OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Manrique Larduet stellte seine Form unter Beweis und konzentriert sich nun auf die Weltmeisterschaften im Oktober (Foto: Sportfestival von Guatemala)

Kuba hat bereits die vollständige Teilnehmerschaft beim Kunstturnen der für Juli kommenden Jahres anberaumten Spiele Zentralamerikas und der Karibik in Barranquilla, Kolumbien, sicher nach der Qualifikation seiner beiden Teams auf dem Sportfestival von Guatemala.

Die Mädchen, angeführt von Yesenia Ferrera und der Olympionikin Marcia Videaux, gewannen Silber im Teamwettbewerb mit 152.450 Punkten, nur übertroffen von Mexiko (153.450). Das erzielte Ergebnis gewinnt größere Bedeutung, wenn man in Rechnung stellt, dass die Kubanerinnen nur zu viert antraten, während all die anderen Equipen jeweils fünf Turnerinnen an den Start brachten.

Trotz dieses Handicaps zeigten Yesenia und Marcia, „komplettiert” durch die Neulinge Liudmila Rodríguez und Norma Zamora, eine bemerkenswerte Leistung, die von allen Anwesenden auf dem guatemaltekischen Event gelobt wurde, wie die kubanische Trainerin Yareimi Vázquez der Granma mitteilte.

In der Einzelwertung kehrte Yesenia Ferrera nach fast zweijähriger Abwesenheit wieder in die Arena zurück. Sie gewann mit 54.550 Punkten die Gesamtwertung und holte sich auch den Sieg in zwei Einzeldisziplinen: am Schwebebalken und im Bodenturnen. Marcia Videaux ihrerseits machte deutlich, dass sie sich mitten im Reifungsprozess befindet. Sie wurde Zweite im „all around“ mit 52.300 Punkten und gewann den Einzelwettbewerb am Stufenbarren.

Für die Männer war die Aufgabe auf den ersten Blick einfacher. Sie siegten in der Mannschaftswertung mit nicht weniger als sechs Einheiten Differenz zum Zweitplazierten Venezuela. Manrique Larduet, Randy Lerú, Rafael Rosendi, Alberto Leyva und Yordanis Guerra erfüllten mit insgesamt 240.400 Punkten die Erwartungen.

Zu den positivsten Erfahrungen des Wettkampfs zählt die offizielle Rückkehr Manriques, der sich bei den Olympischen Spielen von Rio verletzt hatte und seitdem nicht mehr in Aktion getreten war. Der Vizeweltmeister von Glasgow 2015 gewann an den Ringen und am Barren, zwei Geräte, in denen sein Niveau der Ausführung sich dem höchsten Komplexitätsgrad der Welt annähert.

Yesenia Ferrera ist in die Wettkampfszene zurückgekehrt (Foto: Sportfestival von Guatemala)

Aber Larduet ging keine Risiken ein und kämpfte nicht um den Gesamtsieg. Im Bodenturnen trat er gar nicht erst an, eine Strategie, sich in den Disziplinen zu profilieren, um die es ihm im Oktober bei der WM von Montreal, Kanada, gehen wird. 

Aber auch ohne Manrique gewann ein Vertreter Kubas das „all around“. Randy Lerú hat sich nämlich ebenfalls verbessert und dominierte mit 80.750 Punkten. Der zweite Mann unseres Teams zeigt inzwischen Übungen von hohem Schwierigkeitsgrad und hat das Potenzial, bei Einzelwertungen in jeglichem Szenarium den Kampf aufzunehmen.

„Wir werden bei der Zusammenstellung einer Mannschaft unsere Auswahl treffen, aber wir haben andere richtig gute Jungs zur Verfügung wie Adrián Vergara, Ubert Godoy und Oscar Félix Villegas, die an einigen Geräten mittlerweile kaum mehr schwächer sind als Manrique oder Randy“, sagte der Männertrainer Carlos Gil zu Granma.

„Morinori Watanabe, der Präsident der Internationalen Föderation, hat uns vor kurzem bei seinem Besuch gesagt, dass, wenn wir nur daran dächten, bei den „Zentralamerikanischen“ zu gewinnen, wir nie auf höchstem Niveau triumphieren würden. Darum träumen wir jetzt eine Nummer größer – von der Olympischen Mannschaftsqualifikation. (…) Wir haben den ersten Schritt getan und können jetzt nicht stehenbleiben“, fügte der Ausbilder hinzu und versicherte, dass das Training mit Blick auf die Weltmeisterschaft in wenigen Wochen beginne.