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Daniel Osorio (rechts) spielt eine wichtige Rolle bei den Erfolgen von Juan Miguel Photo: Rodolfo Blanco

Nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Hallenweltmeisterschaften in Birmingham vor zwei Monaten und dem Erreichen einer der besten Freiluft-Leistungen des Jahres ist Juan Miguel Echevarria derzeit die zentrale Figur der kubanischen Leichtathletik.

Erst im August wird er 20, aber seine Jugend hat ihn nicht dran gehindert, mit großer Ruhe die Rolle des Stars zu übernehmen. Er hat – logischerweise – den Ruhm nicht im Alleingang erzielt und wenn man mit ihm über seinen Aufstieg redet, vergisst er keinen von denen, die ihm geholfen haben.

Wenn er sich auch momentan nicht auf den Nachnamen des Mannes besinnen kann, der ihn seinerzeit in La Guernica (Stadtviertel Camagüeys, in dem er geboren wurde) entdeckte, so hat er ihn doch noch als Luis präsent; auch erinnert er sich an Iván Izaguirre, Tomás Hernández und Juan Gualberto Nápoles, Trainer, unter deren Fittichen er sich von seiner Kindheit bis hin zur Juniorenklasse befand.

Einer, der diesen Ausbildungsprozess wohl am besten kennt, ist Daniel Osorio, aktueller Trainer des Agramontiners, der versichert, dass Juan Miguel nicht vom Himmel gefallen sei. „Er ist schnell, leistungsstark, explosiv. Er hat angeborene Qualitäten, um diesen Sport zu praktizieren. Er verbrachte drei Jahre in der nationalen Jugendauswahl, nahm an Weltmeisterschaften teil und sprang 8,28 m. Anders gesagt: Er schöpfte da bereits sein Potenzial aus.“

Dennoch verzögerten psychologische Lücken, schlechter Umgang mit Wettkampfnervosität und Konzentrationsprobleme den endgültigen Aufschwung. „Wir haben in den letzten Monaten daran gearbeitet, alle diese Schwierigkeiten zu lösen. Er hat nun mehr Zuversicht, ist voll und ganz auf seine Ziele fokussiert von den diesjährigen Zentralamerikanischen Spielen in Barranquilla bis zu den Olympischen Spielen 2020“, präzisierte Osario gegenüber Granma.

Der Trainer hob außerdem hervor, dass der Springer auf seinem neuen Weg sich seine Einfachheit und Bescheidenheit erhalten müsse. „Es gibt eine Linie, der er folgen muss. Unsere Aufgabe besteht darin, ihn mit den Werkzeugen auszustatten, ihm Erziehung und Leitung zu geben und ihm Werte beizubringen, damit er allen Änderungen in seinem Leben gegenübertreten kann, mögen sie materieller oder geistiger Natur sein oder die soziale Anerkennung betreffen.

Für Osorio ist diese Mission nicht neu. Er hatte vorher schon Yargelis Savigne, Mabel Gay und Ibrahim Camejo trainiert, Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. „Ich sehe Juan Miguel nicht als neue Herausforderung in meiner Karriere, sondern als Kontinuität der Arbeit, die ich schon vorher getan hatte. Einen Athleten wie ihn zu betreuen, lässt mich beruflich wachsen und hält meine Motivation auf hohem Niveau.“