OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Er dankte allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik für die Solidarität, die es möglich gemacht habe, dass Kuba gleichberechtigt an diesem hemisphärischen Forum teilnimmt, und dem Präsidenten der Republik Panama für die Einladung und für die gewährten Minuten, da „so viele Jahre Abwesenheit“ an diesen Veranstaltungen rechtfertigen, dass er ein wenig länger als die festgelegten acht Minuten Sprechzeit in Anspruch nehme.

Photo: cumbredelasamericas.pa

Er argumentierte, dass, als am 2. und 3. Dezember 2011 in Caracas die Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten gegründet wurde, eine neue Ära in der Geschichte Unseres Amerikas eingeleitet wurde, das auf sein hart verdientes Recht pochte, in Frieden zu leben und sich so zu entwickeln, wie es seine Völker frei entscheiden. Es steckte sich für die Zukunft einen Weg der Entwicklung und der Integration ab, basierend auf Zusammenarbeit, Solidarität und dem gemeinsamen Willen, die Unabhängigkeit, Souveränität und Identität zu bewahren.

Im Jahr 1800 hatte man überlegt, Kuba der Union des Nordens anzuschließen, als südliche Grenze des riesigen Imperiums. Im 19. Jahrhundert entstanden die Doktrin „Manifest Destiny“ („offensichtliche Bestimmung“), die auf die Beherrschung ganz Amerikas und der Welt abzielte, und die Idee der Reifen Frucht bezüglich des unvermeidlichen gravitationsbedingten Falls Kubas an die amerikanische Union, die die Entstehung und Entwicklung eines eigenen und emanzipatorischen Denkens verschmähte.

Raúl führte aus, dass diese expansionistische und hegemoniale Macht später durch Kriege, Eroberungen und Interventionen Unserem Amerika Gebiete geraubt und sich bis zum Rio Grande ausgedehnt habe.

Nach langen Kämpfen, die scheiterten, organisierte José Martí den „notwendigen Krieg“ und gründete die Kubanische Revolutionäre Partei, um sie zu führen und eine Republik „mit allen und für das Wohl aller“ zu gründen, die beabsichtigte, „die volle Würde des Menschen“ zu erreichen.

Mit Sicherheit und Vorsehung die Züge seiner Zeit definierend, widmete sich Martí der Pflicht, „mit der Unabhängigkeit Kubas rechtzeitig zu verhindern, dass sich die Vereinigten Staaten über die Antillen ausbreiten und mit dieser zusätzlichen Kraft über unsere Länder Amerikas herfallen“.

Unser Amerika sei für ihn das des Kreolen, des Indios, des Schwarzen und Mulatten gewesen, das gemischte und arbeitende Amerika, das gemeinsame Sache mit den Unterdrückten und Geplünderten machen müsse. Dies sei, von der Geografie abgesehen, ein Ideal, das beginne, Wirklichkeit zu werden, sagte Raúl.

Er fügte hinzu, dass vor 117 Jahren, am 11. April 1898, der damalige Präsident der Vereinigten Staaten beim Kongress die Genehmigung beantragte, militärisch in den Unabhängigkeitskrieg einzugreifen, der mit Flüssen kubanischen Blutes bereits gewonnen war, und dieser gab seine irreführende Gemeinsame Resolution heraus, die die Unabhängigkeit der Insel „in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht“ anerkannte. Sie kehrten als Verbündete ein und beschlagnahmten das Land als Besatzer.

Kuba wurde ein Verfassungsanhang, das Platt-Amendment, aufgezwungen, das es seiner Souveränität beraubte. Es genehmigte dem mächtigen Nachbarn, in die inneren Angelegenheiten einzugreifen und führte zur Einrichtung des Marinestützpunktes von Guantanamo, der noch immer einen Teil unseres Territoriums usurpiert. In dieser Zeit wuchs die Invasion des nördlichen Kapitals, es gab zwei militärische Interventionen und grausame Diktaturen wurden unterstützt.

Am 1. Januar 1959, 60 Jahre nach dem Einmarsch der US-amerikanischen Soldaten in Havanna, siegte die kubanische Revolution und die von Fidel Castro Ruz geführte Rebellenarmee erreichte die Hauptstadt.

Am 6. April 1960, nur ein Jahr nach dem Sieg, schrieb Staatssekretär Lester Mallory in einem perversen Memorandum, das Jahrzehnte später freigegeben wurde: „die Mehrheit der Kubaner unterstützt Castro ... Es gibt keine wirksame politische Opposition. Das einzige absehbare Mittel, um ihm interne Unterstützung zu nehmen, ist, über Enttäuschung und Unzufriedenheit aufgrund wirtschaftlicher Mängel und Elend (...) das Wirtschaftsleben zu schwächen (...) und Kuba Geld und Versorgung zu rauben, um die Nominal- und Reallöhne zu reduzieren und Hunger, Verzweiflung und den Sturz der Regierung hervorzurufen“, zitierte der Armeegeneral.

Er ging auch darauf ein, dass die Kubaner große Not ertragen haben. 77 % der kubanischen Bevölkerung sei unter den Strapazen geboren worden, die die Blockade auferlege. „Aber unsere patriotischen Überzeugungen setzten sich durch. Die Aggression erhöhte den Widerstand und beschleunigte den revolutionären Prozess. Hier sind wir mit erhobenem Haupt und intakter Würde“, unterstrich er.

