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Diaz-Canel sagte, dass sowohl die CELAC als auch Kuba zum Gipfel mit einer konstruktiven Position des Dialogs gehen, vorausgesetzt, dass ihre Souveränität respektiert werde und es keine Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten gebe. Photo: Prensa Latina

BRÜSSEL - Der Erste Vizepräsident des Staats- und des Ministerrates Kubas, Miguel Diaz-Canel, wies gestern in Brüssel auf das Bestehen von Differenzen und gemeinsamen Herausforderungen zwischen Lateinamerika und der Karibik und Europa hin und trat für einen konstruktiven Dialog zwischen beiden Regionen ein.

Vor langer Zeit habe Europa eine egalitäre Beziehung zu den Ländern Lateinamerikas und der Karibik vorgeschlagen, aber tatsächlich sei dieser Zustand der Gleichheit nie erreicht worden, sagte er gegenüber Prensa Latina.

Deshalb würden die Asymmetrien und Entwicklungsunterschiede immer größer. Es gebe auch unterschiedliche Ansichten darüber, wie die Elemente rund um die Entwicklung zu betrachten seien, insbesondere die Maßnahmen, die umgesetzt werden müssen, um dies zu erreichen.

„Es gibt Unzufriedenheiten unter den Völkern unserer Region in Bezug auf das, was in dieser biregionalen Partnerschaft erreicht worden ist“, sagte Diaz-Canel, die in Brüssel weilt, um am 10. und 11. Juni.am zweiten Gipfel der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (CELAC) mit der Europäischen Union (EU) teilzunehmen.

Seiner Ansicht nach sei der Gipfel ein Rahmen, in dem überprüft und vorschlagen werden sollte, was erreicht werden soll und wie diese ganze Beziehung perfektioniert werden kann. „Wir sind in einem Moment, in dem von Seiten der europäischen Länder ein größerer politischer Wille zu spüren ist, einen Dialog des Respekts, der Nichteinmischung, der Nichtdiskriminierung mit den Völkern Lateinamerikas zu führen. “

Seiner Meinung nach gebe es Voraussetzungen, um innerhalb einer Agenda des politischen Dialogs und der Kooperation Themen wie nachhaltige Entwicklung, Soziale Angelegenheiten, Gesundheit, öffentliche Sicherheit, Migrationsprobleme, Kampf gegen Drogen, Fortschritt im wissenschaftlich-technischen Austausch, Bildung, Probleme des Klimawandels und Umwelt zu behandeln.

All dies ist zu berücksichtigen, ohne dem Blick auf die historische Schuld auszuweichen, die die europäischen Länder gegenüber Lateinamerika und der Karibik tragen. Wir hoffen, einen Dialog zu erreichen, der es ermöglicht, ein realistischeres Programm dessen zu haben, was als biregionale Allianz bezeichnet worden ist.

Seitdem diese Art von Gipfeltreffen begonnen wurden, hat sich der Kontext gewandelt und sehr wichtige Dinge sind in dieser Beziehung passiert: Lateinamerika und die Karibik sind in die CELAC integriert und Europa ist seit 2007 in den Vertrag von Lissabon eingebunden.

Diaz-Canel sagte, dass hierzu der Prozess der Wiederaufnahme und späteren Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten komme. „Unsere Beziehung zu Europa wird auch von diesen Ereignissen etwas beeinflusst, die nicht nur unsere nationale Dimension, sondern auch die Lateinamerikas, der Karibik und Europas kennzeichnen.“

Der kubanische Erste Vizepräsident betonte, es habe diesbezüglich in der letzten Zeit „eine flüssigere Beziehung zu europäischen Ländern gegeben, seitdem die Zusammenarbeit wieder aufgenommen wurde, und wir sind nun auf einem wichtigen Weg, weil der politische Dialog und die Zusammenarbeit wieder hergestellt wurde, um eine tatsächliche Einigung zu erreichen“.

„Es gibt viele Beziehungspunkte zwischen Kuba und Europa, an denen wir arbeiten können, wie den Klimawandel, die nachhaltige Entwicklung, den wissenschaftlich- technischen Austausch, den Austausch von Studenten, die Probleme der Gesundheit.“

„Wir können sogar an Drittländer verknüpft kooperieren, also in einer dreigliedrigen Beziehung, in die wir afrikanische und lateinamerikanische Staaten einbeziehen können. Wir können die Humanressourcen stellen und andere müssen die Finanzen und die Technologie bereitstellen. Natürlich müsste das den Interessen jener Länder entsprechen“.

Er sagte, dass ein günstiges Umfeld für einen konstruktiven Dialog vorliege und führte aus, dass sowohl die CELAC als auch Kuba zum Gipfel mit einer konstruktiven Position des Dialogs gehen, unter der Voraussetzung, dass ihre Souveränität respektiert werde und es keine Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten gebe. „Ich denke, es gibt Voraussetzungen für einen echten Fortschritt, die sogar reifer sind als zu anderen Zeiten“.