
WASHINGTON- Der Präsident Kolumbiens Juan Manuel Santos schloss am Mittwoch aus, dass die während des Konflikts in seinem Land für Verbrechen gegen die Menschheit Verantwortlichen nach dem Friedensvertrag straflos bleiben.
Der Präsident betonte, dass die Friedensvereinbarungen, die seine Regierung mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC-EP) schließt, den internationalen Rechtsnormen entsprechen.
In einer Pressekonferenz im Wilson Center sagte Santos, dass die höchsten Verantwortlichen besagter Verletzungen der Menschenrechte vom Justizsystem gerichet, verurteilt und bestraft würden.
Der Regierungschef ging damit insgeheim auf einen Bericht der US-Organisation Human Richts Watch ein, die die Friedensvereinbarungen als einen Hort der Straflosigkeit bezeichnet hatte.
„Wir haben eine korrekte Vereinbarung getroffen. Wir haben genügend Gerechtigkeitsinn um allen internationalen Rechtsnormen zu entsprechen und trotzdem gleichzeitig den Frieden zuzulassen“, betonte Santos, der heute mit Präsident Obama zusammentrifft.
Dieses Treffen sieht die Neuformulierung der US-Hilfe an Kolumbien vor, wenn einmal der Konflikt beendet ist, auch wenn Santos bereits vorher sagte, er erwarte, dass die Vereinigten Staaten „ein guterPartner beim Aufbau des Friedens“ seien.
Diese Auffassung steht in Einklang mit der Forderung, die am Mittwoch die Verhandlungsteilnehmer der FARC-EP in Havanna stellten, die von Washington forderten, nach dem Scheitern des Plan Columbia, der vor 15 Jahren durchgeführt wurde, zur Finanzierung des Friedens beizutragen. Der Sprecher der Aufständischen Pastor Alape führte aus, dass diese Politik der Vereinigten Staaten eine schmerzhafte nationale Tragödie hervorgerufen habe, die die Zahl der Opfer erhöht und sieben Millionen Menschen in Kolumbien zur Flucht gezwungen habe.
Die größte Guerillaorganisation Kolumbiens und die Regierung Santos wollen in diesem Jahr einen definitiven Friedensvertrag schließen, der einem über ein halbes Jahrhundert andauernden bewaffneten und sozialen Konflikt ein Ende setzen soll, was die Notwendigkeit einer Überprüfung der US-Hilfe erforderlich macht.




