OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Lázaro Álvarez (links) wird es zum zweiten Mal in der Saison mit Albeiro Parades zu tun bekommen Photo: Ricardo López Hevia

Alles deutet darauf hin, dass der Rückkampf im Halbfinale der VII. Weltserie im Boxen (WSB) zwischen den „Raubtierbändigern“ aus Kuba und den „Heldenhaften“ aus Kolumbien zu einer lockeren Angelegenheit für die Kubaner wird.

Wir wagen diese kühne Vorhersage nicht aus Mangel an Respekt vor den Kolumbianern, die am heutigen Freitag im Kolosseum der Sportstadt von Havanna antreten werden, sondern aufgrund der Tatsache, dass einige ihrer Besten in den heute ausgeboxten Gewichtklassen 52 kg, 60 kg, 69 kg, 81 kg und 91 kg+ gar nicht erst mitgekommen sind.

Außerdem wurde während der gestrigen Pressekonferenz bekannt, dass im Falle eines 3:2 Erfolgs der Kubaner (der die 2:3 Schlappe aus dem Hinkampf über 49 kg, 56 kg, 64 kg, 75 kg und 91 kg egalisieren würde) es gar nicht zu einem Entscheidungsgefecht über 52 kg käme, da die Kolumbianer keinen zusätzlichen Boxer in dieser Kategorie mit nach Havanna gebracht haben. Das heißt, dass Kuba in diesem Fall mangels Gegner zum Sieger erklärt würde.

Die Abwesenheit einiger seiner Cracks bei dieser wichtigen Auseinandersetzung erklärt der kolumbianische Trainer Rafael Iznaga damit, dass die Boxföderation seines Landes es vorgezogen habe, ihre stärksten Faustkämpfer für das Amerikanische Kontinentalturnier zu schonen, das zwischen dem 10. und dem 18. Juni in Tegucigalpa, Honduras, ausgetragen wird.

“Wir wollten eigentlich in Bestbesetzung nach Kuba kommen, aber allein der Event von Honduras bietet noch die Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren, die im September in Deutschland stattfinden. Deshalb haben wir die mit den größten Chancen zurückgehalten“, führte Iznaga aus.

Der technische Direktor betonte, die kolumbianischen Boxer, die gegen die kubanischen antreten würden, seien ihrerseits sehr gut vorbereitet und nicht gewillt, einen möglichen Sieg ohne Gegenwehr herzugeben. Er beklagt außerdem, zwei externe Profis – einen Ukrainer über 69 kg und einen Kroaten über 91+kg – nicht zum Einsatz bringen zu können, da auch diese im Juni für ihr jeweiliges Land in WM-Qualifikationen begriffen seien.

Die Kubaner dagegen können in den betreffenden fünf Gewichtsklassen ihre stärksten Vertreter aufbieten, was Hoffnungen auf einen Kantersieg wecken könnte, wie der Leiter der kubanischen „Domadores“ zugibt, der aber auch vor zu hohen Erwartungen warnt, da die Kolumbianer über die WBS-Saison hinweg ihre boxerische Qualität hinreichend bewiesen hätten.