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Julio César la Cruz (links) setzt sich neue Ziele für seine sportliche Laufbahn (Foto: Ariel Cecilio Lemus)

Für den viermaligen Boxweltmeister Julio César la Cruz (81 kg) gibt es keine sportlichen Ziele, die unerreichbar wären, solange die Motivation stimmt und das nötige Engagement beim täglichen Training.

Der Kapitän des Teams Domadores de Cuba ist fest davon überzeugt, dass das große Finale der VIII. Weltserie des Boxens (WSB) gegen die „Wölfe von Astana“ (Kasachstan) am 26. und 28. des Monats in China zugunsten der Größten der Antillen ausgehen wird, so gut habe sich seine Equipe vorbereitet.

„Das Duell zwischen Kasachen und Kubanern ist ein Klassiker der WSB. Da hat keine Seite Geschenke zu verteilen. Dennoch glaube ich, trotz der Prognosen vieler, nicht daran, dass es zu einem elften Kampf kommen wird (der im Falle eines Unentschiedens nach zehn regulären Kämpfen die Entscheidung brächte). Ich bin mir sicher, dass die Domadores mit sechs oder sieben Siegen die Arbeit vorher erledigt haben werden“, sagte der mehrfache Welttitelträger, der auch amtierender Olympiachampion in seiner Gewichtsklasse ist.

Julio César zieht seinen Optimismus aus der Tatsache, dass seine Compañeros körperlich topfit antreten werden und gerade Kasachstan gegenüber Revanchegelüste haben, gegen das sie 2015 und 2017 in den Endkämpfen unterlegen waren.

„Wir haben Respekt vor der Qualität des Gegners, aber wir werden hochmotiviert antreten. Wir haben uns geschworen, zum dritten Mal die Krone der Weltserie des Boxens zu holen. Hier hat sich niemand ausgeruht und das Ziel ist definitiv der Sieg. Die Möglichkeit, wieder gegen die Kasachen den Kürzeren zu ziehen, ist nicht im kollektiven Gedächtnis des Teams“, fügte er hinzu.

Vor der Realität, das Turnier mit vier Boxern von geringer bis sehr geringer internationaler Erfahrung bestreiten zu müssen, argumentiert der Athlet aus Camagüey, diese Situation sei nicht so besorgniserregend, wie man glauben könnte.

„Es stimmt schon, wir reisen mit einer jungen Truppe an, einige von ihnen Debütanten in der WSB, aber das ist kein Hinderungsgrund für den Gewinn des Mannschaftstitels. Es handelt sich um Jungs, die mit einem Riesenschwung aus der Jugendkategorie kommen und voller Ehrgeiz sind. Dies ist die Gelegenheit, auf die sie gewartet haben und es wird ihnen bewusst sein, dass sie, wenn sie gute Einzelergebnisse erzielen, sich in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse werden etablieren können.“

„Wir Veteranen bewahren die nötige Ruhe; wir kennen die, gegen die wir antreten müssen. Für uns ist es wie ein olympisches oder ein WM-Finale, so nehmen wir es jedenfalls wahr. Die erfahreneren Kasachen kennen wir von verschiedenen Turnieren her. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Wenn wir gegeneinander kämpfen, werden es sehr harte Duelle werden und bestimmt auch solche auf hohem technischen Niveau“, betonte er.

Über die Möglichkeit, dass man ihn erneut in der 91-Kilo-Klasse sieht, wie es im vergangenen Jahr im Playa Girón Turnier von Sancti Spiritus der Fall war, sagte der berühmte Boxer, er werde diese Erfahrung wiederholen, nicht aus einer persönlichen Laune heraus, sondern aus strategischen Erwägungen.

„Ich werde auch beim kommenden Playa Girón Event über 91 kg antreten – in der zweiten Dezemberwoche in Camagüey. Ich werde um die 85 kg wiegen. Diese Division ermöglicht es mir, mich besser auf diese Phase meiner Boxkarriere vorzubereiten. Gegen Männer mit größerem Körpergewicht anzutreten, gibt mir andere Gelegenheiten, meinen Boxstil zu praktizieren. Später werde ich mich dann wieder auf 81 kg herunter hungern, um an den internationalen Veranstaltungen des Jahres 2019 teilnehmen zu können.“

Über die unerwartete Niederlage im Chemiepokal von Halle im Juni des Jahres gegen den „unbekannten“ US-Amerikaner Coe Khalil, sagt er, dies sei nur ein Kampf mehr in seiner sportlichen Laufbahn gewesen.

„Ich will die Leistung meines Gegners nicht herabwürdigen. Er machte eine Bewegung, die ich nicht erwartet hatte und ich erhielt einen kräftigen Schlag ins Gesicht, aber es wäre nicht nötig gewesen, den Kampf deswegen abzubrechen. Ich erholte mich sofort und gab zu verstehen, dass ich bereit sei weiterzumachen, doch der Ringrichter wollte davon nichts wissen. Leute, die das Video des Kampfes gesehen haben, teilen meine Einschätzung und bis zu diesem Schlag hatte mein Rivale die Auseinandersetzung auch nicht dominiert. Wie auch immer, diese Entscheidung gehört der Vergangenheit an und es bleibt nichts mehr zu tun, als das Urteil des Ringrichters aus jenem Moment heraus zu respektieren.“