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TOKYO.— Arlen López hatte vor dem Kampf um den Olympiatitel über 81 kg gegen den Engländer Benjamin Whittaker gesagt: „Ich bin der Champion und ich werde es beweisen."

Von der ersten Runde an gab es keine Zweifel: im Ring der Kukigan-Arena war es der Mann aus Guantanamo, der den Kampf bestimmte. Er diktierte das Tempo und landete die besseren Schläge.

Der Kubaner sagte nach der Auseinandersetzung, dass „es ein zu 100 % richtiger Kampf war, weil er genau wie geplant abgelaufen ist".Dass ein so bedeutender Kampf auf diese Weise stattfinden konnte, lag seinen Worten nach „an der hervorragenden Vorbereitung, die wir alle für dieses anspruchsvolle Turnier hatten“.

Foto: Roberto Morejón.

„Sie waren nicht leicht“, fügte er hinzu, „weder für mich noch für irgendjemanden: diese Olympischen Spiele, bei denen ich mein zweites Gold geholt habe.Wir haben lange Zeit ohne Boxen verbracht, während sie in Europa nicht damit aufhörten. Dabei hatte ich – wie auch Julio César la Cruz – die zusätzliche Herausforderung, in einer neuen Gewichtsklasse zu debütieren, der von 81 Kilogramm, und das gleich auf dem größten Sportevent der Welt. Aber wir nahmen das in Kauf und zweifelten nie an einem Ergebnis wie dem von heute (Mittwoch, 4. Februar). Aber es geht nicht nur um mich, sondern auch um jene, die bereits gewonnen haben und die es noch tun werden.Es wird noch Geschichte im Ring zu machen sein. Was das Boxen angeht, wiegt immer eine hohe Verantwortung auf den kubanischen Delegationen bei Großveranstaltungen wie dieser.

Und das verursacht zusätzlichen Druck?

Ich hab ja schon gesagt, dass der Druck immer da ist, und das ist ja auch etwas Tolles, denn wenn du dich nicht unter Druck gesetzt fühlst, wirst du nicht mit all dem Interesse und der Ernsthaftigkeit, die dein Land repräsentiert, an die Sache rangehen.Deshalb habe ich gesagt, dass es gut ist, Druck zu haben, weil es das berühmte Extra aus dir rausholt und den Champ hervorbringt.Für uns ist diese Verantwortung vor der Delegation keine Belastung, sondern Ehre und Verpflichtung sowie ein Beweis des Vertrauens in die kubanische Boxschule.So sehe ich das und bin stolz darauf.“

„Und vergiss nicht, dass ich noch eine andere Mission zu erfüllen hatte, denn einschließlich der Spiele von Rio de Janeiro 2016 war der König dieser Kategorie Julio César la Cruz, und ich konnte dessen Herrschaft ja wohl nicht gut fallen lassen", sagte er mit Freude dessen, der gegenüber seinem Kapitän eine Pflicht bewältigt hat.

Sie konnten ihren Vater zwar nicht sehen, aber sie müssen am Herzschlag ihrer Mutter gespürt haben, dass etwas Großes geschah.Die Zwillinge von Arlen López sind noch nicht geboren, aber ihr Papa hat jetzt zwei Goldmedaillen – eine für jeden von ihnen.

Foto: Roberto Morejón.

Zum Schluss ein wenig erfreuliche Statistik: Mit Arlen Lopez sind es nunmehr zehn kubanische Boxer, die mehr als einmal olympisches Gold gewonnen haben: Teófilo Stevenson und Félix Savón (sie sogar mit drei Olympiasiegen), Ángel Herrera, Ariel Hernández, Héctor Vinent, Mario Kindelán, Guillermo Rigondeaux, Robeisis Ramírez und Roniel Iglesias.