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Die Offensive von Las Tunas machte die Hoffnungen von Industriales zunichte. Foto: István Ojeda Bello

Jemand sagte vor dem siebten Semifinalspiel zwischen Las Tunas und Industriales im überfüllten Mella-Stadion zu mir: „Las Tunas hat in der ganzen Meisterschaft kein Spiel an einem Mittwoch verloren …“

Diese Worte brachten mich zum Nachdenken. Zuerst schien es mir wie ein einfacher Aberglaube, aber die Idee ließ mich nicht los und dann ging ich die gesamte Saison des Teams von Pablo Civil vom 6. August bis zum 23. Dezember 2017 durch.

Die Ergebnisse waren aufschlussreich. In der Tat gewannen die „Holzfäller“ in der Qualifikationsrunde der 57. Landesmeisterschaft alle 12 Spiele, die auf einen Mittwoch fielen. Darunter waren sechs Knockout-Siege, drei Siegen ohne Gegenpunkte. In diesen Spielen erzielten sie 124 Punkte und ließen nur 22 Gegenpunkte zu (die Differenz von +102 ist absolut beeindruckend).

Aber Statistiken sind kalt und oft läuft es auf dem Spielfeld dann ganz anders, also war es klug, auf die Ereignisse zu warten und nicht im Voraus den Sieg zu feiern. Mit dieser Mentalität, mit Bedacht und ohne Leichtsinn ging die Mannschaft das Spiel in ihrem überfüllten Stadion an. Zuschauer gab es auch auf allen Balkonen, Dächern und sogar Bäumen, von denen man einen Blick auf das Spielfeld hatte.

Vorsicht war auch angesichts des gegnerischen Pitchers geboten: Freddy Asiel Alvarez, der vor fünf Jahren der dominierende Pitcher der Nachsaison in der Geschichte des kubanischen Baseball war (40 Innings, ohne einen Punkt zuzulassen, der nicht auf gegnerische Fehler zurückzuführen ist).

Aber für die Spieler der Hauptstadt wurde der grausamste Albtraum war. Die „Holzfäller“ waren nicht aufzuhalten und machten sprichwörtlich Kleinholz aus ihnen. Sie erzielten mit 10:0 ihren siebten Knockout-Sieg an einem Mittwoch der Meisterschaft. Alle waren Helden, aber wen die Fans auf ihren Armen trugen, war Mannschaftskapitän Yosvani Alarcón.

Der Catcher hatte bis dahin eine Nachsaison gehabt, die man vergessen konnte, hatte gestern aber seinen perfekten Abend. „Viele Leute dachten, ich wäre verzweifelt und schlüge deshalb immer so schnell zu, ohne mehrere Würfe abzuwarten, aber das war immer mein Stil. Das Problem war, dass ich den Ball nicht effektiv traf, aber nachdem ich die Rivalen genau studiert hatte, konnte ich dem Team bieten, was es von mir erwartet hatte. Ich muss der Teamleitung danken, sie hat nie das Vertrauen in mich verloren“, sagte Alarcón, der im Rest der Nachsaison nur einen Punkt erzielt hatte.

Diesmal konnte Freddy Asiel nicht dominieren, wurde auch von seiner Mannschaft schlecht verteidigt, die im Verlauf des Spiels immer mehr zusammenbrach und nie Wege fand, aus dem Loch zu kommen. Viel dazu trug die Arbeit des Pitchers von Las Tunas, des Linkshänders Luis Ángel Gómez, bei, der auch schon in der Qualifikationsrunde das Industriales-Team dominiert hatte (21 Innings mit nur vier zugelassenen Punkten, die nicht auf gegnerische Fehler zurückzuführen sind).

Der aus Holguín stammende Pitcher webte ein Netz, in das sich alle „Löwen“ verstrickten. „Ich bin sehr glücklich, ich hatte bis jetzt nicht viel arbeiten können, aber jetzt hatte ich im entscheidenden Spiel die Möglichkeit und konnte die Rivalen dominieren. Es ist einer der größten Erfolge meiner Karriere, wenn nicht sogar der größte“, sagte der Linkshänder unserer Zeitung.

„Wir wussten, dass unsere Gewinnchancen groß wären, wenn wir es schaffen würden, den Anfangs-Pitcher möglichst schnell auszuschalten, denn der Bullpen der „Löwen“ hatte im Allgemeinen nicht gut ausgesehen. Wir konzentrieren uns darauf, früh anzugreifen und ja, ich muss Ihnen sagen, dass wir sehr wohl gemerkt hatten, dass wir mittwochs unschlagbar waren“, sagte Pablo Civil, umgeben von Tausenden von Fans, die den Rasen des Mella-Stadions eingenommen hatten.

Damit waren die Halbfinale der Serie 57 beendet. Beide Finalgegner kommen nun aus dem Osten des Landes und es werden „sehr hohe Temperaturen“ in den Finalspielen erwartet.