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Manique Larduet verfehlte am Barren das Siegerpodium nur knapp Photo: Website des Events

Montreal - Das Olympiastadion an der Avenue Pierre de Coubertin in Montreal füllte sich insbesondere am letzten Tag der 47. Turn-WM, bei der vor allem Asiaten und Europäer dominierten und es bei den Frauen auch einige Erfolge für die USA gab.

In diesem Szenario kämpfte Kuba, mit nur vier Startern, um einen Platz auf dem Podium, verfehlte dies aber knapp und konnte den Auftritt bei der WM 2015 in Glasgow, Schottland, nicht wiederholen, als zwei Medaillen errungen wurden.

Der 21jährige Manrique Larduet aus Santiago de Cuba, der wegen seiner Ergebnisse bereits als bester kubanischer Turner in der Geschichte betrachtet werden kann, endete sowohl im Mehrkampf (Fünfter) als auch am Barren (Vierter) in Medaillennähe, aber die sehr strengen Bewertungen der Punktrichter verwehrten ihm eine dritte WM-Medaille.

Sein Auftritt an diesem Sonntag ließ keinen Raum für Zweifel. Er lieferte eine beispielhafte Leistung am Barren (15,166), einem Apparat, an dem er Natürlichkeit und Gewandtheit ausstrahlt. Manrique behielt seine Routine der vorherigen Phasen bei und erreichte eine stabile Ausführung, ohne Probleme in seinen technisch schwierigsten Elementen aufzuweisen.

Aber auch hier holte der Russe David Belyavskiy (15.266) einen leichten Vorteil gegenüber dem Kubaner heraus, obwohl beide mit der gleichen Ausgangsnote starteten (6.400) und der Europäer keine Differenz in der Ausführung aufwies. Der Chinese Jingyuan Zou beherrschte mit seiner hervorragenden Leistung (15,900) den Wettkampf von Anfang an. Zweiter wurde der Olympiasieger in dieser Disziplin, der Ukrainer Oleh Wernjajew (15.833).

„Der Chinese hatte in diesem Jahr gute Wettkämpfe, wir haben ihn in einigen Videos von anderen Turnieren gesehen, und er arbeitet sehr sauber. Bei den restlichen Turnern waren die Bewertungen ähnlich, es durften also keine Fehler gemacht werden. Ich habe meinen Job gemacht und ich denke, die Punktrichter haben sich wieder geirrt. Sie haben Rechtfertigungen gegeben, aber es ist wirklich auffällig, dass sie in den am meisten geschlossenen Fällen immer den Russen begünstigt haben, obwohl es keinen klaren Vorteil gab. Sie lassen mich rankommen, aber sie wollen nicht, dass ich ganz nach vorn komme“, sagte Larduet.

Randy Leru war im Kampf um die vorderen Plätze am Reck mit dabei. Er absolvierte meisterlich vier Flugelemente hoher Schwierigkeit, aber ein Fehler in der Landung ließ ihn aus dem Kampf um die Medaillen ausscheiden. Den spektakulären Wettkampf gewann der Kroate Tin Srbic (14.433) vor den Niederländern Epke Zonderland (14.233) und Bart Deurloo (14.200).

China dominierte die Medaillenwertung mit drei Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen, gefolgt von Japan (3-0-1), Russland (1-3-2), den USA (1-3-1), Deutschland (1-0-1), Großbritannien (1-0-1), Kroatien (1-0-0) und Griechenland (1-0-0).