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Das offizielle Programm zur kubanischen Delegation für die Olympischen Spiele trägt das Bild von Mijaín Lopez auf der Titelseite Photo: INDER

Nach Beendigung der 49. Auflage des Ringerturniers „Granma-Cerro Pelado“ nähern wir uns den Gladiatoren, die Kuba bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro vertreten werden.

Granma sprach mit dem zweifachen Olympiasieger und fünffachen Weltmeister Mijaín López, dem „Giganten von Herradura“, Hauptvertreter der kubanischen Sportbewegung in den letzten Jahren, der zum dritten Mal hintereinander der Fahnenträger unserer Delegation sein wird.

Minuten vor dem Interview erst hatte der Athlet aus Pinar del Rio einen 6-Minuten-Kampf hinter sich gebracht, praktisch ohne zu schwitzen – eine Auseinandersetzung die mit Absicht, als Orientierungshilfe für die Trainer, über die volle Distanz geführt wurde, obwohl er sie, wie bei anderen Gelegenheiten, leicht in wenigen Sekunden hätte beenden können.

Deine Trainer versichern, dass du dich in Bestform befindest …

Die Vorbereitungen sind auf einem guten Weg. Dies war ein fruchtbares Jahr. In der Deutschen Bundesliga zu ringen, war eine sehr positive Erfahrung, weil ich dort mit exaktem Kampfgewicht antreten musste, etwas, das ich vorher nie gemacht hatte. Außerdem nahm ich an der Landesmeisterschaft teil und machte für fast drei Wochen eine hervorragende Tour durch Aserbeidschan, während der ich an meinen bevorzugten Bewegungsabläufen gearbeitet und sie an mehreren Gegnern meiner Gewichtsklasse durchexerziert habe, was mir hier in Kuba nicht möglich gewesen wäre.

Außerdem habe ich daran gearbeitet, sie zu verstärken – ein notwendiges Training, das ich ziemlich lange vernachlässigt hatte. Deshalb fühle ich mich in optimaler Form und reise ganz entspannt zu den Olympischen Spielen.

Wie hältst du es mit der Wechselbeziehung Arbeit-Erholung?

Das ist ein Element, auf das ich, zusammen mit den Trainern, großen Wert gelegt habe. Bei früheren Gelegenheiten bin ich zu manchen Wettbewerben nicht ausgeruht genug angetreten, aber dies ist das Jahr der Olympischen Spiele, des am meisten erwarteten Turniers.

Was sind deine bevorzugten Techniken?

Es macht mir Spaß, bei Kämpfen meine Fußarbeit und die 4-Punkte-Position einzusetzen. Ich habe die Taktik ein wenig verändert. Immerhin bestreite ich schon seit vielen Jahren Finals und alle Welt sieht die Videos davon. Es erschien mir darum eine gute Idee, ein paar Dinge zu variieren, um nicht zu berechenbar zu sein.

Wie beurteilst du die Gegner in deiner Gewichtsklasse in Rio?

Die Gegner sind praktisch die gleichen, mit denen ich schon bei den Weltmeisterschaften in Las Vegas 2015 zu tun hatte, wo ich Zweiter wurde. Ich kenne sie in- und auswendig. Ich muss nur gut vorbereitet ankommen, ohne Verletzungen. Alles Weitere wird sich auf der Matte zeigen.

Wird es bei diesen Spielen schwieriger als sonst sein, Gold zu holen?

Ich glaube nicht, dass diese Medaille ein großes Problem sein wird. Die Leute denken, dass ich unter Druck stehe, aber das ist nicht so. Vielmehr reise ich zu diesen Olympischen Spielen, um sie zu genießen. Die Goldmedaille wäre das Größte, aber überhaupt eine Medaille zu gewinnen, unabhängig von der Farbe, würde mich sehr glücklich machen. Grundsätzlich gilt: Natürlich kämpfe ich, um Gold zu holen.

Willst du nach Rio in diesem Sport noch weitermachen?

Nein, nein. Nach den Olympischen Spielen muss ich mich ausruhen und dann neue Pläne schmieden.