OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Ricardo López Hevia

TOKIO – Alfredo Despaigne knallte einen tief angesetzten 91 Meilen schnellen Ball des Linkshänders Lachan Wells in die Ränge hinter dem linken Feld des Tokio Dome und damit war Kuba in der zweiten Phase der World Classics 2017.

„Wir fingen etwas kalt an, aber irgendwann waren wir im Spiel. Ich habe immer gesagt, dass dies eine klasse Truppe ist“, hatte uns Alfredo Despaigne vor Spielbeginn gesagt, so, als wäre gar nicht er derjenige, der den Unterschied macht, der Leitwolf des Teams.

Ich habe Hunderte von Kommentaren auf unserer eigenen Website und auch auf anderen registriert. Fans riefen mich an, um mir zu sagen, dass Despaigne gerade keine gute Zeit durchmache. Einige verglichen ihn mit dem Fußballstar Lionel Messi – insofern, als die Nr. 10 von Barcelona einem Erfolg mit der argentinischen Nationalmannschaft nach wie vor hinterherlaufe.

Eine Parallele könnte man aber nur ziehen, was die Grandezza der beiden Spieler anbetrifft, die uns in die Lage versetzt, große Momente des Sports zu erleben. Just als in Havanna die Uhren Mitternacht anzeigten, war es nicht die Fee aus Aschenputtel, die das Wunder bewirkte sondern Alfredo, der Santiaguero, der aus Granma, der aus Kuba.

Und dies „kleine” Detail machte den Unterschied in einer angespannten Begegnung. Gegen einen starken Gegner hatte die Mannschaftsleitung von Beginn an die Devise ausgegeben, dass dieses Spiel im Kalender der Ausscheidungspartien das alles entscheidende sei. Wenn es verloren ginge, gäbe es kein morgen.

Nun ist Kuba also in der zweiten Runde. Lázaro Blanco war als Pitcher ineffizient, aber die Strategie des Mentors Carlos Martí funktionierte, vor allem wegen ihrer Kohärenz, und er wich um keinen Fußbreit davon ab. Aber in der kommenden Phase wären fünf „Fahrkarten“ innerhalb der gleichen Anzahl von Innings in einem Turnier wie diesem tödlich.

Da wir gerade von Pitchern sprechen: Wenn man sagt, dass Alfredo Despaigne das Match entschieden hat, so könnte man mit Recht hinzufügen, dass Miguel Lahera gewissermaßen die Unterschrift unter das Zertifikat setzte – mit seinen beiden „Ponches“ im neunten Inning, wobei er besonders mit seinem abschließenden – 93 Meilen schnellen – Wurf Brad Harmann alt aussehen ließ.

Nächster Gegner Kubas wird am Samstag der Sieger der Gruppe von Seoul (Südkorea), also kein Geringerer als die Überraschungsmannschaft von Israel sein. Austragungsort auch dieser Partie ist der Tokio Dome.

“Ist nach dem Erreichen des Ziels in der Ausscheidung für die kommende Phase ein Strategiewechsel geplant?“, wollten wir vom Trainer wissen.

“Es wird dasselbe sein wie immer. Wir wollen im Wettbewerb weiterkommen und das schafft man nur, indem man seine Spiele gewinnt. Wir waren auch gegen Japan nicht aufs Spielfeld gegangen, um zu verlieren, nur hatten wir uns von Anfang an gegen China und Australien mehr ausgerechnet. Gegen die Japaner haben wir einen Kampf geliefert, aber das können nicht die Waffen sein, mit denen man die entscheidende Schlacht gewinnt. Wir werden diese Phase kaltblütig und mit der Siegermentalität angehen, die diese Equipe ausgezeichnet hat, seit sie zusammen ist“, sagte Carlos Martí.

Photo: Ricardo López Hevia
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