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Juan Miguel Echevarría ließ uns am vergangenen Freitag Zeugen einer Großtat werden und vielleicht ließ er uns teilhaben an der Geburt einer Legende.

Er schaffte es, an seine Brust und an die Kubas die Goldmedaille zu legen, die dem Sieger der Hallen-WM im Weitsprung gebührt. Dabei musste er stets den Druck überwinden, den der Südafrikaner Luvo Manyonga als Weltranglistenbester und Marquis Dendy aus den Vereinigten Staaten als Titelverteidiger ausübten.

Echevarría ging gleich zu Beginn mit 8,29 m in Führung, aber im dritten Durchgang toppte ihn einer der beiden Favoriten, Manyonga, mit 8,33 m. Der erst 19jährige aus Camagüey konterte indes mit 8,36 und holte sich die Spitze zurück. Der Südafrikaner wollte nun Distanz zwischen sich und seinem hartnäckigen Rivalen legen und grub die Spikes seiner Sportschuhe bei 8,44 m, der bis dahin größten Weite des Jahres, in den Sand der Sprunggrube.

Das schien das Ende aller Ambitionen der Konkurrenz zu sein. Schien. Zunächst einmal war es der US-Amerikaner Dendy, der an seine Leistungsgrenze ging und sich auf 8,42 m steigerte, womit er den Kubaner zunächst auf den Bronze-Rang verwies. Doch dann öffnete der seine Turbinen und flog auf 8,46 m, womit er den Stempel auf einen Wettkampf setzte, der historisch für ihn selbst wie auch für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften war.

Mit Echevarría und seinen beiden Widersachern ist es in der Geschichte dieser Disziplin in der Halle überhaupt erst zehnmal gelungen, die acht Meter und vierzig Zentimeter zu übertreffen. Dem mythischen Iván Pedroso aus Kuba gelang dieses Kunststück in diesem Szenario allein viermal, je einmal schafften es Joe Greene und Savanté Stringfellow aus den USA sowie der Russe Kiril Sosunon,

Die 8,46 des Jungen aus Camagüey haben aber noch mehr Züge von Größe an sich. Unter den erwähnten zehn Sprüngen über 8,40 m bei Hallenweltmeisterschaften ist Echevarrías Weite die drittbeste (hinter Pedrosos 8,62 m und 8,51 m).

Und als würde noch etwas am Ruhm seiner Leistung fehlen, sollte ebenfalls erwähnt werden, dass es erst das zweite Mal in der Geschichte dieser Wettkämpfe ist, dass die ersten drei Athleten die 8,40 m überboten. Das erste Mal war 1997 in Paris, als Iván Pedroso mit 8,51 m vor Sosunon und Greene mit jeweils 8,41 m siegte.

Yorgelis Rodríguez war zunächst Zweite der Jugend-WM im Siebenkampf (Freiluft). Dann belegte sie den vierten Platz bei den normalen Weltmeisterschaften und wurde – mit neuem Landesrekord – Siebte der Olympischen Spiele von Rio 2016. Jetzt holte sie zum ersten Mal eine WM-Medaille (Bronze) in der Erwachsenenwertung des Mehrkampfs. In der Halle ist hierfür ein Fünfkampf zu bestreiten.

Auch diese Platzierung ist historisch. Yorgelis war die erste Lateinamerikanerin, die in den Annalen von Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften ein Podium bestieg (mit neuem Landesrekord als Nebenprodukt sozusagen).

Gestern endete die WM von Birmingham – dank der tollen Leistungen der beiden jungen Leute – für Kuba mit einem mehr als respektablen 7. Platz im Medaillenspiegel aller teilnehmenden Länder.