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Yaimés Karriere wies kontinuierlich nach oben, sodass sie heute die Elite im Diskuswerfen darstellt Photo: Getty Images

Zum Abschluss einer Saison voller herausragender Ergebnisse für kubanische Leichtathleten sehen wir vor allem die Leistung der Diskuswerferin aus Santiago de Cuba Yaimé Pérez, die im Jahre 2019 erneut eine der großen Favoritinnen für den Titel Sportlerin des Jahres ist, den sie bereits im vergangenen Jahr gewann.

Die „Russin“, wie sie von ihren Freunden und Rivalen genannt wird, hatte eine traumhafte Saison. Sie führte einen guten Teil des Jahres die Weltrangliste mit 69,39 m an, erzielt beim Meeting in Soteville, Frankreich, im vergangenen Juli, was auch ihre persönliche Bestweite ist, mit der sie ihre bisherige von 68,86 m übertraf.

Mit einer Stabilität und Progression ihrer Weiten, was für die Qualität ihrer Trainingsmethoden und ihr Engagement bei der Vorbereitung spricht, ließ Yaimé jene Tage hinter sich, in denen sie in wichtigen Wettkämpfen zwar mit guten Ergebnissen aufwartete, es aber nicht schaffte, den letzten Schritt zur Bezwingung ihrer Hauptkonkurrentinnen zu vollziehen, vor allem der zweifachen Olympiasiegerin und Weltmeisterin aus Kroatien Sandra Perkovic.

Sie gewann sieben der zehn Top-Events der diesjährigen Saison und es hat den Anschein, als habe sie nun die sportliche Reife erlangt, um sich mit optimaler psychologischer Vorbereitung an die Spitze zu setzen.

Ihren ersten großen Sieg des Jahres feierte sie bei den Panamerikanischen Spielen in Lima, wo sie mit ihrem letzten Wurf nicht nur sensationell noch die Goldmedaille holte, sondern mit einer Marke von 66,58 m auch noch einen neuen panamerikanischen Rekord aufstellte. Dann verteidigte sie in der Diamond League ihren Titel vom Vorjahr: Ihr Wurf von 68,27 m im Finale von Brüssel verwies Perkovic, die sich mit 66 Metern erneut geschlagen geben musste, zum zweiten Mal in Folge auf Rang zwei in der Endabrechnung.

Bei der Weltmeisterschaft in Doha, Katar, war sie stark favorisiert gewesen und erfüllte die Erwartungen. Kuba erzielte einen Doppelsieg, und die „Unbezwingbare“ musste, um 69,17 m im 5. Versuch erreichen zu können, eine Rückenverletzung überwinden, die schon ihre Teilnahme am großen Finale bedroht hatte. Auf dem zweiten Podiumsplatz stand am Ende ihre Sportskameradin und Landsmännin Denia Caballero.

Für die kommende Saison ist das Diskuswerfen aus dem Kanon der Wettbewerbe der Diamantliga als „wenig attraktiv“ gestrichen. Die IAAF ist auf Forderungen des Fernsehens hin gezwungen, die Laufzeit eines jeden Meetings auf 90 Minuten zu limitieren. Sie stellt mit dieser Entscheidung finanzielle über sportliche Interessen und beeinträchtigt die Chancen Kubas, zum dritten Mal hintereinander einen Titel in der Diamond League zu gewinnen.

Auch andere hervorragende kubanische Athletinnen wie die Judoka Idalys Ortiz und die Radsportlerin Arlenis Sierra haben Aussichten, die Auszeichnung „Sportlerin des Jahres“ in Kuba zu erringen, aber Yaimé Pérez ist wohl als Topfavoritin anzusehen.