OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Ricardo López Hevia

Nach den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro nahmen die Revolutionen in der Welt des Sports ab, aber nur zwei Monate später zeigen sich verschiedene kubanische Athleten wieder aktiv, unter ihnen die wichtigsten Exponentinnen des Bahnradsports, die in den vergangenen Tagen an den Panamerikanischen Meisterschaften dieser Disziplin teilnahmen.

Im Zweihundertjahrfeier Velodrom von Aguascalientes, Mexiko, eroberten die etablierten Marlies Mejias, Arlenis Sierra und Iraida García vier Medaillen (eine goldene, zwei silberne und eine bronzene) im kontinentalen Aufeinandertreffen, was den vierten Platz nach Nationen bedeutete – hinter Kolumbien (7-5-4), Mexiko (6-3-1) und Kanada (3-2-4).

Marlies gewann den Omnium-Wettbewerb und holte den zweiten Platz in der Individualverfolgung, während Arlenis die andere Silbermedaille im Punkterennen errang. Den Abschluss der Ernte an Erfolgen machte die Bronzemedaille in der Madison Klasse, die bei den Frauen uraufgeführt wurde. Sie ist eine Staffelsportart, in der die Fahrer beim Wechsel den Arm des nächsten Teamgefährten packen und nach vorne drücken, um dessen Beschleunigung zu erhöhen.

Marlies, Siebte im Omnium von Rio 2016, war einmal mehr Hauptdarstellerin im kräftezehrenden Marathon des Bahnradsports mit 231 Punkten – ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass sie sich nicht in bester Verfassung befindet, wie sie selber in sozialen Netzwerken enthüllte, wo sie sich auch für die Ratschläge ihres Trainers Leonel Àlvarez und die Unterstützung durch ihre Familie und Fans bedankte.

Auch wenn es wenig war im Vergleich zu ihrem Abschneiden in der Omnium Kategorie, gesellte sich die Radrennfahrerin aus Artemisa zu Iraida García im Madison und obwohl sie schon ziemlich müde waren und wenig Erfahrung in besagter Disziplin haben, schafften es beide mit der Bronzeplatzierung auf das Podium.  

Auch Arlenis Sierra verdient Erwähnung. Um den Titel in ihrem Rennen zu gewinnen, fehlte ihr ein einziger Punkt. Die Athletin aus Manzanillo, die bei den Olympischen Spielen am Straßenrennen teilgenommen hatte (und dort 28. geworden war, die bislang beste Platzierung einer kubanischen Teilnehmerin in dieser Disziplin bei Olympia) gestand Granma gegenüber, dass sie mit ihrem zweiten Rang hochzufrieden sei.

„Es war nicht so ganz einfach, nach dem Straßenwettbewerb von Rio de Janeiro wieder auf der Bahn anzutreten, aber ich muss das tun, denn schließlich gefallen mir beide Disziplinen und ich möchte nicht die eine für die andere aufgeben“, sagte Arlenis, die angesichts ihrer Qualität und Perspektiven darauf hofft, Gelegenheit zu bekommen, mit Clubs in Verbindung zu treten, die sich in kontinentalen Wettkämpfen oder auf Straßenrundrennen in Europa mit ihrer Konkurrenz messen. Auf diese Weise könne sie ihr Niveau weiter verbessern.  

MARLIES BALD UNTER VERTRAG?

Was das Thema Verträge angeht, so hat allem Anschein nach Marlies Mejias große Chancen, für die Saison 2017 vom Rennstall Weber Shimano Ladies Power einen Kontrakt zu erhalten. Der argentinische Profiklub tritt weltweit bei Events des Internationalen Radsportverbandes an. Dies würde – so Marlies in Facebook – eine neue Herausforderung in ihrer sportlichen Laufbahn sein.

Granma trat via e-mail mit Verónica Martínez, der sportlichen Leiterin von Ladies Power in Kontakt, die versicherte, man sei sehr zufrieden mit der erhofften Leistung der Kubanerin.

“Ich beobachte schon seit einiger Zeit die Radsportlerinnen Kubas und Marlies ist wirklich sehr entwickelt. Wir glauben, sie kann uns das bieten, was wir suchen. Bei Sprintankünften wie auch beim Zeitfahren kann sie uns noch viel Freude bereiten“, äußerte sich Martínez, Repräsentantin eines Klubs, der mehrere Radrennfahrerinnen Lateinamerikas vereint, denen bei aller Verschiedenheit in Gewohnheiten und Erfahrungen die Leidenschaft für den Radsport gemeinsam ist.

Hinsichtlich der Vertragsperspektiven von Marlies versicherte der nationale Radsportkommissar Héctor Ruiz der Granma telefonisch, die Verhandlungen seien weit fortgeschritten und es gebe gute Möglichkeiten eines Vertragsabschlusses in den nächsten Tagen.