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Photo: Ricardo López Hevia

Am Sonntag, dem 28. Januar 2018, hatte das Stadion Julio Antonio Mella in Las Tunas seine Türen schon um 7 Uhr morgens geöffnet und Tausende Fans waren anscheinend gewillt, den Besuchern aus Granma nur wenig Platz in den Tribünen zu überlassen.

Und wirklich stand um 14 Uhr nur noch ein kleiner Stadionabschnitt für Fans der „Rotfüchse“ zur Verfügung.

Aber von dem begrenzten Raum aus bestimmte Granma den Rhythmus der Musik, genau wie das Team auf dem Spielfeld den Ton angab, wobei Spieler wie Manduley, Despaigne, Benitez, Céspedes und Raúl Gonzalez den größten Anteil an den Punktgewinnen hatten.

So konnten die „Rotfüchse“ ihren Titel als kubanischer Meister im Sport der Balls und Strikes verteidigen, nicht ohne im letzten Inning einen Schreckmoment durchzumachen, denn die „Holzfäller“ gaben sich wie immer nicht geschlagen und drohten aufzuholen. Doch als der Ball zum letzten Out der Meisterschaft in den Handschuh von Yoelkis Céspedes fiel, erstarrten die Las Tunas-Fans in Schweigen und mussten sich mit den zweiten Platz zufrieden geben.

Photo: Ricardo López Hevia

Für die Granma-Fans ging die Party weiter, als sich ihre Karawane auf den Heimweg machte.

Das Spiel gewann der Pitcher Alain Sánchez, eine Verstärkung aus Villa Clara, der normalerweise in aller Ruhe seine Arbeit tut. Ich erinnere mich höchstens an einen Aufschrei der Wut von ihm, bei einem Spiel vor zwei Jahren, als er das Team der „Tiger“ von Ciego de Ávila verstärkte.

Seine immensen Augen glänzen aber auf beeindruckende Weise, wenn er seine Aufgabe erfüllt hat. Und das hatte er an diesem Tag, als er das entscheidende Spiel, dieses, das in Erinnerung bleibt, gewann.

Wenn dem Finale des 57. Nationalen Baseball Serie etwas gefehlt hatte, war es ein Juwel des Pitching, von denen es in unserer Geschichte etliche legendäre gegeben hat. Der Rechtshänder aus Villa Clara, dem der Ruhm anderer Pitcher fehlte, beherrschte die „Holzfäller“ acht Innings lang vollständig und ließ ihre „Äxte“ stumpf werden.

Es war Alains vierter Sieg in der Nachsaison und er wurde zum MVP der Playoffs gewählt, die perfekte Ergänzung zu seinem dritten Meistertitel für den 31jährigen.

Photo: Ricardo López Hevia

Es ist kein Geheimnis, dass das Team von Las Tunas dasjenige war, das in der ersten Runde der Meisterschaft am meisten Rückstände wieder aufgeholt hatte. Gerade dank ihrer Reaktionsfähigkeit, ihres ewigen Kampfgeistes und ihres Siegesvertrauens haben die „Holzfäller“ ihre Niederlage im siebten Spiel des Finales teuer verkauft.

Alain hatte ihre Offensive in acht Innigs eingefroren, in denen niemand auch nur die zweite Base erreicht hatte. Aber als nur noch drei Outs fehlten, gelangen Larduet und Yhonson Hits und Alain wurde abgelöst. Gegen den Nachfolger, Raidel Martínez, waren auch Alarcón, Ayala und Paumier erfolgreich und erhöhten den Spielstand auf 2:3.

Doch dann machte Yosvany Alarcón selbst, der Held vieler Aktionen im Mella-Stadion, die Chance für den Ausgleich zunichte, indem er erfolglos versuchte, die zweite Base zu erobern. Er wäre am liebsten im Boden versunken, aber ich glaube, das Leben wird ihm Gelegenheit bieten, sich erneut zu beweisen.

In der Geschichte der Landesmeisterschaften war dies das siebte Finale, das sich auf sieben Herausforderungen ausdehnte, und zum fünften Mal gewann der Sieger des sechsten Spiels letztendlich nicht die Meisterschaft.

Villa Clara schlug Industriales 1994 (Serie 33) im siebten entscheidenden Spiel, nachdem es am Vortag verloren hatte. Ähnliches gelang Holguín im Jahr 2002 (Serie 41), als es im fünften und sechsten Spiel gegen Sancti Spiritus „Hähne“ verloren hatte, sich aber im letzten Spiel durchsetzte.

Und Ciego de Avila gelang es in der Serie 54 und 55 nach Niederlagen im jeweils sechsten Spiel gegen Isla de la Juventud bzw. Pinar del Río die Meisterschaft für sich zu entscheiden.

Die „Rotfüchse“ wurden mit ihrem Titelgewinn zum neunten Team, das zwei Titel in Folge gewann. Vor ihnen gelang dies in unserer Nationalserie Industriales, Azucareros, Vegueros, Henequeneros, Villa Clara, Pinar del Rio, Santiago de Cuba und Ciego de Avila. Seit der Einführung der Finalspiele im Jahr 1990 war Granma das siebte Team, das zwei Finale in Folge gewinnt.

Photo: Ricardo López Hevia
Photo: Ricardo López Hevia
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