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BAYAMO, Granma – Es ist nicht mehr die Stadt der Kutschen. Es ist jetzt die der Rotfüchse, seit ihre Baseballspieler sie vor Stolz und Freude schier platzen ließen, nachdem sie das letzte OUT in der vierten Partie erreicht und die Meisterschaft für sich entschieden hatten.

Granma debütierte in der Liga im Jahre 1977 nach der verwaltungspolitischen Neuaufteilung. Das bedeutet: Nach 40 Jahren krönte diese Provinz sich zum ersten Mal bei einer Baseball- Landesmeisterschaft. Und sie tat es mit Klasse, indem sie den Titelverteidiger Ciego de Ávila regelrecht hinwegfegte.

Es ist erst das 6. Mal, dass ein Team sich im Finale mit 4:0 durchgesetzt hat. Vorher war es u. a. Pinar del Rio gegen Villa Clara 1997 gelungen, dann Santiago de Cuba gegen Pinar del Rio 2000 und Havannas Industriales gegen Villa Clara gleich zweimal hintereinander (2003 und 2004).

EIN SIEG ALLER

Heute sind die Rotfüchse nicht einfach nur Baseballspieler sondern ein ganzes Volk voll überschäumender Freude; es sind die Familienangehörigen und es ist auch die gesamte Leitung, angeführt von einem Mann, Carlos Martí, der sich dem Baseball verschrieben hat und für ihn lebt und der seine Klasse als Steuermann unter Beweis gestellt hat.

Fast versagte ihm die Stimme, und als er sie wiedergefunden hatte, gelang es ihm zu sagen: „Ich möchte eine Widmung aussprechen, eine Widmung für Fidel, der hier gelandet ist, und diese Provinz war ihm eine Ehrung wie diese schuldig.“

„Wir gewannen im Halbfinale gegen Matanzas, als uns keiner auf der Rechnung hatte und ich danke den Jungs für ihre Hingabe. Ich habe nie geglaubt, dass wir ein 4-0 schaffen würden, aber ich habe ihre Emotionen gesehen und den großen Elan und da wusste ich, dass wir den Sieg erobern können“, sagte Alfredo Despaigne sichtlich bewegt unserer Zeitung.

„Mit Granma die Meisterschaft zu erreichen ist das Größte, was mir in meinem Leben, in meiner sportlichen Karriere passiert ist. Das ist mehr als bei einer Weltmeisterschaft teilzunehmen oder der König der Homeruns in irgendeiner Liga zu sein. Ich bin ein glücklicher Mann, weil ich mein Volk glücklich gemacht habe“, sagte der Slugger.

„Nach dem ersten ungewissen Teil gegen Matanzas gelang es mir, über mich hinauszuwachsen. Ich traf den Ball gut, verbesserte meine Mechanik und nahm perfekt die Verbindung mit der gegenüberliegenden Seite auf. Ich glaube, dass war der Schlüssel für meine verbesserte Offensive“, sagte Guillermo Aviles.

„Ich hatte das schon mal mit Pinar del Rio erlebt, aber das hier in meiner Provinz zu erleben ist ganz etwas anderes, man genießt das viel mehr. Das, was wir erreicht haben, ist unglaublich. Seit wir Matanzas besiegt hatten, haben wir mit enormer Inspiration gespielt und das half uns, Ciego zu überwinden, eine Mannschaft, die uns eigentlich überlegen war“, führte Roel Santos aus.

Sicher ist, das Granma den Baseball geadelt hat. Zwischen Halbfinale und Finale gewann es sechs aufeinanderfolgende Partien, schaltete in sieben Spielen den Rekordmeister der Saison, Matanzas, aus, den es beim siebten Duell auswärts endgültig besiegte. Es gibt in einer so langen Saison keinen leichten Sieg und auch in diesem Fall gelang er, weil Granma die Fähigkeit besaß, zur rechten Stunde die rechte Antwort zu wissen.