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Joel Solenzal aus der Mitte Kubas ist der neue Champion; er wird flankiert vom Zweiten Pedro Portuondo und vom Dritten Yasmany Balmaseda Photo: Dunia Álvarez Palacios Photo: Jose M. Correa

Angesichts seiner Anatomie glaubte er selber nicht an seine 41 Jahre. Ihn kümmerten auch nicht die Kritiken, in seinem Alter noch auf ein Rennrad zu steigen, und gewiss war er über die 1.366 km nicht angetreten, um hinterher zu fahren. Seit dem gestrigen Sonntag ist er der neue Landesmeister in der Einzelwertung des V. Nationalen Klassikers Baracoa – Havanna.

Joel Solenzal aus Sancti Spiritus absolvierte die Strecke quer durch Kuba schneller als die anderen 87 Teilnehmer; er benötigte für die 11 Etappen des Events 32 Stunden, 40 Minuten und 21 Sekunden, womit er den Vorjahressieger Pedro Portuondo aus Santiago de Cuba und Yasmany Balmaceda aus Artemisa auf die Plätze zwei und drei der Gesamtwertung verwies.

„Bei den letzten beiden Klassikern war ich jeweils Zweiter geworden. Das motivierte mich, mein Training zu verschärfen, was ich in den vergangenen sieben Monaten dann auch tat. Ich war mir sicher, dass ich den Titel holen konnte“, äußerte sich Solenzal.  

Was die realen Möglichkeiten anging, die Rundfahrt zu gewinnen, sagte Solenzal Granma gegenüber, dass er einer intelligenten Planung gefolgt sei, nämlich der, jedes Mal, wenn die Situation es zuließ, dem Hauptfeld zu enteilen, um die Differenz zu Pedro Portuondo, der ein Zeitfahrexperte ist, zu erhöhen. Ein solches Zeitfahren fand noch am vorletzten Wettkampftag statt und wurde auch prompt von Portuondo gewonnen, was den Ausgang der Tour bis zum Ende spannend hielt.

“Ich bin der neue Champion, weil meine Teamgefährten mich bis zum Letzten unterstützten. Ihnen verdanke ich meine Freude. Jetzt muss ich abwarten, ob man mich in die nationale Vorauswahl berufen wird. Ich denke, dass ich weitermachen werde. Dieser Triumph treibt mich nicht in den Ruhestand, umso weniger, als ich mich momentan in toller Form befinde“, betonte Solenzal.

Die letzten 125 Kilometer zwischen Mazanzas und der Hauptstadt wurden durch den Guantanamero Onel Santaclara gewonnen, der sich bei einer Massenankunft der 66 verbliebenen Fahrer in 3:11:05 Stunden durchsetzte, während Jans Carlos Arias aus Las Tunas und Argelis Frómeta aus Santiago Tageszweiter bzw. –dritter wurden.  

Santaclara, der Sieger der Schlussetappe, krönte sich auch als König der Sprintwertung, bei der er 49 Punkte holte, während die Bergwertung mit 30 Punkten an Frank Sosa aus Cienfuegos ging.