OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Ricardo López Hevia

TOKIO.— Carlos Martí ist ein Mentor, so wie man ihn selten sieht, er ist immer unten im Keller gewölbe bei der Mannschaft, damit ihm auch kein Detail entgeht. Deswegen war das Meeting, das er mit seinen Spielern zu Beginn des dritten Innings gegen China am zweiten Spieltag der Gruppe B der Classics im Blickfeld des ganzen Stadions und vor allen Fernsehzuschauern hatte, ungewöhnlich, ja überraschend. Wir sahen ihn gestikulieren, seine Gefühle äußern. Keiner sonst sprach bei diesem plötzlichen und unerwarteten Treffen.

— Was sagten Sie den Spielern, Sie schienen ziemlich verärgert?

„Ich habe ihnen vier Dinge gesagt, ich habe zu ihnen gesprochen, wie wir das bei uns auf dem Baseballfeld tun. Sie waren dabei, sich an einen Spielrhythmus zu gewöhnen, der niedriger ist, wir respektieren sie sehr, aber er war zweifellos niedriger. Alle haben versucht einen Homerun zu schaffen, sie wollten das machen, was sie noch nicht einmal hier in der Vorbereitung geschafft hatten.

Es war wichtig, dass sie verstanden haben, dass sie angreifen mussten, dass auch wenn sie nicht das Niveau unserer Mannschaft hatten, so mussten wir ihnen trotzdem beweisen, wer wir sind, sie lehren zu was wir fähig sind. Aber dafür müssen wir Hingabe bei den kleinsten Details verlangen, die einen Spieler groß machen, einen Hit landen, die Verteidigung unter Druck setzen, Bases stehlen. Mit anderen Worten, ich musste sie aufwecken. Nein, ich war nicht verärgert, es gibt nur Momente, die dazu führen, dass man andere Ausdrucksformen wählt.“

Er versichert mir, dass sich dadurch keinesfalls die Chemie und die Arbeit in der Gruppe, ändere, die entstanden ist und die er als außergwöhnlich betrachtet. „ Es ist das, was an dieser Mannschaft besonders herausragt, es gibt Spieler, die 30 Jahre alt sind, aber viele übernehmen hier ihre erste große Verantwortung und die Art und Weise, wie sie damit umgehen, beeindruckt mich und verdient Bewunderung. Andere sind sehr jung und haben sogar schon die Offensive geführt wie Santos und Cépedes. Das sagt viel über die menschliche Qualität dieser Sportler aus.“

Das Spiel gegen China verlief so, wie wir es vorausgesehen hatten. Die Asiaten würden ein Drittel mit Bruce Chen durchhalten, aber er hat auch schon seine besten Momente hinter sich, die ihn 18 Spielzeiten lang in die Großen Ligen brachten. Wie auch immer, was man einmal gelernt hat, vergisst man nicht so schnell, er agierte als Batter gegen Kuba und ging ohne gepunktet zu haben.

Dann ging die Geschichte weiter wie erwartet, mit viel Aktion in der Offensive. Sprunghaftes Defensivverhalten des Gegners, auch wenn es auf der Tafel nicht zu Irrtümern kam und fast keine Bewegung bei den Battern, denn Vladimir Baños ist heute für den chinesischen Baseball unerreichbar. Sie konnten auch nichts mit den schnellen Würfen von Vladimir García, Livan Moinelo und Miguel Lahera anfangen, die gestern in Szene setzten, dass sie das, was Martí ihnen antrug, buchstabengetreu umsetzten.

„Gemäß unserem Plan sie sind hierhergekommen, um in der ersten Runde zwei Siege einzufahren, was uns für die zweite Phase qualifizieren würde. Der erste Schritt ist schon mal geschafft. Wie ich dir vor ein paar Tagen gesagt habe, wird Lázaro Blanco am Freitag aufgestellt und nach ihm und in der gleichen Reihenfolge die, die auch gegen China dabeiwaren“, sagte der Trainer des kubanischen Meisters Granma gegenüber.

Am Ende der Partie fand der US-Amerikaner John MacLaren, der die chinesische Mannschaft trainiert, Worte des Lobes für den Werfer Vladimir Baños.

Danach sagte er: „Die Wahrheit ist, dass wir hierhergekommen sind, um gegen Kuba zu gewinnen und ein Drittel der Zeit und vielleicht noch ein bisschen mehr haben wir ein gutes Spiel geliefert. So ist das einzige, was ich sagen kann, dass wir gegen Australien mit der gleichen Aufstellung antreten und ganz klar können wir gegen sie gewinnen“.

Vladimir Baños sagte nach dem Spiel: „Ich habe mich sehr gut gefühlt. Mir war die Verpflichtung bewusst, die auf mir lag, ich habe immer versucht das erste Out zu schaffen, nicht zu verzweifeln, so weit voranzukommen wie irgend möglich, um meinen Mitstreitern weniger Arbeit zu überlassen, damit sie fit für Australien sind. Ich bin in optimaler Verfassung und sehr motiviert und das hilft mir dabei, das Ziel zu erreichen.“

Am Ende schaffte Kuba die Offensive von 14 Hits mit Roel Santos, Alexander Ayala und Yurisbel Gracial als den Herausragendsten. Die 14 unerreichbaren Hits ergaben auf der Tafel ein 6-0.

Kuba hat am Donnerstag einen Ruhetag und am Freitag um 22 Uhr kubanischer Zeit entscheidet es sich, ob man über die erste Runde hinauskommt.