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Nivaldo Díaz und Sergio González sowie die US-Amerikanerinnen Emily Stockman und Kimberly Dicello bei der Siegerehrung in Malaysia Photo: FIVB

Die Idee, dass die kubanischen Beach-Volleyballer Nivaldo Díaz und Sergio González bei den Olympischen Sommerspielen 2016 das russische Starduo Viacheslav Krasilnikov-Konstantin Semenov hätten schlagen können, geht mir nicht aus dem Kopf.

In jenem fast um Mitternacht gespielten dritten Satz des Viertelfinales hatte es 13:11 für die Kubaner gestanden, und auch wenn sie nicht gewannen und es nicht unter die vier Besten schafften, so zeigte diese Passage doch, dass mit den Kubanern – letztendlich Fünfte der Spiele – gerechnet werden muss.

Nun, nachdem sie in Malaysia ihren ersten Turniersieg bei einer FIVB World Tour feiern konnten, nehmen Díaz-González Kurs auf weitere Wettkämpfe auf Weltniveau. In Malaysia konnten sie eine ausgezeichnete Spielbilanz aufweisen. In ihren vier Spielen gelang es nur dem estländischen Duo Mark Tiisaar-Klusti Nõlvak, einen Satz gegen sie zu gewinnen (21:19). In allen anderen kam keiner der Gegner über 18 Punkte hinaus.

Die World Tour begann im Februar in Fort Lauderdale, USA. Die nächsten Stationen waren Brasilien, Iran, Australien und die fünfte Malaysia, hier mit der ersten Teilnahme und dem Sieg der Kubaner, deren Hauptziel es ist, sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren, die vom 28 Juli bis 6. August in Wien stattfindet.

Vor Antritt der Reise hatte der Trainer von Díaz-González, Leonides Regüeiferos, Granma Internacional gegenüber gesagt, dass seine Jungs an vier Stationen der World Tour teilnehmen würden. Zugleich würden sie aber auch an den Turnieren des NORCECA (Verband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik) in Aktion bleiben, um Punkte für die WM-Qualifikation zu sammeln, denn allein mit vier Teilnahmen an der World Tour sei es angesichts der großen Zahl der Turniere und Gegner sehr schwierig, dieses Ziel zu erreichen.

Xiamen, China, ist die nächste Station der World-Tour, an der die Kubaner teilnehmen. Dann folgen im Mai Rio de Janeiro und Luzern, Schweiz.

UNTER DEN GROSSEN

Das Duo Nivaldo Díaz-Sergio González wurde Mitte 2013 unter Trainer Regüeiferos gebildet. In der internationalen Arena des Beach-Volleyballs wurde man bei der Weltmeisterschaft 2015 in den Niederlanden auf sie aufmerksam, wo sie den neunten Platz belegten.

Die Olympischen Spiele von Rio de Janeiro boten diesem Tandem der Insel die Möglichkeit, sich unter den Großen zu etablieren. Ihr dortiger Einstieg war, dass sie die Gastgeber Pedro Solberg-Evandro besiegten, ein Duo, das an vierter Stelle der Weltrangliste liegt, während die Kubaner beim Update vom 10. April Platz 63 einnahmen (nach dem Sieg von Malaysia inzwischen Rang 47).

In Rio hatten auch das niederländische Duo Reinder Numerdor-Christian Varenhorst (17. Platz der Weltrangliste) und die Österreicher Clemens Doppler-Alexander Horst (23.) das Nachsehen im Spiel gegen die Kubaner. Bis sich für die Schützlinge von Regüeiferos der Weg mit Krasilnikov-Semenov kreuzte (damals 5. des Ranking).

Die Weltrangliste wird vor allem von Europäern sowie Brasilianern, US-Amerikanern und Kanadiern dominiert. Die besten Lateinamerikaner sind auf Rang elf die Mexikaner Juan Virgen-Lombardo Ontiveros, aber die Kubaner haben ein neues Achtungszeichen gesetzt und gezeigt, dass sie zu den Großen gehören.