„Als wir schon den Sozialismus verkündet hatten und das Volk in der Schweinebucht gekämpft hatte, um ihn zu verteidigen, wurde Präsident Kennedy ermordet, genau in dem Moment, als der Führer der kubanischen Revolution Fidel Castro eine Nachricht von ihm erhielt, in der er seine Absicht mitteilte, den Dialog einzuleiten“, fuhr er fort.

An anderer Stelle seiner Rede sagte der Armeegeneral, dass er gegenüber Präsident Barack Obama die Bereitschaft zum Ausdruck gebracht habe und jetzt bekräftige, trotz unserer tiefgreifenden Unterschiede zwischen beiden Staaten einen respektvollen Dialog zu führen und ein zivilisiertes Zusammenleben zu fördern.

Er äußerte, dass Präsident Obama ein ehrlicher Mann sei und er glaube, dass dessen Wesensart auf seine einfache Herkunft zurückzuführen sei. Aber die Normalisierung der Beziehungen sei eine Sache, und die Blockade eine andere.

Als einen positiven Schritt bewertete er Obamas jüngste Erklärung, dass er schnell über die Anführung Kubas in der Liste der Länder entscheiden werde, die den Terrorismus fördern, auf der es niemals hätte aufgeführt werden dürfen.

„Bis heute kommt die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade in ihrer vollen Intensität gegen die Insel zur Anwendung, ruft Schäden und Entbehrungen im Volk hervor und ist das Haupthindernis für die Entwicklung unserer Wirtschaft. Sie stellt eine Verletzung des Völkerrechts dar und ihre exterritoriale Ausdehnung schadet den Interessen aller Staaten“, hob er hervor.

„Unsererseits werden wir uns weiterhin dem Aktualisierungsprozess des kubanischen Wirtschaftsmodells widmen, mit dem Ziel, unseren Sozialismus zu perfektionieren, die Entwicklung voranzutreiben und die Errungenschaften einer Revolution zu konsolidieren, die sich vorgenommen hat, die volle Gerechtigkeit zu erringen.“

Weiter bestätigte er, dass Venezuela keine Bedrohung der nationalen Sicherheit einer Supermacht wie der Vereinigten Staaten sei oder sein könne und wertete als positiv, dass der US-amerikanische Präsident dies anerkannte.

„Kuba wird weiterhin die Ideen verteidigen, für die unser Volk die größten Opfer und Risiken auf sich genommen und gekämpft hat, an der Seite der Armen, der Kranken ohne medizinische Behandlung, der Arbeitslosen, der Jungen und Mädchen, die ihrem Schicksal überlassen worden oder gezwungen worden sind, zu arbeiten oder sich zu prostituieren, der Hungernden, der Diskriminierten, der Unterdrückten und der Ausgebeuteten, die die übergroße Mehrheit der Weltbevölkerung darstellen“, unterstrich er.

Er bezog sich weiterhin darauf, dass die Finanzspekulation, die Privilegien von Bretton Woods und die unilaterale Absetzung der Konvertibilität des Dollar in Gold immer erstickender wirken. „Wir benötigen ein transparentes und gerechtes Finanzsystem“.

Er sagte, dass nicht zu akzeptieren sei, dass weniger als ein Dutzend von Medienkonzernen, insbesondere US-amerikanischer, bestimmen, was auf den Planeten gelesen, gesehen oder gehört werde.

Er wies darauf hin, dass das Internet eine internationale, demokratische und partizipative Leitung brauche, insbesondere was die Erstellung von Inhalten betreffe. Sich auf eine Fabel von Äsop beziehend, sagte er, dass das Internet zum Besten, aber auch zum Schlechtesten dienen könne.

Als inakzeptabel bezeichnete er an anderer Stelle die Militarisierung des Cyberspace und die verdeckte und illegale Nutzung von Informatiksystemen für Angriffe auf andere Staaten. „Wir werden nicht zulassen, verblendet oder nochmals kolonisiert zu werden.“

Zum Abschluss verteidigte er die Ansicht, dass sich insbesondere im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich die Beziehungen in der Hemisphäre tiefgründig verändern müssten, damit sie sich auf der Grundlage des Völkerrechts und der Ausübung der Selbstbestimmung und souveränen Gleichheit auf die Entwicklung gegenseitig vorteilhafter und kooperativer Beziehungen konzentrieren, um den Interessen aller unserer Länder und den vorgestellten Zielen zu dienen.

Er erinnerte daran, dass die Bestätigung der Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Gebiet des Friedens im Januar 2014 während des zweiten Gipfeltreffens der CELAC in Havanna einen transzendenten Beitrag zu diesem Ziel darstelle, das von der lateinamerikanischen und karibischen Einheit in deren Verschiedenartigkeit bestimmt ist.

Der kubanische Präsident bestand darauf, dass respektiert werden müsse, was in der Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Gebiet des Friedens stehe: „das unveräußerliche Recht eines jeden Staates, sein politisches, ökonomisches, soziales und kulturelles System zu wählen als wesentliche Bedingung, um das friedliche Zusammenleben der Nationen zu sichern. “

Er endete mit den Worten, dass er dank Fidels und des heldenhaften kubanischen Volkes zu diesem Gipfeltreffen gekommen sei, um ein Mandat Martis mit der eigenhändig errungenen Freiheit zu erfüllen, „um, stolz auf unser Amerika, ihm zu dienen und es zu ehren ... mit der Entschlossenheit und der Fähigkeit, dazu beizutragen, dass es aufgrund seiner Errungenschaften geschätzt und ihm aufgrund seiner Opfer Respekt gezollt werde.“