washington kam, um das Land zu taxieren.

„Wir fragen uns“, meinte Morales, „wie wohl die Regierung in Washington reagieren würde, wenn ein Generalstaatsanwalt aus Bolivien jedes Jahr in die USA reiste, um einige politische Interna dieses Landes zu bewerten.“

“Deshalb”, so der Präsident, „sind wir davon überzeugt, dass hinter dem sogenannten Kampf gegen den Drogenhandel aufseiten der Vereinigten Staaten das geopolitische Interesse steht, unser Land zu kontrollieren, zu beherrschen, zu demütigen und einen Keil zwischen uns zu treiben.“

Er fügte hinzu: „Durch die US-Unternehmen beraubte man uns, beutete unsere natürlichen Ressourcen aus und verhinderte die Entwicklung des Landes und ganz Lateinamerikas“, wie PL zitiert.

„Beweis dafür ist“, enthüllte Morales, „dass in 20 Jahren Neoliberalismus die Öleinnahmen sich auf 4,5 Milliarden Dollar insgesamt beliefen, während im besten Jahr unserer Regierung, nämlich 2014, vor dem Verfall des Erdölpreises, der Erlös bei 5,4 Milliarden lag.“

„In einem einzigen Jahr waren die Öleinnahmen Boliviens höher als in 20 Jahren neoliberaler Regierungen zusammen“, hob er hervor.

„Im vergangenen 2015 betrugen nach dem Niedergang des Erdölpreises die Öleinkünfte 4 Milliarden Dollar“, sagte er, wobei er herausstellte, dass die Verstaatlichungen einer der Schlüssel für das Wachstum Boliviens seien.