OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens- Heer des Volkes (FARC-EP) kündigten am Mittwoch eine einseitige Waffenruhe an, die ab 20. Juli gelten soll.

Von Havanna aus, wo die Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung stattfinden, sagte der Chef der Delegation der Aufständischen, Iván Márquez, dass das Ziel sei, günstige Bedingungen zu schaffen, um mit der anderen Seite einen bilateralen und definitiven Waffenstillstand zu erreichen.

„Wir sind nach Kuba gekommen, um zu einem Friedensvertrag zu gelangen und einem mehr als ein halbes Jahrhundert andauernden Krieg ein Ende zu setzen. Nichts könnte uns größere Befriedigung verschaffen, als das definitive Ende der Konfrontation, der Gewalt, der Schaffung neuer Opfer und des Leidens des kolumbianischen Volkes als Folge des Konfliktes“, sagte er laut PL.

Márquez fügte hinzu, das die Guerilla sich den Aufruf, der in der kubanischen Hauptstadt von den Ländern, die als Garanten und als Begleiter der Friedensgespräche fungieren, gemacht wurde, zu eigen mache.

Wir begrüßen das ausdrückliche Ersuchen an die Gesprächspartner sich dringend um eine Deeskalation des bewaffneten Konflikts zu bemühen und jegliche Art von Aktionen, die Opfer und Leiden mit sich bringen weitestmöglich einzuschränken und die Umsetzung der vertrauenbildenden Maßnahmen, wozu auch die Annahme einer Vereinbarung zum Waffenstillstand und zur definitiven Einstellung der bilateralen Feindseligkeiten sowie eine andere über die Rechte der Opfer gehört, zu intensivieren.

Die FARC-EP ersuchte die Zusammenarbeit der Frente Amplio por la Paz, der Kirchen und der konstituierenden Bewegung für den Frieden, die diesen Beschluss als Inspektoren überwachen sollen.

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos seinerseits würdigte den neuen einseitigen auf einen Monat befristeten Waffenstillstand der FARC-EP, sagte aber, dass „man mehr benötige“ und forderte „Verpflichtungen“ um die Friedensgespräche mit dieser Guerilla zu beschleunigen.

Während der Konferenz des Nationalen Umwelstsystems bekräftigte der Regierungschef die Notwendigkeit, die Verhandlungen im Hinblick auf eine Vereinbarung über einen bilateralen und definitiven Waffenstillstand zu beschleunigen, berichtet die kolumbianische Zeitschrift „Semana“.

Währenddessen sagte der Generalstaatsanwalt Kolumbiens, Alejandro Ordoñez, der Friedensprozess müsse sich Fristen setzen, die Verhandlungen dürften nicht über den 31. Dezember dieses Jahres hinausgehen.

Die Reaktionen in Kolumbien waren vielfältig. Der Vorsitzende der regierenden Sozialen Partei der Nationalen Einheit, Roy Barreras, sagte im Fernsehsender Canal Capital , dass man auf die Einrichtung eines bilateralen und definitiven Waffenstillstands hoffe.

Die Ex-Senatorin Piedad Córdoba forderte über das soziale Netz Twitter, vom Verhandlungstisch Fortschritte beim bilateralen Waffenstillstand.

Der Führer der Bewegungen Marcha Patriotica und Poder Cuidadano erinnerte daran, dass zwischen April und Juli mehr als 100 Kämpfer, Soldaten des Heeres und Guerilleros gestorben seien.

Senator Iván Cepeda betrachtete ihn als positiven Schritt und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser Waffenstillstand ein Vorbote des Endes der kriegerischen Auseinandersetzungen und der damit verbundenen Feindseligkeiten sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Guerilla diese Art einseitiger Maßnahmen ergriffen hat. Der letzte Waffenstillstand dauerte fünf Monate und wurde in der zweiten Maihälfte aufgekündigt, nachdem die Bombardierung durch das Militär wieder aufgenommen worden war, was zur Verschärfung des Kampfes geführt hatte.

Die Friedensgespräche finden seit November 2012 in der kubanischen Hauptstadt statt. Kuba und Norwegen sind Garanten des Prozesses während Chile und Venezuela als Begleiter fungieren.