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Die Stabhochspringerin Yarisley Silva hat gute Aussichten, auf dem panamerikanischen Podium von Lima zu landen Foto: Ricardo López Hevia
Die Stabhochspringerin Yarisley Silva hat gute Aussichten, auf dem panamerikanischen Podium von Lima zu landen Photo: Ricardo López Hevia

In jeder Neuauflage der Panamerikanischen Spiele sind die Leichtathletik und die Kampfsportarten die Disziplinen, die den kubanischen Delegationen die meisten Titel einbringen. Beim diesjährigen Multisport-Event in Lima wird es gewiss auch Goldmedaillen geben, allerdings nicht in dem Maße, wie es unsere Athleten lange Zeit gewohnt waren.

Yipsi Moreno, ehemalige Hammerwerferin der Weltklasse und heute Nationale Kommissarin, sagte in einem Gespräch mit Granma während einer Wettbewerbssitzung, dass „die Anzahl der in Toronto gewonnenen Goldmedaillen zu wiederholen eine echte Leistung wäre, obwohl alles von den Teams abhängt, die Großmächte in diesem Sektor wie die Vereinigten Staaten, Kanada oder Jamaika präsentieren. Wir haben keine Prognosen für Lima, aber wir wissen, dass wir bestimmt dreimal ganz oben auf dem Podium stehen können, und hoffen, dass einige Überraschungen hinzukommen werden."

2015 siegte das kubanische Team beim Dreisprung und Marathon der Herren sowie beim Diskuswerfen, Stabhochsprung und im Siebenkampf. Die drei Frauen werden versuchen, die panamerikanische Vormachtstellung beizubehalten, aber als so gut wie sicher kann angesichts der Leistungsstabilität in diesem Jahr allein das Diskuswerferinnen-Doppel Denia Caballero und Yaimé Pérez (oder umgekehrt) angesehen werden. Diesen Donnerstag gewannen Denia und Yaimé beim Treffen in Huelva, Spanien, Gold und Silber, wobei Caballero mit 69,20 m eine neue Jahresweltbestleisung aufstellte und damit die 68,46 übertraf, die sie Mitte letzten Monats erzielt hatte.

Obwohl Yorgelis Rodriguez wohl auch diesmal wieder Hauptfavoritin im Siebenkampf ist, bleibt ein Fragezeichen, wird dies doch ihre erste große Prüfung nach einer Knieverletzung sein. Die Stabhochspringerin Yarisley Silva ist in diesem Jahr von den 4,85 m, die ihr in Kanada zum Sieg verhalfen, noch weit entfernt. Zwar war die Athletin aus Pinar del Rio lange eine Bank, wenn es galt, große Ergebnisse in wichtigen Wettbewerben zu erzielen, doch bislang in der Saison stehen für sie lediglich 4,67 m zu Buche, eine ordentliche Marke zwar, aber auch nicht mehr. Hoffnung macht allerdings, dass sie bei ihren letzten beiden Auftritten in der Diamantliga die gleiche Höhe sprang wie ihre gefährlichsten Gegnerinnen auf dem amerikanischen Kontinent, darunter die Venezolanerin Robelys Peinado sowie Katie Nageotte und Sandi Morris aus den USA – mutmaßlich Yarisleys hauptsächliche Rivalinnen in Peru.

Ein Titel, der dagegen – Freiheit von Verletzungen vorausgesetzt – fast sicher erscheint, ist der des Weitspringers Juan Miguel Echevarría. Der 20jährige hat sich zurzeit auf Weiten von 8,30 m oder knapp darüber eingesprungen und scheint in Lima konkurrenzlos. Hier könnte Maikel Massó dem Weitenjäger Echevarría auf dem Podium Gesellschaft leisten.  

Auf dem eben bereits erwähnten Meeting in Huelva, Spanien, spielten unter anderem die 400-Meter-Läuferin Adriana Gómez und der großgewachsene 400-Meter-Hürdenläufer Zurian Hechavarría eine Rolle, die sich in 52,37 Sek bzw. 55,40 Sek durchsetzten. Liadagmis Povea belegte im Dreisprung der Frauen mit 14,45 Metern den zweiten Platz, nur übertroffen von der venezolanischen Weltmeisterin Yulimar Rojas, die mit 15,06 Metern neuem Landesrekord sprang. Jeder dieser kubanischen Athleten könnte in Lima überraschen.